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Festakt Justizvollzugsanstalt Heimsheim (stratfrecht-online.de)

http://www.strafrecht-online.de/?id=708


Festakt anlässlich der Einführung des
Behandlungsprogramms für schwere Gewaltstraftäter im Regelvollzug
in der Justizvollzugsanstalt Heimsheim

Zeit: 14.12.2007, 10.30 Uhr

Ort: Justizvollzugsanstalt Heimsheim


Neben dem bereits seit 1998 bestehenden Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter wird jetzt in der JVA Heimsheim zusätzlich ein Behandlungsprogramm für schwere Gewaltstraftäter eingerichtet.

Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass das Ende Januar 1998 in Kraft getretene Gesetz zur Bekämpfung von Sexualdelikten und anderen gefährlichen Straftaten zwar zu einer Ausweitung der Behandlung von Sexualstraftätern führte, andere nicht minder gefährliche Täter, wie vor allem schwere Gewaltstraftäter, hiervon aber weitgehend unberücksichtigt blieben. Die Maßnahme dient dem Opferschutz, denn nach gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen kann durch eine indizierte Therapie das Risiko eines Rückfalls deutlich reduziert werden.

Bei dieser Maßnahme handelt es sich landesweit um das erste Projekt einer umfassenden psychotherapeutischen Behandlung schwerer Gewaltstraftäter im Regelstrafvollzug.

Dabei kombiniert es mehrere bewährte und wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethoden und stützt sich neben den eigenen, in fast 10-jähriger Therapiearbeit mit Sexualstraftätern gewonnenen Erfahrungen auf die Erkenntnisse mehrerer im Strafvollzug, in der Sozialtherapie sowie im Maßregelvollzug tätiger Fachleute. So erhalten die Strafgefangenen neben einer auf dem bewährten „Behandlungsprogramm für Straftäter (BPS)“ von Wischka u.a. (2002) basierenden Gruppenpsychotherapie zusätzlich eine durch die Psychotherapeutische Ambulanz des Bewährungshilfevereins Stuttgart e. V übernommene einzelpsychotherapeutische Behandlung, in welcher die mit dem Delikt in Zusammenhang stehenden psychischen Störungen behandelt werden.

Eine solche Kombination verschiedener psychotherapeutischer Ansätze bietet nach Erfahrungen aus der bundesdeutschen Sozialtherapie sowie aus dem Strafvollzug der Schweiz - dem psychiatrisch-psychologischen Dienst - PPD – des Züricher Amtes für Justizvollzug - eine verlässliche Grundlage für eine deutliche Reduzierung des Rückfallrisikos und damit einem effektiven Opferschutz. Durch die Anbindung der externen Psychotherapie an die Psychotherapeutische Ambulanz des Bewährungshilfevereins Stuttgart e.V. wird auf die seit 1998 bestehende enge Zusammenarbeit bei der Behandlung von Sexualstraftätern aufgebaut. Somit ist sichergestellt, dass die in der Haft begonnene Behandlung auch nach der Entlassung im Wege der ambulanten Nachsorge fortgesetzt werden kann.

Bundesweit einmalig ist das Projekt auch im Hinblick auf seine Finanzierung. Es reiht sich ein in insgesamt drei in Baden Württemberg durchgeführte Modelversuche zur Behandlung gefährlicher Gewalt- und Sexualstraftäter, deren Kosten aus Sondermitteln des Landtages von Baden Württemberg und aus Zuwendungen (zu 20 %) der Behandlungsinitiative Opferschutz - und damit von Bürgern –  getragen werden.

An der Eröffnungsfeierlichkeit werden zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Justiz teilnehmen.

 

Zum Projekt in der Justizvollzugsanstalt Heimsheim im Einzelnen:

Die Gruppe besteht aus acht Teilnehmern, welche alle Strafen von mehr als vier Jahren zu verbüßen haben. Die bei diesen vorhandenen psychischen Störungen sind bereits im Vorfeld der schweren Gewalttat erkennbar geworden, so dass ohne psychotherapeutische Behandlung eine erhebliche Rückfallgefahr besteht. Die Einzelpsychotherapien finden einmal wöchentlich bei einer externen Psychotherapeutin innerhalb der JVA Heimsheim statt, wohingegen die einmal wö-chentlich stattfindenden Gruppenpsychotherapiesitzungen dort gemeinsam von der externen Psychotherapeutin und einem Anstaltspsychologen geleitet werden.

