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Damit es nicht noch mal passiert (pz-news.de)

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Damit es nicht noch mal passiert


Justizvollzugsanstalt Heimsheim startet neues Behandlungsmodell für schwere Gewalttäter 

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Der Opferschutz steht im Mittelpunkt eines Behandlungsmodelles für Gewalttäter, das im Heimsheimer Gefängnis startet.





HEIMSHEIM. An der Justizvollzugsanstalt Heimsheim wird ein psychotherapeutisches Behandlungsprogramm für schwere Gewalttäter eingerichtet. Es ist das erste Projekt mit diesem Zuschnitt in Baden-Württemberg.

Die Gruppe besteht aus acht Teilnehmern, die alle Strafen von mehr als vier Jahren zu verbüßen haben. Die vorhandenen psychischen Störungen sind bereits im Vorfeld der schweren Gewalttat erkennbar geworden, so dass ohne psychotherapeutische Behandlung eine erhebliche Rückfallgefahr besteht.

Die Einzelpsychotherapien finden einmal wöchentlich bei einer externen Psychotherapeutin innerhalb des Gefängnisses in Heimsheim statt, die wöchentlichen Gruppenpsychotherapie-Sitzungen werden gemeinsam von der externen Psychotherapeutin und einem Anstaltspsychologen geleitet.

Verantwortung übernehmen

Die Behandlungskonzeption lehnt sich an bestehende Therapiekonzepte, wie etwa das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter an, dass es in der Heimsheimer Vollzugsanstalt bereist seit 1998 gibt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Als Therapieziele sind unter anderem vorgesehen: die Verantwortungsübernahme für die Straftat, die Entwicklung von Schuld- und Konfliktbewusstsein, die Übernahme der Opferperspektive, das Erkennen eigener Defizite insbesondere in Zusammenhang mit der Tat, der Aufbau von Selbstbewusstsein, Selbstkontrolle und soziale Fertigkeiten und vor allem die Rückfallvermeidung. Die Unterbringung der Strafgefangenen in einer gesonderten Behandlungsabteilung wird angestrebt, ist aber wegen der baulichen Voraussetzungen derzeit noch nicht möglich. Sämtliche Gefangene gehen einer Arbeit innerhalb der Anstalt nach. Die Kernbehandlungszeit ist auf zwei Jahre angelegt.

Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass das Ende Januar 1998 in Kraft getretene Gesetz zur Bekämpfung von Sexualdelikten und anderen gefährlichen Straftaten zwar zu einer Ausweitung der Behandlung von Sexualstraftätern führte, andere nicht minder gefährliche Täter – vor allem schwere Gewaltstraftäter – hiervon aber weitgehend unberücksichtigt blieben.

Beitrag für den Opferschutz

Die Maßnahme dient dem Opferschutz, denn nach gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen könne durch eine Therapie das Risiko eines Rückfalls deutlich reduziert werden. Bei dieser Maßnahme handelt es sich in Baden-Württemberg um das erste Projekt einer umfassenden psychotherapeutischen Behandlung schwerer Gewaltstraftäter im Regelstrafvollzug.

Bundesweit einmalig ist das Projekt auch im Hinblick auf seine Finanzierung. Es reiht sich ein in insgesamt drei in Baden-Württemberg durchgeführte Modellversuche zur Behandlung gefährlicher Gewalt- und Sexualstraftäter, deren Kosten aus Sondermitteln des Landtages von Baden Württemberg und aus Zuwendungen (zu 20 Prozent) der Behandlungsinitiative Opferschutz – und damit von Bürgern – getragen werden.

An der Eröffnungsfeier am 14. Dezember werden zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Justiz teilnehmen.

Erstellt am: 29.11.2007

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