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Wer wird (und bleibt) warum Gewalt- und Sexualstraftäter? (www.nzz.ch)

http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/wer_wird_und_bleibt_warum_gewalt-_und_sexualstraftaeter_1.581352.html


Wer wird (und bleibt) warum Gewalt- und Sexualstraftäter?


Umfassende Studie über Herkunft, Behandlung und deliktische Laufbahn von 469 erwachsenen VerurteiltenDer Psychiatrisch-Psychologische Dienst des Zürcher Amtes für Justizvollzug hat fünf Jahre lang die Akten von 469 verurteilten Gewalt- und Sexualstraftätern unter die Lupe genommen. Die Studienresultate untergraben zwar einige Vorurteile, werfen aber auch viele neue Fragen auf. Eine Charakterisierung des «typischen Täters» ist kaum möglich.

brh. Das grösste Risiko, Gewalt- oder Sexualstraftäter zu werden (und zu bleiben), ist das männliche Geschlecht: eine lapidare und dennoch zutreffende Feststellung aus dem Munde eines Fachmannes, der es wissen muss. Frank Urbaniok, Chefarzt und Leiter des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes (PPD) des Zürcher Amtes für Justizvollzug, hat am Mittwoch in der Strafanstalt Pöschwies die «Zürcher Forensik-Studie» vorgestellt. Sie ist von ihm und seinem Team verfasst sowie vom Bundesamt für Justiz unterstützt worden (siehe Kasten), und sie analysiert den privaten, beruflichen und deliktischen Werdegang von 469 erwachsenen, verurteilten Gewalt- und Sexualstraftätern. Die Verfasser und Amtschef Thomas Manhart sprachen vor den Medien von einer europaweit erstmaligen Untersuchung und gaben gleichzeitig zu, mit den gewonnenen Erkenntnissen wohl mehr Fragen aufzuwerfen, als Antworten zu liefern. Plakative, populistische Schlussfolgerungen wie der eingangs erwähnte «Risikofaktor Geschlecht» sind im hundertachtzigseitigen Bericht nicht zu finden.

Nullrisiko gibt es nicht

Immerhin räumt die Studie mit einigen gängigen Vorurteilen auf und bietet Ansätze für weitere, gezielte Forschungsarbeiten. Ziel all dieser Bemühungen ist es, präventiv eingreifen zu können, also Gewalt- und Sexualstraftaten überhaupt zu verhindern, Verurteilte im Strafvollzug oder in der therapeutischen Behandlung richtig anzupacken und – ganz wichtig – das Rückfallrisiko zu senken. Die «Zürcher Forensik-Studie» ist ein Schritt von vielen auf diesem Weg, die Ziele sind ambitiös, und Frank Urbaniok weist zu Recht darauf hin, dass es ein Nullrisiko im Umgang mit Gewalttätern nie geben wird. Einmalig an seiner neusten wissenschaftlichen Untersuchung ist die gezielte Eingrenzung des Personenkreises. Es wurden nicht, wie sonst üblich, sämtliche Gefängnisinsassen oder eine gewisse Anzahl von gerichtspsychiatrischen Gutachten beleuchtet, sondern 469 Erwachsene, inner- oder ausserhalb von Anstalten, die im August 2000 beim Amt für Justizvollzug in irgendeiner Form registriert waren. Sie alle sind wegen Gewalt- oder Sexualdelikten mit einer Massnahme oder Freiheitsstrafe von mindestens zehn Monaten Dauer verurteilt worden. Die Wissenschafter führten keine Gespräche mit ihnen, sondern konsultierten Urteile, psychiatrische Gutachten und weitere Verfügungen im Zusammenhang mit den Straftaten. 96 Prozent der Untersuchten waren Männer, 44 Prozent Ausländer, und das Durchschnittsalter betrug 35,5 Jahre. Bei der Unterscheidung nach Nationen fällt auf, dass sich die in der Studie erfassten Schweizer Täter häufiger wegen Sexualdelikten verantworten mussten und die Ausländer häufiger wegen Gewaltdelikten. Besonders hoch ist der Anteil an Schweizern bei sexuellem Missbrauch von Kindern (77 Prozent); hier warf PPD-Leiter Urbaniok an der Medienorientierung ein, man müsse allenfalls das Anzeigeverhalten noch vertieft untersuchen.

