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Artikel in der Süddeutschen Zeitung – Therapie als Opferschutz

Hier finden Sie  einen interessanten Artikel in der Süddeutschen Zeitung
vom 07.06.2012 zum Thema „Therapie als Opferschutz

 

NDR berichtet über BIOS-Memorandum

NDR berichtet über "BIOS-Memorandum"

Am Dienstag, den 12.1.2010, strahlte das NDR-Fernsehen eine Dokumentation mit dem Titel "Sexobjekt Kind" aus, in welcher auch über die Behandlungsinitiative Opüferschutz (BIOS-BW) e.V. und das am 3.3.2009 dem Bundesministerium der Justiz vorgelegte "BIOS-Memorandum" berichtet wurde (vgl. zur Disskussion hierüber unter: BIOS-Memorandum - Diskussion).


Die NDR-Dokumentation ist nunmehr in der NDR-Mediathek

"Sendungen 45 Minuten" unter Sexobjekt Kind
eingestellt und kann durch Anklicken dieses Links angesehen werden. Auch können auf der NDR-Homepage Zuschauerreaktionen nachgelesen werden.

Bild-Quelle: NDR Mediathek



Das Versagen staatlicher Systeme

Das ursprüngliche Konzept für die Dokumentation "Sexobjekt Kind" sah vor, die Arbeit der "Jäger", also der Ermittler bei Staatsanwaltschaft Kriminialpolizei, und die "Gejagten", Täter und Pädosexuelle, zu zeigen. Beziehungsweise den enormen Vorsprung der "Gejagten" aufzudecken. "Eine oberflächliche Betrachtungsweise" wie Autor Sebastian Bellwinkel heute findet.

Denn seine Recherchen für 45 Min haben ergeben, dass der Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt in Deutschland systembedingt auf mehreren Ebenen versagt. "Ich habe Missstände entdeckt, die ich nicht mal erahnt hätte und die auch vielen Zuschauern sicherlich noch unbekannt sein dürften", so der Journalist.

Das Gesundheitswesen ist nur unzureichend auf die Behandlung von Pädophilen eingestellt.

Durch Mängel im Strafrecht bekommen die häufig psychisch kranken Sexualstraftäter kaum eine medizinisch-psychologische Betreuung.
Nach verbüßter Haft verlassen sie die Gefängnisse "wie tickende Zeitbomben", so Bellwinkel.

Auch in Deutschland werden Kinder als Sexobjekte gehandelt. Kaum jemand nimmt das wahr oder bekämpft diesen Zustand.


Versagen des Strafrechts

Das Strafrecht in Deutschland versagt, weil Sexualstraftäter vor Gericht nicht auf ihre Gefährlichkeit und ihre Therapierbarkeit hin untersucht werden. Wenn ein Richter ein Gutachten zu einem Täter einholt, wird nur die Frage der Schuldfähigkeit geklärt. Das heißt, es geht nur um den Blick zurück: Was hat er getan und wie ist diese Tat zu sanktionieren. Wie Taten in der Zukunft verhindert werden können, ist dagegen keine Frage.

Das Strafrecht in der Schweiz ist da weiter: Im Kanton Zürich werden Sexualstraftäter vor Gericht auf ihr Risikopotential hin untersucht und sofort in eine Therapie überwiesen. Das Ziel: zukünftige Taten vermeiden. Das Zürcher Modell ist sehr erfolgreich: Studien zeigen, dass die Rückfallgefahr um 50 Prozent gesenkt werden kann. Das bedeutet deutlich weniger Opfer.

Versagen der Politik

Obwohl dem Bundesjustizministerium das Schweizer Modell bekannt ist, geschieht nichts. Auch dem Bundesgesundheitsministerium und der Bundesärztekammer liegen Vorschläge vor, wie unterschiedliche Mängel zu beseitigen wären, ohne dass etwas passiert. Die Frage, warum das so ist, hat gegenüber "45 Min" niemand beantwortet.

In manchen Fällen kostet der effektive Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt schlicht mehr Geld, um Ermittler, Sozialpädagogen, Präventionsprojekte besser auszustatten. Die rechtzeitige Therapie von Sexualstraftätern wäre eine präventive Maßnahme und würde am Ende sogar Geld sparen, denn neben dem Opferleid sind die Kosten für Inhaftierung, Therapie und anderes deutlich höher.

Die von der früheren Bundes-Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) initiierte Internetsperre gegen Kinderpornographie ist umstritten. Viele Kritiker sagen, es sei sinnvoller, die Seiten im Internet ganz zu löschen anstatt diese nur zu sperren. So argumentiert auch die FDP, die die Umsetzung des Gesetzes in der schwarz-gelben Regierungskoalition blockiert.

Einige Ermittler meinen jedoch, eine solche Internetsperre sei immerhin ein Anfang und könne die dümmsten Kinderporno-Nutzer davon abhalten, auf die Seiten zu gelangen. Die technische Umgehung der Sperre sei zwar möglich, einige schlichte Gemüter zumindest seien damit aber überfordert.

Fortschreibung BIOS-Memorandum


Fortschreibung des am 3. März 2009 dem Bundesministerium der Justiz vorgelegten „BIOS-Memorandums“ im Heft 5 der Zeitschrift für Rechtspolitik (ZRP 2009, 134 ff.) erschienen.

Der Artikel ist hier eingestellt und kann nachgelesen.








BIOS dankt dem Verlag C.H. Beck aus Frankfurt
für die Überlassung des Artikels.

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