Die Behandlungskonzeption lehnt sich an bestehende Therapiemanuale, wie etwa das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS, Wischka et al., 2002), an. Als Therapieziele sind unter anderem vorgesehen: die Verantwortungsübernahme für die Straftat, die Entwicklung von Schuld- und Konfliktbewusstsein, die Übernahme der Opferperspektive, das Erkennen eigener Defizite bzw. Schwachpunkte insbesondere in Zusammenhang mit der Tatbegehung, der Aufbau von Selbstbewusstsein, Selbstkontrolle und sozialen Fertigkeiten, die Aufarbeitung sonstiger tatrelevanter Defizite sowie vor allem die Rückfallvermeidung. Die Unterbringung der Strafgefangenen in einer gesonderten Behandlungsabteilung wird angestrebt, ist aber wegen der baulichen Voraussetzungen derzeit noch nicht möglich. Sämtliche Gefangene gehen einer Arbeit innerhalb der Anstalt nach. Die Kernbehandlungszeit ist auf zwei Jahre angelegt.

 

Organisatorische Hinweise:

Aus Sicherheitsgründen ist eine vorherige namentliche Anmeldung der Teilnehmer unter 07033-3001-105 oder -210 oder durch Rückmail an die Behandlungsinitiative Opferschutz erforderlich.

Eine google-map-Wegbeschreibung zur JVA Heimsheim finden Sie unter:  www.behandlungsinitiative-opferschutz.de (Standorte)

Damit es nicht noch mal passiert (pz-news.de)

http://www.pz-news.de/region/sonstige/97998/

Damit es nicht noch mal passiert


Justizvollzugsanstalt Heimsheim startet neues Behandlungsmodell für schwere Gewalttäter 

2911



Der Opferschutz steht im Mittelpunkt eines Behandlungsmodelles für Gewalttäter, das im Heimsheimer Gefängnis startet.





HEIMSHEIM. An der Justizvollzugsanstalt Heimsheim wird ein psychotherapeutisches Behandlungsprogramm für schwere Gewalttäter eingerichtet. Es ist das erste Projekt mit diesem Zuschnitt in Baden-Württemberg.

Die Gruppe besteht aus acht Teilnehmern, die alle Strafen von mehr als vier Jahren zu verbüßen haben. Die vorhandenen psychischen Störungen sind bereits im Vorfeld der schweren Gewalttat erkennbar geworden, so dass ohne psychotherapeutische Behandlung eine erhebliche Rückfallgefahr besteht.

Die Einzelpsychotherapien finden einmal wöchentlich bei einer externen Psychotherapeutin innerhalb des Gefängnisses in Heimsheim statt, die wöchentlichen Gruppenpsychotherapie-Sitzungen werden gemeinsam von der externen Psychotherapeutin und einem Anstaltspsychologen geleitet.

Verantwortung übernehmen

Die Behandlungskonzeption lehnt sich an bestehende Therapiekonzepte, wie etwa das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter an, dass es in der Heimsheimer Vollzugsanstalt bereist seit 1998 gibt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Als Therapieziele sind unter anderem vorgesehen: die Verantwortungsübernahme für die Straftat, die Entwicklung von Schuld- und Konfliktbewusstsein, die Übernahme der Opferperspektive, das Erkennen eigener Defizite insbesondere in Zusammenhang mit der Tat, der Aufbau von Selbstbewusstsein, Selbstkontrolle und soziale Fertigkeiten und vor allem die Rückfallvermeidung. Die Unterbringung der Strafgefangenen in einer gesonderten Behandlungsabteilung wird angestrebt, ist aber wegen der baulichen Voraussetzungen derzeit noch nicht möglich. Sämtliche Gefangene gehen einer Arbeit innerhalb der Anstalt nach. Die Kernbehandlungszeit ist auf zwei Jahre angelegt.

Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass das Ende Januar 1998 in Kraft getretene Gesetz zur Bekämpfung von Sexualdelikten und anderen gefährlichen Straftaten zwar zu einer Ausweitung der Behandlung von Sexualstraftätern führte, andere nicht minder gefährliche Täter – vor allem schwere Gewaltstraftäter – hiervon aber weitgehend unberücksichtigt blieben.

Beitrag für den Opferschutz

Die Maßnahme dient dem Opferschutz, denn nach gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen könne durch eine Therapie das Risiko eines Rückfalls deutlich reduziert werden. Bei dieser Maßnahme handelt es sich in Baden-Württemberg um das erste Projekt einer umfassenden psychotherapeutischen Behandlung schwerer Gewaltstraftäter im Regelstrafvollzug.