Eine Ausbildung, aber keinen Job

Zu den überraschenden Studienergebnissen gehört ein Befund in Bezug auf die Ausbildung der Gewalt- und Sexualtäter: Die Autorinnen und Autoren stellen fest, das Ausbildungsniveau der Untersuchten entspreche ziemlich exakt jenem der durchschnittlichen Bevölkerung in der Schweiz; eine schlechte Ausbildung müsse demzufolge nicht als besonderer Risikofaktor gewürdigt werden – eine Schlussfolgerung, die vom Bundesamt für Justiz nicht geteilt wird. In der Studie wird allerdings ebenso festgehalten, dass die berufliche Integration der Verurteilten signifikant schlechter ist als jene in der durchschnittlichen Bevölkerung: mehr als ein Drittel war zum Tatzeitpunkt nicht berufstätig. Die Täter weisen also eine abgeschlossene Berufsausbildung auf, schaffen es später aber nicht, eine Stelle zu bekommen oder zu halten. Auffallend ist weiterhin, dass bei den Arbeitslosen der Anteil der Ausländer höher ist und unter den Rentenbezügern deutlich mehr Schweizer zu finden sind. Was den Zivilstand betrifft, sind die 469 Untersuchten deutlich weniger häufig verheiratet als die Durchschnittsbewohner in der Schweiz. Projektleiter Urbaniok und Mitverfasserin Astrid Rossegger zogen aus diesen Ergebnissen den vorsichtigen Schluss, es stünden bei den Ursachen von Gewalt- und Sexualdelikten weniger soziale Faktoren im Vordergrund als Auffälligkeiten in der Persönlichkeitsstruktur. Überdurchschnittlich hoch ist auch der Anteil schizophren erkrankter Täter.

Vorstrafen als grosses Risiko

Ein grosser Teil der Verurteilten war vor Verüben des Gewalt- oder Sexualdelikts therapeutisch behandelt worden (46 Prozent ambulant und 35 Prozent stationär), und zwei Drittel der Täter kannten ihre späteren Opfer bereits zuvor. Als ein wesentlicher Risikofaktor erweisen sich in der «Forensik-Studie» die Vorstrafen: Zwei Drittel der Untersuchten ist vorbestraft, ein Drittel sogar einschlägig, also mit einem Gewalt- oder Sexualdelikt. «Einschlägig Vorbestrafte bergen das grösste Risiko dafür, erneut einschlägig straffällig zu werden», so das Fazit von Chefarzt Frank Urbaniok. Besonderes Augenmerk legt er in der Studie deshalb darauf, ob und wie sich der von ihm entwickelte neue therapeutische Ansatz auf die Rückfallgefahr auswirkt. Im Kanton Zürich werden Straftäter seit einigen Jahren deliktorientiert behandelt; im Zentrum der Auseinandersetzung steht also das Delikt und nicht die Befindlichkeit des Täters. Urbaniok weist mit der neuen Behandlungsmethode zwar gute Resultate auf, diese basieren jedoch auf einer äusserst dünnen Datenlage: Von vierzig Tätern, die an einer deliktorientierten Intensivtherapie teilgenommen hatten, sind zwei einschlägig rückfällig geworden. – Das ist immerhin ein erfreulicher Trend und das deutlich besseres Ergebnis im Vergleich zu jenen Verurteilten, die anders oder gar nicht therapiert wurden.

Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG

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Behandlung von Sexualverbrechern startet (pr-inside.com)

 URL:http://www.pr-inside.com/de/projekt-zur-behandlung-von-sexualverbrechern-start-r273435.htm
Eingetragen am 02.11.2007


Gefangene in der JVA sollen einer zweijährigen Gruppen- und Einzeltherapie unterzogen werden
Projekt zur Behandlung von Sexualverbrechern startet in Mannheim

(PR-inside.com 30.10.2007 12:47:54)
Im Mannheimer Gefängnis werden Gewalt- und Sexualstraftäter künftig in einer speziellen
Abteilung untergebracht und behandelt. Wie die Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim und die
Behandlungsinitiative Opferschutz am Dienstag mitteilten, sollen dort zunächst zehn Gefangene
einer zweijährigen Gruppen- und Einzeltherapie unterzogen werden, darunter vor allem
Kinderschänder und Vergewaltiger.

Mannheim (ddp). Im Mannheimer Gefängnis werden Gewalt- und Sexualstraftäter
künftig in einer speziellen Abteilung untergebracht und behandelt. Wie die Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim und die Behandlungsinitiative Opferschutz am Dienstag mitteilten, sollen dort zunächst zehn Gefangene einer zweijährigen Gruppen- und Einzeltherapie unterzogen werden, darunter vor allem Kinderschänder und Vergewaltiger.

Die Abteilung wird am 15. November eröffnet.

Den Angaben zufolge soll das in Baden-Württemberg bislang einmalige Pilotprojekt zu einer
Reduzierung des Rückfallrisikos beitragen. Für die Behandlung stehen zwei Anstaltspsychologen
und ein externer Psychologe zur Verfügung. Bei der Therapie sollen sich die Teilnehmer intensiv
mit ihren Straftaten auseinandersetzen sowie Einstellungen und Fähigkeiten aufbauen, mit denen
sie einen Rückfall verhüten können.

Die Gefangenen werden hierfür dauerhaft in eigenen Zellentrakten mit zusätzlichen Gruppenräumen untergebracht. Sie sollen aber alle einer Arbeit innerhalb der JVA nachgehen.

