BIOS schließt Kooperationsvertrag mit der Evangelischen Landeskirche Baden.

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Projekte

Erhöhung der Zuweisungen durch das Justizministerium Baden-Württemberg

Mit Schreiben vom 29.10.2009 hat der Vorsitzende des Fond Psychotherapie und Bewährung und BIOS-Vorstandsmitglied, VRiOLG a.D. Alfred Blumenstein, dem Justizministerium Baden Württemberg über den Stand der durch den Fondteil II finanzierten "BIOS-Pilotprojekte" berichtet und auch um Erhöhung der Zuweisungen auch 150.000 € jährlich für die Behandlung von gefährlichen Gewalt- und Sexualstraftäter in den Vollzugsanstalten des Landes durch externe Therapeuten berichtet.

Er hat insoweit dargelegt, dass die Ergebnisse der Behandlungen in den eingerichteten Abteilungen in den Vollzugsanstalten Mannheim, Heimsheim und Heilbronn als durchaus gut anzusehen seien und z.B. die Haltequote bei der Gruppentherapie in der JVA Heimsheim bei über 75% liege, wobei hervorzuheben sei, dass keiner der Teilnehmer die Behandlung aus eigenem Entschluss angebrochen habe, vielmehr unvermeidbare Verlegungen bzw. Entlassungen alleinige Ursache der Beendigung der Therapie gewesen seien. Entsprechendes werde aus der JVA Manheim berichtet; auch dort sei kein Gruppenteilnehmer aus eigenem Antrieb ausgeschieden. Die Akzeptanz der Gruppen in der Anstalt nehme laufend zu. Es lägen mehr Anfragen nach diesen Therapieangeboten vor, als Plätze vorhanden seien. Die Behandlungsgruppe würden damit die übrigen Behandlungsangebote auf ideale Weise ergänzen. Sie seien darüberhinaus auch so angelegt, dass sie sowohl zur Vorbereitung einer Sozialtherapie als auch zur Nachbetreuung nach einer solchen eingesetzt werden können, in keinem Falle jedoch als Ersatz für eine solche.

Die Behandlungsgruppen in den Vollzugsanstalten Mannheim, Heimsheim und Heilbronn werden voraussichtlich zum 1.2.2010 abgeschlossen sein, so dass sich dann die Frage der Weiterbehandlung, ggf. im Wege der ambulanten Nachsorge stellen wird.

Zum 26.11.2009 werden über den von BIOS eingeworbenen Fondteil II außerhalb der Pilotprojekte bei 120 Anträgen insgesamt 76 laufende Fälle betreut.

 

Universität Heidelberg übernimmt wissenschaftliche Begleitforschung der BIOS-Pilotprojekte

Ab 1.1.2010 werden die BIOS-Pilotprojekte von der Universität Heidelberg, den Lehrstühlen von Prof. Dr. Dölling und Prof. Dr. Fiedler wissenschaftlich beforscht. Dabei wurde das Forschungsdesign in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Vollzugsanstalten, dem Justizministerium Baden-Württemberg und der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. entwickelt. Die Finanzierung des Forschungsvorhabens wird von der Lautenschlager Stiftung übernommen, wodurch die Einstellung einer wissenschtlichen Mitarbeiterin ermöglicht wurde, welche die Beforschung aus den Räumen der Forensischen Ambulanzung Baden steuert.

BIOS bedankt sich bei der Lautenschlager Stifung für Ihre Unterstützung!

 

Pilotprojekt in der JVA Bruchsal nimmt am 21. April 2010 seine Arbeit auf

Am 21.4.2010 hat in der JVA Bruchsal das vierte BIOS- Behandlungsprojekt seine Arbeit aufgenommen. Es handelt sich um eine Abteilung für Gewaltstraftäter, wobei derzeit sechs Behandlungsplätze zur Verfügung stehen. Neben einer Therapeutin der JVA Bruchsal erfolgt die Behandlung der Strafgefangenen durch die Forensische Ambulanz Baden (FAB) in Karlsruhe. Finaziert wird das Projekt aus Mitteln des beim Oberlandesgericht Karlsruh ansässigen gemeinützigen Vereins.