Bundesweit einmalig ist das Projekt auch im Hinblick auf seine Finanzierung. Es reiht sich ein in insgesamt drei in Baden-Württemberg durchgeführte Modellversuche zur Behandlung gefährlicher Gewalt- und Sexualstraftäter, deren Kosten aus Sondermitteln des Landtages von Baden Württemberg und aus Zuwendungen (zu 20 Prozent) der Behandlungsinitiative Opferschutz – und damit von Bürgern – getragen werden.

An der Eröffnungsfeier am 14. Dezember werden zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Justiz teilnehmen.

Erstellt am: 29.11.2007

© www.pz-news.de · Pforzheimer Zeitung
Verlag und Druck
J. Esslinger GmbH & Co. KG

Therapie für Sexualstraftäter (stimme.de)

http://stimme.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/art1960,1128535


Therapie für Sexualstraftäter

Von Panja Schollbach
Hinter den orangefarbenen Zellentüren im
Behandlungszentrum der JVA Mannheim setzen sich
die Gefangenen mit ihrer Straftat auseinander.
Foto: AP
Image

Mannheim - Das neue Behandlungszentrum „Gewalt- und Sexualstraftäter“ im Mannheimer Gefängnis wirkt auf den ersten Blick wie ein Paradies für Straftäter. Die Gefangenen leben in wohnlichen, geräumigen Zimmern mit großen Fenstern und Vorhängen, die Zellentüren sind in einem warmen Orangeton gestrichen. Doch der erste Eindruck trügt. Die Fenster in dem Spezialtrakt sind vergittert, wenn die Türen hinter den Beamten ins Schloss fallen, werden die Schlüssel umgedreht.

Das bundesweit einzigartige Pilotprojekt will durch eine zweijährige Therapie die Rückfallquote von Gewalt- und Sexualstraftätern senken. „Unser Ziel ist Prävention und Opferschutz“, erklärt der Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim, Romeo Schüssler. „Der Preis, den die Gefangenen für die schönen Hafträume bezahlen, ist, sich intensiv mit ihrer Straftat auseinanderzusetzen “, betont der Jurist. Er warnt vor voreiligen Schlüssen: „Das Behandlungszentrum ist kein Streichelzoo.“

Keine Pädophilen Die ersten Patienten sind zehn Sexualstraftäter, die wegen Vergewaltigung und Kindesmissbrauch zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und sechs Jahren verurteilt wurden. Darunter seien aber keine Pädophilen.

Um die Verurteilten für die Therapie zu gewinnen, war Überzeugungsarbeit nötig. „Es ist keiner aus ureigenstem Antrieb gekommen. Wären wir nicht zu den Gefangenen gegangen und hätten erklärt, dass die Therapie gut für sie ist - es wäre keiner in dieser Abteilung“, sagt Diplom-Psychologe Matthias Freunscht. Er ist einer von drei Psychotherapeuten, die mit den Gefangenen präventive Strategien entwickeln. Das Ziel: ein Leben ohne Straftaten möglich machen.

Auf Anregung der „Behandlungsinitiative Opferschutz“ hatte der Landtag 200 000 Euro zur Behandlung gefährlicher Straftäter in Mannheim, Heimsheim und Heilbronn zur Verfügung gestellt. Nach Mannheim fließen rund 70 000 Euro. Für das Zentrum wurde ein Stockwerk des alten JVA-Wirtschaftsgebäudes umgebaut. Nun stehen vier Einzel- und vier Gemeinschaftszellen, eine Küche und ein Gruppenraum zur Verfügung .

„Das Wesentliche an der Therapie ist der Wohngruppenvollzug und die Kombination von Einzel- und Gruppentherapie“, so Freunscht. „Unsere Therapie findet auch zwischen den Sitzungen statt. Die neuen Erkenntnisse muss man im Alltag umsetzen können.“ Im ersten Teil sollen soziale Kompetenzen erworben werden. Die zweite Etappe werde steiniger, prophezeit der Psychologe. „In der Gruppentherapie ist der Straftäter gezwungen, in sich hineinzusehen und das Deliktszenario in Einzelteilen vor den anderen Teilnehmern darzustellen.“ Für die meisten ein Problem. „Diejenigen, die sich die Tat eingestehen, sind der Meinung, dass das nie wieder vorkommt.“ Oft eine Fehleinschätzung mit Folgen. Impulskontrolle und der Umgang mit Aggressionen stehen unter anderem auf dem Therapieplan.