©(ddp)

Therapieren statt Wegsperren (fr-online.de)

Schutz vor Sexualstraftätern

Therapieren statt Wegsperren

Viele Sexualstraftaten könnten nach Überzeugung von Experten verhindert werden,
wenn Täter nicht nur weggesperrt, sondern therapiert würden.

Einige Politiker beginnen umzudenken und wollen die Rückfallquoten senken.
     
Karlsruhe - Noch nie saßen in Deutschland so viele Straftäter im Gefängnis. Das Statistische Bundesamt zählte zuletzt 64 512 Erwachsene und Jugendliche, die eine Haft verbüßen. Ursache für den Rekord ist jedoch nicht wachsende Kriminalität. Die Fallzahlen sinken, wie der vor vier Monaten erschienene Sicherheitsbericht der Bundesregierung belegt, seit Jahren. Aber die Verurteilten sitzen länger, weil die verhängten Strafen höher sind.

Das entspricht dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung. Denn wer hinter Gittern sitzt, kann keine neuen Straftaten begehen. Diese Sicherheit kann jedoch nur vorübergehend halten. Denn für 62 237 der 64 512 Personen werden sich die Gefängnistore wieder öffnen. Nur drei Prozent haben "lebenslang", 375 Häftlinge befinden sich in Sicherungsverwahrung. Folglich hängt der Schutz der Bevölkerung ganz wesentlich von der Rückfallquote ab. Und da sieht es bisher schlecht aus. Etwa die Hälfte der Inhaftierten wird erneut straffällig, bei jugendlichen Häftlingen ist die Wahrscheinlichkeit sogar noch höher.

Michael Böhm, Strafrichter am Oberlandesgericht Karlsruhe, fordert seit langem mehr Weitsicht beim Opferschutz. "Nach wie vor werden Gewalt- und Sexualstraftäter ohne notwendige Therapie nach Verbüßung ihrer Haftstrafe entlassen und stellen deshalb eine erhebliche Gefährdung der Bevölkerung dar", schreibt Böhm in einem aktuellen Beitrag der Zeitschrift für Rechtspolitik. Therapien für Straftäter seien entgegen der landläufigen Meinung nicht unnütz, sondern nach wissenschaftlichen Studien ein wirkungsvolles Mittel, potenzielle Opfer zu schützen. "Neuere Untersuchungen gehen sogar davon aus, dass durch intensive Behandlungsmaßnahmen die Rückfallquote bei Sexualstraftätern mehr als halbiert werden kann", schreibt Böhm und bezieht sich auf Erhebungen in Zürich und Österreich.

Unterstützt wird die These auch von Hans-Ludwig Kröber, Psychiater und Lehrstuhlinhaber an der Berliner Charité. Hans-Ludwig Kröber begutachtet seit vielen Jahren Straftäter;

 

 

Strafvollzug

Im Maßregelvollzug werden Täter behandelt, wenn ein Strafgericht dies anordnet.

"Freiheitsentziehende Maßregeln der Besserung und Sicherung" sind die Unterbringung psychisch kranker Täter in einem psychiatrischen Krankenhaus (Paragraf 63 Strafgesetzbuch) und die Unterbringung Suchtkranker in einer Entziehungklinik (Paragraf 64).

In der Praxis kommt in den Maßregelvollzug nur, wer wegen der Sucht oder psychischen Erkrankung nicht voll schuldfähig war. Im normalen Strafvollzug aber sind Therapien selten. jow


Nach Untersuchungen Kröbers ist die Rückfallgefahr von Sexualstraftätern weit geringer, wenn sie wegen Persönlichkeitsstörungen in Psychiatrien im so genannten Maßregelvollzug behandelt werden als wenn sie aus dem normalen Strafvollzug entlassen werden. Auf einer Tagung in Mainz mit sieben Psychiatrien, die mit Straffälligen arbeiten, bezifferte Kröber in der vergangenen Woche die Rückfallquote mit zehn bis zwanzig Prozent - statt 50 Prozent im normalen Strafvollzug. "Hier wird sich einiges tun müssen", so das Fazit des Psychiaters.

Für Axel Boetticher, Strafrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe, sind die Erfolge der Psychiatrien ein klarer Beleg dafür, dass therapeutische Arbeit mit Straffälligen Früchte trägt. Angesichts leerer Kassen werde aber im Normalvollzug zu wenig und viel zu spät mit den Häftlingen gearbeitet - und damit am falschen Ende gespart.

