BIOS schließt Kooperationsvertrag mit der Evangelischen Landeskirche Baden.

fab logo

Opferschutz-Partner


BIOS-Newsletter Empfange HTML?
Besucher heute:17
Besucher gestern:5
Besucher diesen Monat:243
Besucher dieses Jahr:1832
Tägliche Besucher:5716
Montliche Besucher:8421

Bericht von Baden-Online

Hilfe für Straftäter mit Gewaltproblem

Neue Behandlungsstation im Offenburger Gefängnis / Freiwilligkeit Voraussetzung für Therapie
Wegen Gewalt- und Suchtproblematiken müssen Häftlinge wie dieser oft ins Gefängnis. In Offenburg wird heute eine psychologische Behandlungsstation eingeweiht.
 

Seit Dezember arbeitet in der Offenburger Justizvollzugsanstalt eine psychologische Behandlungsabteilung, die von »Bios« unterstützt wird. Standard in jedem größeren Gefängnis, wird sie heute, Freitag, eingeweiht. Häftlinge mit Sucht- und Gewaltproblematik werden hier behandelt.

Offenburg. Voll belegt ist die Behandlungs-Abteilung in der Offenburger JVA derzeit nicht. »Einige Teilnehmer unserer neuen Abteilung wurden aus der Haft entlassen, das gibt es ja schließlich auch«, sagt René Cuadra, leitender Psychologe der Offenburger Justizvollzugsanstalt.
Bis die Neuen kommen, die ein Sucht- oder Gewaltproblem mitbringen, kann es ein bisschen dauern: Sie werden nämlich nicht einfach in die Abteilung verlegt. Sie müssen wollen. Dokumentiert wird diese Bereitschaft, an sich zu arbeiten und sich zu verändern, durch einen Vertrag: Der muss zuerst unterschrieben sein.
»In jeder größeren Anstalt«, sagt Cuadra, gibt es eine solche Abteilung. In Offenburg, wo erst alles aufgebaut werden musste, ging sie erst im vergangenen Dezember im Betrieb. Heute, Freitag, wird sie eingeweiht.
Wer etwas erreichen möchte, muss sich kooperativ zeigen. Zusammenreißen. Anpassen. »Das ist gewünscht – schließlich sind die Täter genau deshalb delinquent geworden, weil sie sich nicht an die gesellschaftlichen Regeln gehalten haben«, so Cuadra. Moralisch, sagt der Experte, sei immer rasch Einigkeit hergestellt: Jeder sei sofort bereit einzuräumen, dass beispielsweise Stehlen nicht gut sei.
Dass eine solche Haltung nicht immer echt ist, nimmt er den Gefangenen nicht übel. »List, Lug und Trug gehören hier zum Spiel«, sagt er. Um angepappte Wertvorstellungen zu entlarven, verlangt Cuadra von den Häftlingen, »das Gute im Bösen« zu suchen. Denn erst wenn sie erkannt haben, welchen Vorteil ihnen ihr Verhalten gebracht hat, können neue Verhaltensmuster etabliert werden.
Mindestens neun Monate, schätzt Cuadra, sind erforderlich, um mit einem Häftling erfolgreich zu arbeiten. Teilnehmen muss jeder an den beiden »Gruppen«, die je einmal wöchentlich tagen. Am Flip-Chart werden Schlagworte gesammelt. Die Häftlinge beschäftigen sich zum Beispiel damit, warum Ärger aufkeimt – und wie man ihn löst. Das Gleiche wird auch mit dem Thema Sucht durchgearbeitet, denn eine Problematik auf diesem Gebiet geht oft Hand in Hand mit der Gewalt.
Öfter Urinproben
Auf der Abteilung sind Drogen, Alkohol oder auch Medikamente tabu. Unangekündigt werden Urinproben entnommen. Auch ansonsten wird auf Gemeinschaft gesetzt. »Jeden Abend« sind einige Häftlinge in der Küche zu Gange, um ine Mahlzeit zuzubereiten. Dann kommt auch Cuadra noch mal vorbei, führt eine Unterhaltung – jenseits der Arbeit in der Gruppe. Denn wie viele Kollegen ist er überzeugt: »Damit die Behandlung auch bis über die Entlassung hinaus trägt, muss es uns gelingen, einen Platz im Herzen unserer Klienten zu gewinnen.« Welchen Erfolg der Behandlungsabteilung bringt, wird wissenschaftlich erforscht, sagt der Psychologe.  

 

Anbei ein LINK zum Bericht zur Einweihungsfeier:

 

 

http://www.bo.de/Lokales/Ortenau/Neue-Behandlungsabteilung-im-Gefaengnis-eingeweiht 

 

 

QR-Code dieser Seite