Nachsorge „Von der Therapie erwarte ich mir die Antwort auf die Frage Warum?“, sagt ein Bewohner. Wegen versuchter Vergewaltigung seiner Frau wurde der 42-Jährige zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt. In Zukunft will sich die JVA auch um die Nachsorge der Straftäter kümmern. „Wir wollen eine Ambulanz einrichten, um die Betreuung der Straftäter auch nach der Haftentlassung fortsetzen zu können“, so Schüssler.

Copyright © 2007 by stimme.de

Neues Therapiezentrum für Gewalttäter in Mannheim (neuro-online.de)

http://www.neuro-online.de/news/kliniken_praxen/,
navigation_id,151,artikel_id,115345,_psmand,8.html


Täter und Tat - Neues Therapiezentrum für Gewalttäter in Mannheim

16.11.2007 MANNHEIM (dpa/lsw) - Das neue Behandlungszentrum "Gewalt- und Sexualstraftäter" im Mannheimer Gefängnis wirkt auf den ersten Blick wie ein Paradies für Straftäter. Die Gefangenen leben in wohnlich eingerichteten, geräumigen Zimmern mit großen Fenstern und Vorhängen, die Zellentüren sind in einem warmen Orangeton gestrichen. Doch der erste Eindruck trügt.


Die Fenster in dem Spezialtrakt sind vergittert, abends werden die Schlüssel umgedreht, die schweren Zellentüren fallen hinter den Beamten ins Schloss.

Das bundesweit einzigartige Pilotprojekt, das am Donnerstag nachmittag mit der Eröffnung des Zentrums an den Start gehen sollte, will durch eine spezielle Therapie die Rückfallquote von Sexualstraftätern und anderen Gewalttätern senken. "Unser Ziel ist Prävention und Opferschutz", erklärt der Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim, Romeo Schüssler. "Der Preis, den die Gefangenen für die schönen Hafträume bezahlen, ist sich intensiv mit ihrer Straftat auseinanderzusetzen", betont der JVA- Chef. Der Jurist warnt vor voreiligen Schlüssen: "Das Behandlungszentrum ist kein Streichelzoo"

Die ersten Patienten sind zehn Sexualstraftäter die wegen Vergewaltigung und Kindesmissbrauch zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und sechs Jahren verurteilt wurden. Unter den Teilnehmern der auf zwei Jahre ausgelegten Therapie seien aber keine Pädophilen, sagt Schüssler.

Um die Verurteilten für die Therapie zu gewinnen, war im Vorfeld viel Überzeugungsarbeit nötig. «Es ist keiner aus ureigenstem Antrieb gekommen. Wären wir als Therapeuten nicht zu den Gefangenen gegangen und hätten erklärt, dass die Therapie gut für sie ist - es wäre definitiv keiner in dieser Abteilung», sagt der Diplom-Psychologe Matthias Freunscht. Der JVA- Therapeut ist einer von insgesamt drei Psychotherapeuten, die das Projekt betreuen und mit den Gefangenen präventive Strategien entwickeln.
Das Ziel: ein Leben ohne Straftaten möglich machen.

Auf Anregung der «Behandlungsinitiative Opferschutz» hatte der baden-württembergische Landtag 200 000 Euro zur Behandlung gefährlicher Straftäter in Mannheim, Heimsheim und Heilbronn zur Verfügung gestellt. In die Justizvollzugsanstalt Mannheim fließen davon rund
70 000 Euro. Für das Behandlungszentrum wurde ein Stockwerk des alten JVA-Wirtschaftsgebäudes umgebaut, nun stehen vier Einzel- und vier Gemeinschaftszellen, eine Küche und ein Gruppenraum zur Verfügung - Platz für zwölf Teilnehmer.

"Das Wesentliche an der Therapie ist der Wohngruppenvollzug und die Kombination von Einzel- und Gruppentherapie", so Freunscht. "Unsere Therapie findet auch zwischen den Sitzungen statt. Die neuen Erkenntnisse muss man im Alltag mit den anderen umsetzen können." Die Mannheimer JVA habe bisher vor allem Einzeltherapien angeboten. "Das ist oft wie eine Turnübung im luftleeren Raum", glaubt Freunscht.