Baden-Württemberg hat nun umgedacht. Auf Initiative der dortigen CDU-Fraktion wurden erstmals 100 000 Euro pro Jahr für einen Modellversuch zur Verfügung gestellt. Justizminister Ullrich Goll (FDP) will Sexualstraftäter früher therapieren und verweist auf die Erfolge in Zürich. Die Erkenntnis, dass Resozialisierung kein "Sozialklimbim" ist, wächst. "Das ist eine sinnvolle zusätzliche Investition in die Sicherheit der Menschen", so Goll. Ursula Knapp


[ document info ]
Copyright © FR online 2007
Dokument erstellt am 02.04.2007 um 17:12:02 Uhr
Letzte Änderung am 02.04.2007 um 18:14:31 Uhr
Erscheinungsdatum 03.04.2007
 

Gefängnis will Therapien für Sex-Täter (morgenweb.de)

URL:  http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/634065955.html
Mannheimer Morgen - 31.10.2007


Gefängnis will Therapien für Sex-Täter

Justizvollzugsanstalt richtet spezielle Abteilung ein
Land unterstützt Pilotprojekt

Von unserem Redaktionsmitglied Heiko Brohm

Sexualstraftäter können im Mannheimer Gefängnis künftig in einer speziellen Therapieabteilung behandelt werden. Damit soll das Rückfallrisiko nach ihrer Freilassung sinken. Das Land Baden-Württemberg finanziert das Modellprojekt mit 70 000 Euro in zwei Jahren.
Zudem unterstützt die "Behandlungsinitiative Opferschutz" den Versuch.

Bisher sieht es im Mannheimer Gefängnis ganz anders aus: Eine eigene Behandlung für Sexualstraftäter gibt es nicht, die Männer kommen nach Ende ihrer Haft oft "untherapiert" auf freien Fuß. Dabei "wächst das Bedürfnis nach Therapie", sagt Romeo Schüssler, Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA). Studien hätten ergeben, dass das Rückfallrisiko mit Therapien deutlich gesenkt werden könne. Das Programm solle schließlich dem Schutz der Allgemeinheit dienen, es richtet sich nur an solche Häftlinge, die schon in der Mannheimer JVA einsitzen.

Über zehn Plätze kann Schüssler künftig verfügen. "Damit kommen wir vorerst gut hin", sagt der Anstaltschef, denn von den rund 70 Sexualstraftätern in der JVA kämen nur wenige für die Therapie in Betracht. Die ganz schwierigen Fälle sollen weiterhin zur Behandlung in die Anstalt Hohenasperg, die anderen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen: neben Deutschkenntnissen zählt dazu die Bereitschaft zur Mitarbeit, denn gegen seinen Willen könne niemand therapiert werden.

Zwei Anstalts- und ein externer Psychologe übernehmen die zweijährige Betreuung. Darin sollen die Häftlinge in mehreren Schritten lernen, ein Leben ohne Straftaten zu führen. Für das Modellprojekt hat Schüssler einen eigenen Trakt außerhalb des Haupthauses eingerichtet, samt Zellen, Küche und Gruppenraum. Das sei wichtig, schließlich müssten sich die Sexualstraftäter für die Therapie zu ihren Taten bekennen - von anderen Häftlingen müssten sie dann aber Repressalien fürchten.

Möglich wurde das Programm erst durch die "Behandlungsinitiative Opferschutz". Die Gruppe aus Juristen, Vollzugsangehörigen, Psychologen und anderen Berufsgruppen setzt sich für verstärkte Therapien ein, weil nur so der Opferschutz verbessert werden könne. Der Landtag regierte auf das Werben und stellt 200 000 Euro bereit, von denen 70 000 nach Mannheim fließen.

Zudem unterstützt die Initiative auch selbst finanziell das Pilotprojekt in Mannheim.

Romeo Schüssler möchte die Behandlung der Sexualstraftäter auch nach dem Ablauf der zwei Jahre fortführen. Schließlich liegt das Programm auf seiner Linie, solche Insassen gezielt zu unterstützen, die auch selbst Bereitschaft zur Besserung zeigen.

Copyright © www.morgenweb.de
Erscheinungsdatum
31. Oktober 2007

Projekt zur Behandlung von Sexualverbrechern startet in Mannheim (ad-hoc-news.de)

http://www.ad-hoc-news.de/drucken.html?art_id=13942571
Ad-Hoc-News.de - 30.10.2007 12:10


Projekt zur Behandlung von Sexualverbrechern startet in Mannheim


Bild: ddp

Im Mannheimer Gefängnis werden Gewalt- und Sexualstraftäter künftig in einer speziellen Abteilung untergebracht und behandelt. Wie die Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim und die Behandlungsinitiative Opferschutz am Dienstag mitteilten, sollen dort zunächst zehn Gefangene einer zweijährigen Gruppen- und Einzeltherapie unterzogen werden, darunter vor allem Kinderschänder und Vergewaltiger. Die Abteilung wird am 15. November eröffnet.


Den Angaben zufolge soll das in Baden-Württemberg bislang einmalige Pilotprojekt zu einer Reduzierung des Rückfallrisikos beitragen. Für die Behandlung stehen zwei Anstaltspsychologen und ein externer Psychologe zur Verfügung. Bei der Therapie sollen sich die Teilnehmer intensiv mit ihren Straftaten auseinandersetzen sowie Einstellungen und Fähigkeiten aufbauen, mit denen sie einen Rückfall verhüten können.

