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Sexualverbrecher effektiv therapieren (stuttgarter-zeitung.de)

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1567071?lastupdate=2007-11-15_09:17:25




Sexualverbrecher effektiv therapieren

JVA Mannheim
Das Mannheimer Gefängnis
Foto: dpa



In der JVA Mannheim finden Straftäter Hilfe in einer gezielten Therapie Mannheim - Neue Wege in der Therapie für Sexualstraftäter: In der Mannheimer Justizvollzugsanstalt (JVA) ist am Donnerstag die neue Behandlungsabteilung "Gewalt- und Sexualstraftäter" eröffnet worden. Damit komme die JVA dem wachsenden Bedürfnis nach Behandlung dieser Häftlinge entgegen, hieß es. Als erste Regelvollzugsanstalt in Baden-Württemberg will die JVA mit gezielten Einzel-und Gruppentherapien das Rückfallrisiko von Straftätern vermindern. Die Therapie ist auf zwei Jahre angelegt und kombiniert den Angaben zufolge bewährte Methoden mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

"Unser Ziel ist Prävention und Opferschutz", erklärte der Leiter der JVA Mannheim, Romeo Schüssler vor der Eröffnung. Das Therapieangebot startet in Mannheim zunächst mit zehn Straftätern, die langjährige Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb und sechs Jahren wegen Sexualdelikten - insbesondere Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs von Kindern - verbüßen.

In einem sanierten Zellentrakt außerhalb des Hauptgebäudes hat die JVA insgesamt vier Einzel- sowie vier Doppelzimmer für die Spezialabteilung geschaffen. Insgesamt stehen zwölf Therapieplätze zur Verfügung. Bei der Behandlung geht es um die Aufarbeitung der Tat und das Erlernen sozialer Kompetenzen. Den Patienten sollen Methoden an die Hand gegeben werden, sich in bestimmten für sie gefährlichen Situationen korrekt zu verhalten, ohne erneut straffällig zu werden. Betreut werden die Straftäter dabei von zwei Anstaltspsychologen und einem externen Psychologen. Nach einer späteren Entlassung sollen die Patienten die Möglichkeit haben, psychotherapeutisch nachbetreut zu werden.

"Das Wesentliche an der Therapie ist der Wohngruppenvollzug und die Kombination von Einzel- und Gruppentherapie", erklärt der Diplom-Psychologe der JVA, Matthias Freunscht. Die neu gewonnenen Erkenntnisse aus der Therapie könnten die verurteilte Straftäter sofort im Alltag mit den anderen Gruppenmitgliedern umsetzen. Auf Anregung der "Behandlungsinitiative Opferschutz" hatte der baden-württembergische Landtag Haushaltsmittel zur Behandlung gefährlicher Sexualtäter in den Gefängnissen Mannheim, Heimsheim und Heilbronn zur Verfügung gestellt.

In der größten baden-württembergischen Haftanstalt in Mannheim und der Außenstelle des Gefängnisses in Heidelberg verbüßen derzeit rund 750 Gefangene ihre Haftstrafen, darunter rund 70 Sexualstraftäter. Im Rahmen des Projekts plant die JVA Mannheim eigenen Angaben zufolge die Einrichtung einer Ambulanz zur Täter- Betreuung nach der Haftentlassung.

Mehr Informationen im Internet:
www.behandlungsinitiative-opferschutz.de

(c) dpa/lsw

15.11.2007 - aktualisiert: 15.11.2007 16:00 Uhr

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