In einem ersten Teil der Therapie soll es um den Erwerb sozialer Kompetenzen gehen. Die zweite Etappe werde steiniger, prophezeit der Psychologe. "In der Gruppentherapie ist der Straftäter gezwungen, in sich hineinzusehen und das Deliktszenario in Einzelteilen vor den anderen Teilnehmern darzustellen." Für die meisten ein Problem.
"Diejenigen, die sich die Tat eingestehen sind der Meinung, dass das nie wieder vorkommt." Oftmals eine Fehleinschätzung mit Folgen. Impulskontrolle und der Umgang mit Aggressionen stehen unter anderem auf dem Therapieplan.

"Von der Therapie erwarte ich mir die Antwort auf die Frage Warum?", erklärt einer der neuen Bewohner des Behandlungszentrums.
Wegen versuchter Vergewaltigung seiner Frau wurde der 42-Jährige zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

In Zukunft will sich die größte Haftanstalt im Land nicht nur um Prävention, sondern auch um die Nachsorge der im Behandlungszentrum therapierten Straftäter kümmern.
"Wir wollen eine Ambulanz einrichten, um die Betreuung der Straftäter auch nach der Haftentlassung fortsetzen zu können", betont JVA-Chef Schüssler.

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Neue Abteilung für Sexualtäter (BNN)

Badische Neueste Nachrichten vom 12.11.2007



Ziele sind Prävention und Opferschutz (br-online.de)

http://www.br-online.de/mittagsmagazin/1611jvamannheim.shtml


Gewalt- und Sexualstraftäter

Ziele sind Prävention und Opferschutz



Das Pilotprojekt soll in Baden-Württemberg die Rückfälligkeit von Sexualstraftätern mit gezielten Therapien deutlich vermindern. Dort sollen zunächst zehn verurteilte Sexualstraftäter zwei Jahre lang in Gruppen- und Einzeltherapien behandelt werden. Wie die Gefängnisleitung in Mannheim mitteilte, ist durch entsprechende Versuche in der Schweiz wissenschaftlich belegt, dass bei einer gezielten Behandlung deutlich weniger Sexualstraftäter rückfällig werden.


Finanziert wird das Projekt zum größten Teil vom baden-württembergischen Landtag. Zwanzig Prozent der Kosten übernimmt die Initiative Opferschutz, ein Zusammenschluss aus Richtern, Staatsanwälten, Psychiatern und anderen Berufsgruppen. Die Therapie ist auf zwei Jahre angelegt und kombiniert bewährte Methoden mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. "Unser Ziel ist Prävention und Opferschutz", erklärt der Leiter der JVA Mannheim, Romeo Schüssler. "Das Wesentliche an der Therapie ist der Wohngruppenvollzug und die Kombination von Einzel- und Gruppentherapie", sagt der Diplom-Psychologe der JVA, Matthias Freunscht. Die neu gewonnenen Erkenntnisse aus der Therapie könnten verurteilte Straftäter sofort im Alltag mit den anderen Gruppenmitgliedern umsetzen.
Die ersten Patienten sind zehn Sexualstraftäter, die wegen Vergewaltigung und Kindesmissbrauch zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und sechs Jahren verurteilt wurden. Unter den Teilnehmern seien aber keine Pädophilen, fügte Schüssler hinzu.

Copyright (c) dpa - br-online.de

Einfach nur wegsperren ist keine Lösung (rnz.de)

http://www.rnz.de/zusammen10/00_20071116085200_Einfach_nur_wegsperren_ist_keine_Loesung.html

„Einfach nur wegsperren ist keine Lösung"

Hinter den Mauern der Justizvollzugsanstalt Mannheim werden gefährliche Straftäter seit gestern in der neuen Behandlungsabteilung therapiert. Neben vier Einzel- und vier Doppelzellen gibt es auch einen Gruppenraum.

Von Stefan Hagen

"Die Therapie ist ein wichtiger Bestandteil der Resozialisierung. Einfach nur wegsperren ist keine Lösung". Regierungsdirektor Romeo Schüssler, Leiter der Justizvollzugsanstalt Mannheim (JVA), machte gestern unmissverständlich deutlich, dass die Gesellschaft ein Recht auf den bestmöglichen Schutz vor Straftätern hat. Und dazu gehöre auch eine wirkungsvolle Therapie, um die Rückfallquote nachhaltig zu senken.

Denn irgendwann öffnen sich die Tore wieder", sagte Schüssler anlässlich der gestrigen Eröffnung der Behandlungsabteilung für Gewalt- und Sexualstraftäter. Mit diesem Projekt geht die JVA Mannheim als erste Regelvollzugsanstalt in Baden-Württemberg bei der Therapie von Straftätern neue Wege.