Die Gefangenen werden hierfür dauerhaft in eigenen Zellentrakten mit zusätzlichen Gruppenräumen untergebracht. Sie sollen aber alle einer Arbeit innerhalb der JVA nachgehen.

ddp/two/kos


Sozialtherapie im Vollzug (justiz.baden-wuerttemberg.de)

http://www.justiz.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1218923/index.html


Sozialtherapie im Vollzug - Neue Abteilung für
Gewaltstraftäter in der JVA Heilbronn eröffnet

Datum:  11.04.2008

Kurzbeschreibung:  Goll: "Eine sinnvolle Ergänzung unseres sozialtherapeutischen Gesamtkonzepts"

„Zentrale Aufgabe des Strafvollzugs ist der Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten und die Resozialisierung der Gefangenen. Das ist kein Widerspruch. Im Gegenteil: Die Gefangenen sollen und müssen befähigt werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Gelingt eine soziale Wiedereingliederung, so ist dies der wirksamste Schutz der Bevölkerung vor weiteren Rechtsbrüchen. Das gilt besonders bei Sexual- und Gewaltstraftätern“. Das sagte Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) am Freitag (11. April 2008) beim Festakt zur Präsentation einer weiteren sozialtherapeutisch ausgerichteten Wohn- und Behandlungsabteilung für Gewaltstraftäter in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn.

Die auf zehn Plätze ausgelegte neue Abteilung in Heilbronn ergänze das sozialtherapeutische Gesamtkonzept des baden-württembergischen Justizvollzugs mit Hilfe der 2005 gegründeten „Behandlungsinitiative Opferschutz“ um einen weiteren sinnvollen Baustein, freute sich der Minister. „Man sollte aber nicht so tun, als sei die Sozialtherapie im Vollzug erst heute erfunden worden“, stellte Goll klar. Der Minister wies darauf hin, dass die Landesregierung dem Schutz der Bevölkerung vor Sexual- und Gewaltstraftaten seit Jahren besondere Aufmerksamkeit widme. „Wir haben in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Praxis vor vielen Jahren eine fundierte Gesamtkonzeption entwickelt. In der Erkenntnis, dass es auch in der Therapie von Straftätern keinen Königsweg gibt, besteht die Konzeption aus mehreren - großen, mittleren und kleinen - Bausteinen, die sich gegenseitig ergänzen und ständig fortgeschrieben werden, um die Therapiesituation im Interesse des Schutzes vor rückfallgefährdeten Tätern weiter zu verbessern“, erläuterte Goll.

Bundesweit vorbildlich arbeite in diesem Bereich seit Jahren auch der landesweite Fonds „Psychotherapie und Bewährung“ beim Verband Bewährungs- und Straffälligenhilfe Württemberg und die Ambulanz für Sexualstraftäter bei der Bewährungshilfe Stuttgart e. V. .

Die neue Behandlungsabteilung in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn stelle nicht nur eine Erweiterung des bisherigen Therapieangebotes für Gefangene dar. Sie sei darüber hinaus ein hervorragendes Beispiel für die engagierte Zusammenarbeit von Richtern, Staatsanwälten, Vollzugsangehörigen, Psychiatern, Psychologen, Psychotherapeuten, Sozialarbeitern, Bewährungshelfern, Journalisten und Rechtsanwälten, bemerkte der Minister. „Mein Dank und meine Anerkennung gilt allen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben und mitarbeiten, besonders der Behandlungsinitiative Opferschutz. Ich bin davon überzeugt, dass die Behandlungsabteilung über das Stadium des Modellversuchs hinaus zu einer anerkannten und etablierten Einrichtung im baden-württembergischen Vollzug wird“, sagte Goll.


Die Sozialtherapie im baden-württembergischen Justizvollzug

Bestehende interne und externe Therapiemöglichkeiten
- Sozialtherapie für Erwachsene in der Sozialtherapeutischen Anstalt Baden-Württemberg auf dem Hohenasperg (60 Plätze)
- Sozialtherapie für junge Gefangene in der JVA Adelsheim (20 Plätze, seit 1997)
- Drogentherapie für junge Gefangene in der Außenstelle Crailsheim (24 Plätze)
- Drogentherapie für erwachsene Gefangene im Justizvollzugskrankenhaus (17 Plätze)
- Deliktsspezifische Psychotherapie in Behandlungsabteilungen in den Schwerpunktanstalten Bruchsal, Freiburg, Heilbronn und Ravensburg (insgesamt 60 Plätze seit 1996)
- Ext. Psychotherapie in allen Justizvollzugsanstalten des Landes (100 Fälle im Jahr, seit 1996)

Bevorstehende Verbesserungen
- 60 sozialtherapeutische Plätze in der JVA Offenburg (ab Mitte 2009)
- Auf- und Ausbau Forensischer Ambulanzen für Probanden aus dem Justiz- und Maßregelvollzug in der Führungsaufsicht (insgesamt 600.000 Euro ab 2008 mit steigendem Kostenaufwand)