 

Haushaltsmittel zur Verbesserung des Opferschutzes durch Rückfallprophylaxe

Das Land Baden-Württemberg hat auf Initiative der Behandlungsinitiative Opferschutz für die Jahre 2007/2008 Haushaltsmittel in Höhe von jährlich 100.000 Euro zur psychotherapeutischen Behandlung gefährlicher Gewalt- und Sexual-Straftäter zur Verfügung gestellt. Diese Mittel werden derzeit durch den Vergabeausschuss des beim Verband Bewährungs- und Straffälligenhilfe Baden-Württemberg e.V. ansässigen „Fonds Psychotherapie und Bewährung“ unter dem Fondsteil 2 (F 2) gesondert bewirtschaftet. Die Pilotprojekte dienen dem Ziel der nachhaltigen Verbesserung des Opferschutzes durch Rückfallprophylaxe.

Zu diesem Zwecke werden rückfallgefährdeten Gewalt- und/oder Sexualstraftätern durch externe und interne therapeutische Fachkräfte möglichst schon bei Beginn der Strafvollstreckung nicht nur grundlegende Fertigkeiten für einen weniger belastenden und sozial verträglichen Umgang mit sich selbst und anderen vermittelt, sondern sie werden vor allem auch dazu geführt, die Verantwortung für ihre Straftaten zu übernehmen. Dabei sollen Schuld- und Konfliktbewusstsein sowie Opferempathie entwickelt werden. Eigene Defizite sollen erkannt und Bewältigungsstrategien vermittelt werden. Ausgeschlossen aus den Projekten sind schwer gestörte Täter, die einer umfassenden Sozialtherapie mit hoher Betreuungsdichte in einer sozial-therapeutischen Anstalt bedürfen. Die Pilotprojekte ergänzen daher die sozialtherapeutischen Angebote des Strafvollzugs für einen zahlenmäßig großen, wenn auch nicht so schwer gestörten, aber gleichwohl rückfallgefährdeten Personenkreis.

Die Behandlung erfolgt in einer Kombination von vorwiegend verhaltens-therapeutisch ausgerichteter Einzeltherapie und Gruppentherapie, die sich an Elementen des BP-S orientiert. Einzeltherapie wird durch externe Fachkräfte, Gruppentherapie i.d.R gemeinsam von externen und internen Fachkräften angeboten. Die erstmals in dieser Form durchgeführte enge Zusammenarbeit zwischen Fachleuten innerhalb und außerhalb des Strafvollzugs hat sich nach einer ersten Einschätzung der beteiligten Anstaltsleiter bewährt und zur Erhöhung der Therapiemotivation der Gefangenen beigetragen. Auch hat sich die Kombination von gruppen- und einzeltherapeutischer Behandlung nach den langjährigen Erfahrungen des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Kantons Zürich bei Straftätern als besonders rückfallverhindernd erwiesen. Nach neuesten dort durchgeführten Studien kann durch deliktsorientierte Therapien das Rückfallrisiko von 40% auf bis zu 5% gesenkt werden Wie auch die externe Auswertung der inzwischen zehnjährigen Arbeit der Stuttgarter Ambulanz für Sexualstraftäter zeigt, ist es durch ein besonderes Setting in der psychotherapeutischen Arbeit möglich, die Rückfälligkeit bei Sexual-straftätern jedenfalls mehr als zu halbieren. Das entspricht internationalen Erfahrungen. Inzwischen wurde die Forensische Ambulanz Baden in Karlsruhe mit gleicher Zielrichtung gegründet.