Mit gezielten Einzel- und Gruppentherapien soll das Rückfallrisiko vermindert werden, denn "bisher wurden rund 50 Prozent der Gewalt- und Straftäter ohne Therapie aus der Haft entlassen", kritisierte Richter Klaus Böhm von der "Behandlungsinitiative Opferschutz". Deshalb habe man immer wieder neue Maßnahmen gefordert und sei damit im Stuttgarter Landtag auf offene Ohren gestoßen. "Das nenne ich verantwortungsvolle Politik", sagte Böhm.

So stellt der Landtag nun erstmals Mittel zur Behandlung von gefährlichen Straftätern in den Haftanstalten Mannheim, Heimsheim und Heilbronn zur Verfügung. Die auf zwei Jahre ausgelegte Therapie wird vom Land mit 100 000 Euro pro Jahr finanziert. "Die restlichen Mittel sollen durch Spenden zusammenkommen", hofft Böhm auf weitere Geldgeber. "Ein Großteil der Straftäter bekommt bis heute keine individuelle Behandlung. Da haben wir einen großen Nachholbedarf", unterstrich auch CDU-Landtagsfraktionschef Stefan Mappus die Notwendigkeit des neuen Projekts.

"Dieser Ansatz muss unterstützt und gefördert werden", betonte der CDU-Politiker. Schließlich wolle man den Schutz der Bevölkerung optimieren. Ins gleiche Horn stieß Ministerialdirektor Michael Steindorfner vom Justizministerium. "Für die Landesregierung hat der Schutz der Bürger vor Sexualstraftätern oberste Priorität". Mannheim sei im Gesamtkonzept ein wichtiger Baustein. Er sei überzeugt, sagte Steindorfner, "dass die Abteilung über die Pilotphase hinaus eine anerkannte Einrichtung wird". Die neuen Maßnahmen sollen die Gefangenen in erster Linie dazu befähigen, nach der Entlassung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Dazu werden in der Therapie allgemeine rückfallverhütende Einstellungen, Fähigkeiten und Ressourcen aufgebaut beziehungsweise gefestigt. Außerdem wird eine intensive Deliktberatung mit Rückfallprophylaxe durchgeführt. Für die Realisierung des Modellversuchs hat die JVA Mannheim gesonderte Räumlichkeiten mit mehreren Zellentrakten innerhalb der Anstalt eingerichtet. Dort sind die zunächst zehn Gefangenen dauerhaft untergebracht.

"Aber eine Wunderheilung darf man nicht erwarten", zeigte sich Anstaltsleiter Schüssler realistisch. Auch werde man mit der Therapie nicht jeden Täter erreichen. "Das zu denken, wäre blauäugig". Aber für die Gefangenen werde die Therapie "kein Zuckerschlecken".

Copyright (c) rnz-online

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Sexualverbrecher effektiv therapieren (stuttgarter-zeitung.de)

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1567071?lastupdate=2007-11-15_09:17:25




Sexualverbrecher effektiv therapieren

JVA Mannheim
Das Mannheimer Gefängnis
Foto: dpa



In der JVA Mannheim finden Straftäter Hilfe in einer gezielten Therapie Mannheim - Neue Wege in der Therapie für Sexualstraftäter: In der Mannheimer Justizvollzugsanstalt (JVA) ist am Donnerstag die neue Behandlungsabteilung "Gewalt- und Sexualstraftäter" eröffnet worden. Damit komme die JVA dem wachsenden Bedürfnis nach Behandlung dieser Häftlinge entgegen, hieß es. Als erste Regelvollzugsanstalt in Baden-Württemberg will die JVA mit gezielten Einzel-und Gruppentherapien das Rückfallrisiko von Straftätern vermindern. Die Therapie ist auf zwei Jahre angelegt und kombiniert den Angaben zufolge bewährte Methoden mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

"Unser Ziel ist Prävention und Opferschutz", erklärte der Leiter der JVA Mannheim, Romeo Schüssler vor der Eröffnung. Das Therapieangebot startet in Mannheim zunächst mit zehn Straftätern, die langjährige Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb und sechs Jahren wegen Sexualdelikten - insbesondere Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs von Kindern - verbüßen.

In einem sanierten Zellentrakt außerhalb des Hauptgebäudes hat die JVA insgesamt vier Einzel- sowie vier Doppelzimmer für die Spezialabteilung geschaffen. Insgesamt stehen zwölf Therapieplätze zur Verfügung. Bei der Behandlung geht es um die Aufarbeitung der Tat und das Erlernen sozialer Kompetenzen. Den Patienten sollen Methoden an die Hand gegeben werden, sich in bestimmten für sie gefährlichen Situationen korrekt zu verhalten, ohne erneut straffällig zu werden. Betreut werden die Straftäter dabei von zwei Anstaltspsychologen und einem externen Psychologen. Nach einer späteren Entlassung sollen die Patienten die Möglichkeit haben, psychotherapeutisch nachbetreut zu werden.