Das Heilbronner Modell ist das bislang letzte von drei Pilotprojekten (Mannheim, Heimsheim und Heilbronn), die mit zusätzlichen Haushaltsmitteln finanziert werden. Auf Antrag der Regierungsfraktionen stehen für die Behandlung von Strafgefangenen durch externe Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten für die Jahre 2007/2008 jeweils 100.000 Euro zur Verfügung. Die Vergabe und Verwaltung der Mittel erfolgt durch den landesweit tätigen Fond „Psychotherapie und Bewährung“ bei der Bewährungs- und Straffälligenhilfe Württemberg e.V. Nachdem in Heilbronn bereits seit zehn Jahren Sexualstraftäter behandelt werden, ist die neue sozialtherapeutisch Behandlungsabteilung, die speziell auf Gewaltstraftäter ausgerichtet ist, eine positive Ergänzung für die Behandlung und Unterbringung hochproblematischer Gefangener.

Opferschutz durch Anti-Gewalttraining Heilbronner Gefängnis eröffnet (de.yahoo.com)

http://de.news.yahoo.com/ap/20080411/tde-opferschutz-durch-anti-gewalttrainin-61556ad.html

Opferschutz durch Anti-Gewalttraining Heilbronner Gefängnis eröffnet
dritte Behandlungseinrichtung dieser Art

AP - Freitag, 11. April, 12:35 Uhr

Karlsruhe (AP) Baden-Württemberg geht im Schutz der Bevölkerung vor Gewaltstraftätern neue Wege. Am Freitag wurde im Gefängnis von Heilbronn die dritte sozialtherapeutische Einrichtung eingeweiht, in der Gewaltstraftäter ein gezieltes Anti-Gewalttraining verbunden mit einer Einzeltherapie erhalten. Zehn Gefangene mit einschlägigen Vorstrafen sind dabei in einer Wohngruppe zusammengeschlossen.

Bereits im vergangenen Jahr haben in den Justizvollzugsanstalten Heimsheim und Mannheim ähnliche Behandlungseinrichtungen ihre Arbeit aufgenommen. Nach nationalen und internationalen Untersuchungen ist die Rückfallquote bei behandelten Straftätern nur noch halb so hoch wie bei unbehandelt Entlassenen.

Der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP) sagte bei der Einweihungsveranstaltung in Heilbronn, neben Gesetzesverschärfungen und Sicherungsverwahrung müsse zum Schutz potenzieller Opfer auch die Rückfallquote verringert werden. Nicht alle Straftäter seien von der Haft so beeindruckt, dass sie nach ihrer Entlassung ein straffreies Leben führten. Deshalb müsse die Zeit der Strafverbüßung genutzt werden. Sicher seien nicht alle Gefangenen für eine Behandlung geeignet. Aber es gebe immer noch Bedarf, für mehr Straftäter Behandlungseinrichtungen zu schaffen.

Das Konzept der Heilbronner Einrichtung besteht darin, die Täter mit ihrer Tat zu konfrontieren, die Opferperspektive einzunehmen und mit einem gezielten Anti-Gewalttraining neue Verhaltensmuster zu trainieren. Finanziert wird die Behandlung vom Land. Weitere finanzielle Unterstützung gibt die von Juristen gegründete Behandlungsinitiative Opferschutz.

© 2008 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved

Die Zeit hinter Gittern nutzen (stimme.de)

http://www.stimme.de/nachrichten/heilbronn/art16305,1221792


Die Zeit hinter Gittern nutzen

Von Nicole Amolsch

In der sozialtherapeutisch ausgerichteten Abteilung des Heilbronner Gefängnisses sollen Täter lernen, mit ihrem Gewaltpotenzial umzugehen.

Foto: Andreas Veigel

Heilbronn - Die Rückfallquote der Gewaltstraftäter deutlich zu reduzieren und mögliche Opfer zu schützen, das ist das Ziel des neuen Behandlungsprogramms der Justizvollzugsanstalt Heilbronn. Gestern gab Anstaltsleiter Ulrich Schlicher den Startschuss: „Wir haben den Bedarf für eine solche Abteilung schon länger gesehen, jetzt haben wir die finanziellen Mittel.“

Erfolg versprechen Zahlen aus der Behandlung von Sexualstraftätern nach vergleichbaren Mustern. Hier liegt die Rückfallquote nach bisherigen Erfahrungen bei unter zehn Prozent. Unbehandelte Täter werden dagegen zu 22 bis 25 Prozent rückfällig. „Wir gehen davon aus, dass wir auch bei den Gewaltstraftätern eine ähnliche Verbesserung erreichen können“, gab sich Ulrich Schlicher zuversichtlich.