 

Justizvollzugsanstalt Heilbronn

Die Justizvollzugsanstalt Heilbronn verfolgt das gesteckte Ziel mit Hilfe anerkannter Methoden des Antigewalttrainings, das von anstaltseigenen Kräften geleitet wird, in Kombination mit einzeltherapeutischer Behandlung durch einen externen Psychotherapeuten. Aufgenommen werden Gewalttäter. Die Behandlungsdauer ist auf ein Jahr angelegt. Die Gruppengröße von anfangs sieben Gefangenen hat sich inzwischen durch Entlassung und Ausweisung auf fünf Gefangene reduziert. Zwei von diesen erhalten derzeit zusätzlich Einzeltherapie durch einen externen Psychotherapeuten. Die Justizvollzugsanstalt hat die an dem Projekt teilnehmenden Gefangenen in eine besondere Behandlungsabteilung verlegt, um negative Einflüsse aus dem Regelvollzug zu minimieren. Vom Bedarf her gesehen hält die JVA Heilbronn die Einrichtung mehrer Gruppen für erforderlich, bei denen allerdings verstärkt Einzeltherapie durch eine externe Fachkraft notwendig erscheint.

 

Justizvollzugsanstalt Heimsheim

Die Justizvollzugsanstalt Heimsheim legt in ihrem Projekt den Schwerpunkt der Behandlung mehr auf Einzeltherapie. Die Behandlungszeit ist auf zwei Jahre angelegt. Aufgenommen werden Gewalttäter. Die Behandlung beginnt mit einer sechsmonatigen Einzeltherapie, in der auch die Gruppeneignung festgestellt wird, gefolgt von einer einjährigen Gruppentherapie, während der die Einzeltherapie begleitend im Wochenabstand fortgeführt wird. Danach wird die Einzeltherapie weitergeführt, allerdings je nach Bedarf in größeren Intervallen. Die Gruppe besteht derzeit aus acht Gefangenen, nachdem sich zwei weitere Gefangene im Verlauf der Behandlung als ungeeignet erwiesen hatten. Die JVA Heimsheim konnte zwar bis jetzt aus baulichen Gründen noch keine gesonderte Behandlungsabteilung einrichten, doch wird dies nach wie vor angestrebt. Die Einzeltherapie wird durch eine externe Fachkraft der Psychotherapeutischen Ambulanz Stuttgart durchgeführt, die Gruppentherapie von ihr gemeinsam mit einer anstaltszugehörigen psychologischen Psychotherapeutin. Der Bedarf an weiteren Behandlungsplätzen ist groß, allein bei einem der Anstaltspsychologen stehen derzeit 38 Gefangene, bei denen Tataufarbeitung als Rückfallprophylaxe notwendig ist, auf der Warteliste.

 

Justizvollzugsanstalt Mannheim

Die Justizvollzugsanstalt Mannheim, die ihr Pilotprojekt als erste im November 2007 gestartet hatte, verfolgt in ihrem Projekt gleichgewichtig Einzeltherapie durch einen externen Therapeuten (in zwei Fällen auch durch eine interne Fachkraft) und Gruppentherapie, die gemeinsam von externer und interner Fachkraft gestaltet wird. Aufgenommen werden Sexualstraftäter. Die Dauer der Behandlung ist auf zwei Jahre angelegt. Die Gruppengröße ging infolge der Verlegung eines Gefangenen von elf auf zehn Teilnehmer zurück. Es besteht eine Warteliste. Nach dem bisherigen Verlauf der Behandlung schätzen die Therapeuten die Prognose in acht Fällen eher positiv ein. Für ein abschließendes Urteil ist es natürlich noch zu früh. Die JVA Mannheim hat für die behandelte Gruppe eine eigene Behandlungsabteilung geschaffen.



Neben diesen Pilotprojekten finanziert der Vergabeausschuss über den Fonds F 2 noch weitere Einzeltherapien für insgesamt 29 Gefangene in den Justizvollzugsanstalten Bruchsal, Freiburg, Rottenburg, Schwäbisch Gmünd und Schwäbisch Hall durch externe Psychotherapeuten. Dabei handelt es sich ausschließlich um Gewaltstraftäter.

Die Behandlungsinitiative Opferschutz dankt dem Landtag und dem Justizministerium von Baden-Württemberg für Ihre Unterstützung und die in Aussicht gestellte weitere Förderung ihrer Projekte.

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