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Pilotprojekt für Gewaltstraftäter (swr.de)

http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=2940664/10oji2/index.html

Heimsheim
Landesweites Pilotprojekt für Gewaltstraftäter

Ein psychotherapeutisches Pilotprojekt in mehreren Gefängnissen in
Baden-Württemberg soll die Rückfallquote bei Gewalttätern reduzieren.
Die Initiative Opferschutz hat das Projekt angeregt.

Quelle: SWR
Korridor mit Zellentüren in Haftanstalt

Bei dem Projekt werde eine kombinierte Einzel- und Gruppentherapie angewandt, erklärte Michael Steindorfner, Ministerialdirektor im Justizministerium (CDU). Das Land fördert die Modellversuche 2007 und 2008 mit jährlich 100.000 Euro.

In der Justizvollzugsanstalt Heimsheim werden nun acht Häftlinge therapiert, die wegen Mordes, Totschlags oder gefährlicher Körperverletzung zu mehrjähriger Haft verurteilt wurden. Für die Teilnahme müssen psychische Störungen bereits im Vorfeld der schweren Gewalttat erkennbar sein, so dass ohne psychotherapeutische Behandlung eine erhebliche Rückfallgefahr besteht.

Schuldbewusstsein soll entwickelt werden

Ziele sind, dass die Häftlinge Verantwortung für die Straftat übernehmen, ein Schuldbewusstsein entwickeln und sich in die Opfer hineinversetzen; weiter sollen sie lernen, sich selbst kritisch zu betrachten und Selbstvertrauen aufzubauen. Nach ihrer Entlassung sollen die Strafgefangenen weiter Kontakt zu den Therapeuten halten, damit die Behandlungserfolge gesichert sind.

Ähnliche Therapien gab es bisher ausschließlich für Sexualstraftäter oder in der Spezialanstalt auf dem Hohen Asperg im Kreis Ludwigsburg. Die psychotherapeutischen Behandlungen sollen nun auch im Regelstrafvollzug eingeführt werden. Auch bei Gewalttätern könne durch solche Therapien die Rückfallquote von mehr als 40 auf fünf Prozent reduziert werden, hieß es. Nur etwa zehn Prozent der Täter seien nicht therapierbar.

© SWR 2007
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