Drei Trainer Zehn der derzeit etwa 150 wegen Gewalttaten verurteilten Häftlinge in Heilbronn durchlaufen neben einem langfristig angelegten Anti-Gewalttraining eine Gruppentherapie. „Wir bilden hierfür drei Anti-Gewalttrainer aus den Reihen unserer Mitarbeiter aus, die mit den Straftätern arbeiten“, so Schlicher. Ein externer Psychologe betreut die Täter zusätzlich in Einzeltherapien und begleitet sie nach ihrer Haftstrafe auch draußen weiter. Innerhalb der Gefängnismauern hat die JVA eine  sozialtherapeutisch ausgerichtete Abteilung eingerichtet, in der die Gefangenen zusammenwohnen. Die Kosten für dieses Projekt tragen das Land sowie die Behandlungsinitiative Opferschutz aus Karlsruhe.

Konfrontation „Es geht bei der Therapie nicht darum, wie es dem Straftäter persönlich geht“, erläuterte Hans-Alfred Blumenstein von der Behandlungsinitiative. Es gehe darum, ihn mit seinen Vergehen zu konfrontieren und Rückfälle zu verhindern.

Die Täter „nur einzusperren ist keine Erfolgsgarantie“, betonte auch Ulrich Goll, der baden-württembergische Justizminister. „Die Zeit der Strafverbüßung muss genutzt werden. Die Therapie hat hier ihren Platz.“ Auch wenn man sich im Klaren sein müsse, dass nicht alle behandlungsfähig seien.

„Wir nehmen vorrangig Täter in dieses Programm auf, die mehrfach durch Gewalt aufgefallen sind“, erläutert Schlicher. Die Reststrafe muss mindestens ein Jahr betragen, die Häftlinge müssen freiwillig teilnehmen und Deutsch sprechen. Darüber hinaus ist das Programm für die Strafgefangenen vorgesehen, die nach ihrer Entlassung weiter in Deutschland leben.

12.04.2008 00:00


Opferschutz durch bewährtes Therapie-Konzept für Gewaltstraftäter (focus.de)

http://www.focus.de/politik/diverses/
kriminalitaet-opferschutz-durch-bewaehrtes-therapie-konzept-fuer-gewaltstraftaeter_aid_276118.html


Kriminalität

Opferschutz durch bewährtes Therapie-Konzept für Gewaltstraftäter

In einem Heilbronner Gefängnis wurde eine Einrichtung für Kriminelle eröffnet, in der die Gefangenen ein Anti-Gewalttraining absorvieren müssen und eine Einzeltherapie erhalten. Das Konzept, bei dem die Gefangenen in einer Wohngruppe zusammen leben hatte schon in anderen Anstalten Erfolge erzielt.

Baden-Württemberg geht im Schutz der Bevölkerung vor Gewaltstraftätern neue Wege. Am Freitag wurde im Gefängnis von Heilbronn die dritte sozialtherapeutische Einrichtung eingeweiht, in der Gewaltstraftäter ein gezieltes Anti-Gewalttraining verbunden mit einer Einzeltherapie erhalten. Zehn Gefangene mit einschlägigen Vorstrafen sind dabei in einer Wohngruppe zusammengeschlossen.
Bereits im vergangenen Jahr haben in den Justizvollzugsanstalten Heimsheim und Mannheim ähnliche Behandlungseinrichtungen ihre Arbeit aufgenommen. Nach nationalen und internationalen Untersuchungen ist die Rückfallquote bei behandelten Straftätern nur noch halb so hoch wie bei unbehandelt Entlassenen.

Der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP) sagte bei der Einweihungsveranstaltung in Heilbronn, neben Gesetzesverschärfungen und Sicherungsverwahrung müsse zum Schutz potenzieller Opfer auch die Rückfallquote verringert werden. Nicht alle Straftäter seien von der Haft so beeindruckt, dass sie nach ihrer Entlassung ein straffreies Leben führten. Deshalb müsse die Zeit der Strafverbüßung genutzt werden. Sicher seien nicht alle Gefangenen für eine Behandlung geeignet. Aber es gebe immer noch Bedarf, für mehr Straftäter Behandlungseinrichtungen zu schaffen.

Das Konzept der Heilbronner Einrichtung besteht darin, die Täter mit ihrer Tat zu konfrontieren, die Opferperspektive einzunehmen und mit einem gezielten Anti-Gewalttraining neue Verhaltensmuster zu trainieren. Finanziert wird die Behandlung vom Land. Weitere finanzielle Unterstützung gibt die von Juristen gegründete Behandlungsinitiative Opferschutz.

 11.04.08, 14:59
AP

Neue Abteilung für Gewaltstraftäter in der JVA Heilbronn eröffnet (cop2cop.de)

http://www.cop2cop.de/2008/04/11/neue-abteilung-fur-gewaltstraftater-in-der-jva-heilbronn-eroffnet


Neue Abteilung für Gewaltstraftäter in der JVA Heilbronn eröffnet

11.04.2008

„Zentrale Aufgabe des Strafvollzugs ist der Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten und die Resozialisierung der Gefangenen.