"Das Wesentliche an der Therapie ist der Wohngruppenvollzug und die Kombination von Einzel- und Gruppentherapie", erklärt der Diplom-Psychologe der JVA, Matthias Freunscht. Die neu gewonnenen Erkenntnisse aus der Therapie könnten die verurteilte Straftäter sofort im Alltag mit den anderen Gruppenmitgliedern umsetzen. Auf Anregung der "Behandlungsinitiative Opferschutz" hatte der baden-württembergische Landtag Haushaltsmittel zur Behandlung gefährlicher Sexualtäter in den Gefängnissen Mannheim, Heimsheim und Heilbronn zur Verfügung gestellt.

In der größten baden-württembergischen Haftanstalt in Mannheim und der Außenstelle des Gefängnisses in Heidelberg verbüßen derzeit rund 750 Gefangene ihre Haftstrafen, darunter rund 70 Sexualstraftäter. Im Rahmen des Projekts plant die JVA Mannheim eigenen Angaben zufolge die Einrichtung einer Ambulanz zur Täter- Betreuung nach der Haftentlassung.

Mehr Informationen im Internet:
www.behandlungsinitiative-opferschutz.de

(c) dpa/lsw

15.11.2007 - aktualisiert: 15.11.2007 16:00 Uhr

Behandlung von Sexualverbrechern startet (pr-inside)

 URL:http://www.pr-inside.com/de/projekt-zur-behandlung-von-sexualverbrechern-start-r273435.htm
Eingetragen am 02.11.2007

Gefangene in der JVA sollen einer zweijährigen Gruppen- und Einzeltherapie unterzogen werden
Projekt zur Behandlung von Sexualverbrechern startet in Mannheim

(PR-inside.com 30.10.2007 12:47:54)
Im Mannheimer Gefängnis werden Gewalt- und Sexualstraftäter künftig in einer speziellen
Abteilung untergebracht und behandelt. Wie die Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim und die
Behandlungsinitiative Opferschutz am Dienstag mitteilten, sollen dort zunächst zehn Gefangene
einer zweijährigen Gruppen- und Einzeltherapie unterzogen werden, darunter vor allem
Kinderschänder und Vergewaltiger.

Mannheim (ddp). Im Mannheimer Gefängnis werden Gewalt- und Sexualstraftäter
künftig in einer speziellen Abteilung untergebracht und behandelt. Wie die Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim und die Behandlungsinitiative Opferschutz am Dienstag mitteilten, sollen dort zunächst zehn Gefangene einer zweijährigen Gruppen- und Einzeltherapie unterzogen werden, darunter vor allem Kinderschänder und Vergewaltiger.

Die Abteilung wird am 15. November eröffnet.

Den Angaben zufolge soll das in Baden-Württemberg bislang einmalige Pilotprojekt zu einer
Reduzierung des Rückfallrisikos beitragen. Für die Behandlung stehen zwei Anstaltspsychologen
und ein externer Psychologe zur Verfügung. Bei der Therapie sollen sich die Teilnehmer intensiv
mit ihren Straftaten auseinandersetzen sowie Einstellungen und Fähigkeiten aufbauen, mit denen
sie einen Rückfall verhüten können.

Die Gefangenen werden hierfür dauerhaft in eigenen Zellentrakten mit zusätzlichen Gruppenräumen untergebracht. Sie sollen aber alle einer Arbeit innerhalb der JVA nachgehen.

©(ddp)

Therapieren statt Wegsperren (fr-online.de)

Schutz vor Sexualstraftätern

Therapieren statt Wegsperren

Viele Sexualstraftaten könnten nach Überzeugung von Experten verhindert werden,
wenn Täter nicht nur weggesperrt, sondern therapiert würden.

Einige Politiker beginnen umzudenken und wollen die Rückfallquoten senken.
     
Karlsruhe - Noch nie saßen in Deutschland so viele Straftäter im Gefängnis. Das Statistische Bundesamt zählte zuletzt 64 512 Erwachsene und Jugendliche, die eine Haft verbüßen. Ursache für den Rekord ist jedoch nicht wachsende Kriminalität. Die Fallzahlen sinken, wie der vor vier Monaten erschienene Sicherheitsbericht der Bundesregierung belegt, seit Jahren. Aber die Verurteilten sitzen länger, weil die verhängten Strafen höher sind.

