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Spezielle Therapien für Sex-Täter im Gefängnis (morgenweb.de)

http://www.morgenweb.de/region/mannheim/artikel/20071116_srv0000001745232.html


Strafvollzug: Neue Behandlungsabteilung in der JVA soll Rückfallquote deutlich senken

Spezielle Therapien für Sex-Täter im Gefängnis

Von unserem Redaktionsmitglied Heiko Brohm

eit gestern verfügt das Mannheimer Gefängnis über eine gesonderte Abteilung für die Therapie von Sexualstraftätern. In Anwesenheit von Vertretern aus Justiz und Politik eröffnete Romeo Schüssler, Chef der Justizvollzugsanstalt (JVA), die Einrichtung. Hier sollen Gefangene therapiert werden, um das Risiko einer erneuten Straftat nach ihrer Freilassung zu reduzieren.

In den Räumen, die außerhalb des Haupttraktes der JVA liegen, können künftig zehn bis zwölf Straftäter jeweils zwei Jahre lang untergebracht werden - im Fokus stehen Männer, die wegen sexuellen Missbrauchs oder Vergewaltigung verurteilt wurden. In Einzel- und Gruppentherapien sollen sie auf ein möglichst straffreies Leben vorbereitet werden. Außergewöhnlich ist an dem Modellprojekt besonders die Finanzierung: 70 000 Euro kommen vom Land, etwa 20 Prozent der Kosten trägt die Behandlungsinitiative Opferschutz. Der private Verein will das Geld über Spenden und Sponsoring einwerben. "Aus unseren eigenen Mitteln", sagte JVA-Chef bei der Eröffnung gestern, "könnten wir diese Abteilung nicht finanzieren."

Diese bisher einzigartige Art der Kostenübernahme hob Michael Steindorfer, Ministerialdirektor im Justizministerium, hervor. Im Interesse der Gesellschaft wünsche er dem Projekt alles Gute.

Nachholbedarf im Land

Dem schloss sich auch Stefan Mappus, Chef der CDU-Landtagsfraktion, an. Er sah durchaus Nachholbedarf in vielen Haftanstalten im Land. "Es ist bedauerlich, dass oftmals Täter aus der Haft entlassen werden, ohne dass sie ihre psychischen Störungen überwunden haben." Auch Bürgermeister Rolf Schmidt betonte die Verantwortung des Strafvollzugs auch für die Zeit nach der Haft.

An diesem Punkt setzt die Behandlungsabteilung der JVA an. Die Rückfall-Risiken könnten durch die Therapien um die Hälfte reduziert werden, sagte Klaus Böhm, Richter am Karlsruher Oberlandesgericht und einer der Initiatoren der Behandlungsinitiative Opferschutz. Zwar seien auch die Behandlungen keine Wundermittel, trotzdem gelte es, jede Möglichkeit zu nutzen, um eventuelle Rückfälle zu verhindern.

Auch Schüssler betonte, das Projekt diene dauerhaft dem Schutz potenzieller Opfer. Auch werde das Gefängnis mit dem neuen Therapieangebot für Sexualstraftäter "keine unnötigen Risiken eingehen". "Wir sind nicht blauäugig", so Schüssler.

Mannheimer Morgen
16. November 2007

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