 Das ist kein Widerspruch. Im Gegenteil: Die Gefangenen sollen und müssen befähigt werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Gelingt eine soziale Wiedereingliederung, so ist dies der wirksamste Schutz der Bevölkerung vor weiteren Rechtsbrüchen. Das gilt besonders bei Sexual- und Gewaltstraftätern“. Das sagte Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) am Freitag (11. April 2008) beim Festakt zur Präsentation einer weiteren sozialtherapeutisch ausgerichteten Wohn- und Behandlungsabteilung für Gewaltstraftäter in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn.

Die auf zehn Plätze ausgelegte neue Abteilung in Heilbronn ergänze das sozialtherapeutische Gesamtkonzept des baden-württembergischen Justizvollzugs mit Hilfe der 2005 gegründeten „Behandlungsinitiative Opferschutz“ um einen weiteren sinnvollen Baustein, freute sich der Minister. „Man sollte aber nicht so tun, als sei die Sozialtherapie im Vollzug erst heute erfunden worden“, stellte Goll klar. Der Minister wies darauf hin, dass die Landesregierung dem Schutz der Bevölkerung vor Sexual- und Gewaltstraftaten seit Jahren besondere Aufmerksamkeit widme. „Wir haben in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Praxis vor vielen Jahren eine fundierte Gesamtkonzeption entwickelt. In der Erkenntnis, dass es auch in der Therapie von Straftätern keinen Königsweg gibt, besteht die Konzeption aus mehreren - großen, mittleren und kleinen - Bausteinen, die sich gegenseitig ergänzen und ständig fortgeschrieben werden, um die Therapiesituation im Interesse des Schutzes vor rückfallgefährdeten Tätern weiter zu verbessern“, erläuterte Goll.Bundesweit vorbildlich arbeite in diesem Bereich seit Jahren auch der landesweite Fonds „Psychotherapie und Bewährung“ beim Verband Bewährungs- und Straffälligenhilfe Württemberg und die Ambulanz für Sexualstraftäter bei der Bewährungshilfe Stuttgart e. V. .

Die neue Behandlungsabteilung in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn stelle nicht nur eine Erweiterung des bisherigen Therapieangebotes für Gefangene dar. Sie sei darüber hinaus ein hervorragendes Beispiel für die engagierte Zusammenarbeit von Richtern, Staatsanwälten, Vollzugsangehörigen, Psychiatern, Psychologen, Psychotherapeuten, Sozialarbeitern, Bewährungshelfern, Journalisten und Rechtsanwälten, bemerkte der Minister. „Mein Dank und meine Anerkennung gilt allen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben und mitarbeiten, besonders der Behandlungsinitiative Opferschutz. Ich bin davon überzeugt, dass die Behandlungsabteilung über das Stadium des Modellversuchs hinaus zu einer anerkannten und etablierten Einrichtung im baden-württembergischen Vollzug wird“, sagte Goll.

Die Sozialtherapie im baden-württembergischen Justizvollzug

Bestehende interne und externe Therapiemöglichkeiten
Sozialtherapie für Erwachsene in der Sozialtherapeutischen Anstalt Baden-Württemberg auf dem Hohenasperg (60 Plätze) Sozialtherapie für junge Gefangene in der JVA Adelsheim (20 Plätze, seit 1997)- Drogentherapie für junge Gefangene in der Außenstelle Crailsheim (24 Plätze) Drogentherapie für erwachsene Gefangene im Justizvollzugskrankenhaus (17 Plätze) Deliktsspezifische Psychotherapie in Behandlungsabteilungen in den Schwerpunktanstalten Bruchsal, Freiburg, Heilbronn und Ravensburg (insgesamt 60 Plätze seit 1996) Ext. Psychotherapie in allen Justizvollzugsanstalten des Landes (100 Fälle im Jahr, seit 1996)Bevorstehende Verbesserungen

60 sozialtherapeutische Plätze in der JVA Offenburg (ab Mitte 2009) Auf- und Ausbau Forensischer Ambulanzen für Probanden aus dem Justiz- und Maßregelvollzug in der Führungsaufsicht (insgesamt 600.000 Euro ab 2008 mit steigendem Kostenaufwand)Das Heilbronner Modell ist das bislang letzte von drei Pilotprojekten (Mannheim, Heimsheim und Heilbronn), die mit zusätzlichen Haushaltsmitteln finanziert werden. Auf Antrag der Regierungsfraktionen stehen für die Behandlung von Strafgefangenen durch externe Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten für die Jahre 2007/2008 jeweils 100.000 Euro zur Verfügung. Die Vergabe und Verwaltung der Mittel erfolgt durch den landesweit tätigen Fond „Psychotherapie und Bewährung“ bei der Bewährungs- und Straffälligenhilfe Württemberg e.V. Nachdem in Heilbronn bereits seit zehn Jahren Sexualstraftäter behandelt werden, ist die neue sozialtherapeutisch Behandlungsabteilung, die speziell auf Gewaltstraftäter ausgerichtet ist, eine positive Ergänzung für die Behandlung und Unterbringung hochproblematischer Gefangener.


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