Das entspricht dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung. Denn wer hinter Gittern sitzt, kann keine neuen Straftaten begehen. Diese Sicherheit kann jedoch nur vorübergehend halten. Denn für 62 237 der 64 512 Personen werden sich die Gefängnistore wieder öffnen. Nur drei Prozent haben "lebenslang", 375 Häftlinge befinden sich in Sicherungsverwahrung. Folglich hängt der Schutz der Bevölkerung ganz wesentlich von der Rückfallquote ab. Und da sieht es bisher schlecht aus. Etwa die Hälfte der Inhaftierten wird erneut straffällig, bei jugendlichen Häftlingen ist die Wahrscheinlichkeit sogar noch höher.

Michael Böhm, Strafrichter am Oberlandesgericht Karlsruhe, fordert seit langem mehr Weitsicht beim Opferschutz. "Nach wie vor werden Gewalt- und Sexualstraftäter ohne notwendige Therapie nach Verbüßung ihrer Haftstrafe entlassen und stellen deshalb eine erhebliche Gefährdung der Bevölkerung dar", schreibt Böhm in einem aktuellen Beitrag der Zeitschrift für Rechtspolitik. Therapien für Straftäter seien entgegen der landläufigen Meinung nicht unnütz, sondern nach wissenschaftlichen Studien ein wirkungsvolles Mittel, potenzielle Opfer zu schützen. "Neuere Untersuchungen gehen sogar davon aus, dass durch intensive Behandlungsmaßnahmen die Rückfallquote bei Sexualstraftätern mehr als halbiert werden kann", schreibt Böhm und bezieht sich auf Erhebungen in Zürich und Österreich.

Unterstützt wird die These auch von Hans-Ludwig Kröber, Psychiater und Lehrstuhlinhaber an der Berliner Charité. Hans-Ludwig Kröber begutachtet seit vielen Jahren Straftäter;

 

 

Strafvollzug

Im Maßregelvollzug werden Täter behandelt, wenn ein Strafgericht dies anordnet.

"Freiheitsentziehende Maßregeln der Besserung und Sicherung" sind die Unterbringung psychisch kranker Täter in einem psychiatrischen Krankenhaus (Paragraf 63 Strafgesetzbuch) und die Unterbringung Suchtkranker in einer Entziehungklinik (Paragraf 64).

In der Praxis kommt in den Maßregelvollzug nur, wer wegen der Sucht oder psychischen Erkrankung nicht voll schuldfähig war. Im normalen Strafvollzug aber sind Therapien selten. jow


Nach Untersuchungen Kröbers ist die Rückfallgefahr von Sexualstraftätern weit geringer, wenn sie wegen Persönlichkeitsstörungen in Psychiatrien im so genannten Maßregelvollzug behandelt werden als wenn sie aus dem normalen Strafvollzug entlassen werden. Auf einer Tagung in Mainz mit sieben Psychiatrien, die mit Straffälligen arbeiten, bezifferte Kröber in der vergangenen Woche die Rückfallquote mit zehn bis zwanzig Prozent - statt 50 Prozent im normalen Strafvollzug. "Hier wird sich einiges tun müssen", so das Fazit des Psychiaters.

Für Axel Boetticher, Strafrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe, sind die Erfolge der Psychiatrien ein klarer Beleg dafür, dass therapeutische Arbeit mit Straffälligen Früchte trägt. Angesichts leerer Kassen werde aber im Normalvollzug zu wenig und viel zu spät mit den Häftlingen gearbeitet - und damit am falschen Ende gespart.

Baden-Württemberg hat nun umgedacht. Auf Initiative der dortigen CDU-Fraktion wurden erstmals 100 000 Euro pro Jahr für einen Modellversuch zur Verfügung gestellt. Justizminister Ullrich Goll (FDP) will Sexualstraftäter früher therapieren und verweist auf die Erfolge in Zürich. Die Erkenntnis, dass Resozialisierung kein "Sozialklimbim" ist, wächst. "Das ist eine sinnvolle zusätzliche Investition in die Sicherheit der Menschen", so Goll. Ursula Knapp


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Dokument erstellt am 02.04.2007 um 17:12:02 Uhr
Letzte Änderung am 02.04.2007 um 18:14:31 Uhr
Erscheinungsdatum 03.04.2007
 

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