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Der Tod und das Mädchen - Theaterstück und Podiumsdiskussion in Renchen am 3.11.2012

Der Tod und das Mädchen

                               Autor: Ariel Dorfmann Regie: Ursula Bengel

 Tod und Mord als Mittel der Politik. Ein Thema von erschreckender Aktualität.

Drei Menschen: eine Frau, zwei Männer, die von der Vergangenheit eingeholt

werden. Die Gegenwart wird zum Albtraum - und das Opfer zum Täter...

In den Zeiten der Diktatur war Paulina Salas zur Musik von Franz Schuberts

Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ gefoltert und sexuell missbraucht

worden. Die Demokratie ist noch jung, als sie eines Abends meint, in einem

Bekannten ihres Mannes Gerardo, ihren ehemaligen Folterer an seiner Stimme zu

erkennen. Sie nimmt ihn gefangen und versucht, ihn zu einem Geständnis zu

zwingen. Doch war er wirklich der Täter?

Das erfolgreiche Schauspiel von Ariel Dorfman über die Grenzen der Aufarbeitung

von politischer Willkür und Sehnsucht nach Gerechtigkeit thematisiert eine

Erfahrung, die wir in Deutschland nur allzu gut nachvollziehen können und erlangt

vor dem Hintergrund heutiger politischer Umbrüche brennende Aktualität.

Wie können sich Opfer und Täter von damals in einer freien und demokratischen

Gesellschaft wieder begegnen? Kann es eine Wiedergutmachung für die Opfer

geben?

Der Argentinier Ariel Dorfman, geboren 1942, lebte in Chile, bis 1973 Pinochet

putschte und eine Militärdiktatur aufbaute. Dorfman ging in die USA ins Exil, ist

heute Professor für Lateinamerikanistik und schreibt unter anderem für „The New

York Times“. Daneben verfasst er Bücher und Theaterstücke. „Der Tod und das

Mädchen“ (1991) ist sein wohl bekanntestes Werk und wurde von Roman

Polanski 1994 verfilmt.

Eintritt: 10 Euro Schüler.: 8 Euro

 Es gibt noch einen weiteren Termin: 31.10. , 20 Uhr im Salmen in Offenburg

Karten und Info beim Bürgerbüro Offenburg 0781/822000 oder Kulturbüro

                                 www.kulturbuero.offenburg.de

  „Wiedergutmachung - ist sie möglich? Opfer zwischen Gefühl und Gesetz“

                 Podiumsdiskussion zur Theateraufführung „Der Tod und das Mädchen“

 Wie kann der Übergang von Unrechtssystemen und Gewalt zu einem friedlichen,

demokratischen, rechtsstaatlichen Miteinander funktionieren? Ist es möglich,

begangenes Unrecht „wieder gut“ zu machen? Werden wir den Opfern wirklich

gerecht“? Und: Versuchen wir dies überhaupt?

An diesem Abend kommen Opfer und ihre Vertreter zu Wort, wir wollen uns ihren

Geschichten, ihren Fragen und Wünschen an uns alle stellen. Denn hinter allen

theoretischen Diskursen stehen Menschen, sie haben Namen, Gesichter. Wir wollen

sie sichtbar, hörbar und fühlbar werden lassen.

 

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Umbrüche in der Welt brennen mir viele Fragen unter den Nägeln – bzw. im Herzen. Es ist für mich kaum vorstellbar, wie sich, beispielsweise in der arabischen Welt, die gerade ihre Diktaturen stürzt, Opfer und Täter in einer freien und demokratischen Gesellschaft wiederbegegnen können. Ist es nicht nur allzu verständlich, dass der Wunsch nach Vergeltung und Hass die vorherrschenden Gefühle sind? Doch wir, aus unserer sicheren Entfernung, erwarten von diesen Nationen, dass sie geräuschlos und schnell zu Rechtsstaatlichkeit und einem friedlichen Miteinander übergehen. Doch auf allen Seiten bleiben zunächst einmal unzählige Opfer zurück! Ist es nicht eine geradezu über-menschliche Leistung, die wir von ihnen erwarten? Zum Alltag über zu gehen, auch wenn unter Umständen die Täter ungeschoren davonkommen – um des lieben Friedens willen? Die Grenzen sogenannter „Aufarbeitung“ von politischer Willkür und die Sehnsucht nach Gerechtigkeit kennen doch gerade wir in Deutschland selber nur zu gut ….

Um uns selbst und das Publikum mit solchen Fragen zu konfrontieren, haben wir „Der Tod und das Mädchen“ ins Programm genommen und für eine Vertiefung auch der eigenen Gedanken und Erkenntnisse die heutige Podiumsdiskussion organisiert.     Ursula Bengel

                   Termin: Sa. 03.11.2012 20 Uhr Festhalle Renchen

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Der Erlös geht an die Opferhilfsorganisationen

                                                   Weißer Ring und BIOS BW.

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