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Die Zeit hinter Gittern nutzen (stimme.de)

http://www.stimme.de/nachrichten/heilbronn/art16305,1221792


Die Zeit hinter Gittern nutzen

Von Nicole Amolsch

In der sozialtherapeutisch ausgerichteten Abteilung des Heilbronner Gefängnisses sollen Täter lernen, mit ihrem Gewaltpotenzial umzugehen.

Foto: Andreas Veigel

Heilbronn - Die Rückfallquote der Gewaltstraftäter deutlich zu reduzieren und mögliche Opfer zu schützen, das ist das Ziel des neuen Behandlungsprogramms der Justizvollzugsanstalt Heilbronn. Gestern gab Anstaltsleiter Ulrich Schlicher den Startschuss: „Wir haben den Bedarf für eine solche Abteilung schon länger gesehen, jetzt haben wir die finanziellen Mittel.“

Erfolg versprechen Zahlen aus der Behandlung von Sexualstraftätern nach vergleichbaren Mustern. Hier liegt die Rückfallquote nach bisherigen Erfahrungen bei unter zehn Prozent. Unbehandelte Täter werden dagegen zu 22 bis 25 Prozent rückfällig. „Wir gehen davon aus, dass wir auch bei den Gewaltstraftätern eine ähnliche Verbesserung erreichen können“, gab sich Ulrich Schlicher zuversichtlich.

Drei Trainer Zehn der derzeit etwa 150 wegen Gewalttaten verurteilten Häftlinge in Heilbronn durchlaufen neben einem langfristig angelegten Anti-Gewalttraining eine Gruppentherapie. „Wir bilden hierfür drei Anti-Gewalttrainer aus den Reihen unserer Mitarbeiter aus, die mit den Straftätern arbeiten“, so Schlicher. Ein externer Psychologe betreut die Täter zusätzlich in Einzeltherapien und begleitet sie nach ihrer Haftstrafe auch draußen weiter. Innerhalb der Gefängnismauern hat die JVA eine  sozialtherapeutisch ausgerichtete Abteilung eingerichtet, in der die Gefangenen zusammenwohnen. Die Kosten für dieses Projekt tragen das Land sowie die Behandlungsinitiative Opferschutz aus Karlsruhe.

Konfrontation „Es geht bei der Therapie nicht darum, wie es dem Straftäter persönlich geht“, erläuterte Hans-Alfred Blumenstein von der Behandlungsinitiative. Es gehe darum, ihn mit seinen Vergehen zu konfrontieren und Rückfälle zu verhindern.

Die Täter „nur einzusperren ist keine Erfolgsgarantie“, betonte auch Ulrich Goll, der baden-württembergische Justizminister. „Die Zeit der Strafverbüßung muss genutzt werden. Die Therapie hat hier ihren Platz.“ Auch wenn man sich im Klaren sein müsse, dass nicht alle behandlungsfähig seien.

„Wir nehmen vorrangig Täter in dieses Programm auf, die mehrfach durch Gewalt aufgefallen sind“, erläutert Schlicher. Die Reststrafe muss mindestens ein Jahr betragen, die Häftlinge müssen freiwillig teilnehmen und Deutsch sprechen. Darüber hinaus ist das Programm für die Strafgefangenen vorgesehen, die nach ihrer Entlassung weiter in Deutschland leben.

12.04.2008 00:00


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