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Presseerklärung JVA-MA (01-11-07)


Eröffnung der Behandlungsabteilung „Gewalt- und  Sexualstraftäter“

in der JVA Mannheim am 15.11.2007, 14.00 Uhr

Presseerklaerung-11/07.pdf (51.34 KB)


Ergänzende Projektbeschreibung

Das in der JVA Mannheim am 15.11.2007 beginnende Pilotprojekt zur Behandlung von gefährlichen Sexualstraftätern kombiniert bewährte und wissenschaftlich aner-kannte Behandlungsmethoden. Es stützt sich dabei auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie auf die Erfahrungen im Strafvollzug, in der Sozialtherapie sowie im psychiatrischen Maßregelvollzug tätiger Fachleute. So erhalten die Straf-gefangenen neben einer auf dem bewährten „Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS)“ von Wischka u.a. (2002) basierenden Gruppentherapie zusätzlich eine vorwiegend deliktsorientierte Einzelpsychotherapie.

Eine solche Kombination verschiedener therapeutischer Ansätze bietet nach Er-fahrungen aus der bundesdeutschen Sozialtherapie sowie aus dem Strafvollzug der Schweiz - dem psychiatrisch-psychologischen Dienst - PPD - aus Zürich eine verlässliche Grundlage für eine deutliche Reduzierung des Rückfallrisikos und damit einem effektiven Opferschutz.

Daneben nutzt das Pilotprojekt in Mannheim den Sachverstand eines externen Psychotherapeuten, welcher gemeinsam mit zwei Anstaltspsychologen die psycho-therapeutische Betreuung der in einer gesondert eingerichteten Abteilung unter-gebrachten Strafgefangenen übernimmt. Durch die Einschaltung dieses externen Psychotherapeuten wird sicherstellt, dass die in der Haft begonnene Behandlung nach der Entlassung im Wege der ambulanten psychotherapeutischen Nachsorge fortgesetzt werden kann.

Bundesweit einmalig ist das Projekt auch deshalb, weil es mit den Sondermitteln des Landtages von Baden-Württemberg zur Behandlung gefährlicher Gewalt- und Sexualstraftäter und aus Zuwendungen (zu 20 %) der Behandlungsinitiative Opfer-schutz - und damit von Bürgern -  finanziert wird. Dabei erfolgt die finanzielle Abwicklung über den Fond „Psychotherapie und Bewährung“ des Landes Baden- Württemberg, wobei die dort entwickelten Qualitätsstandards Anwendung finden.

Bei der jetzt in der Justizvollzugsanstalt Mannheim eingerichteten Behandlungs-abteilung handelt es sich um eine wichtige Weiterentwicklung der landesweiten Gesamtkonzeption für die Behandlung von Sexualstraftätern im Justizvollzug.


Im Einzelnen:

Für das Projekt stehen zwei Anstaltspsychologen und ein externer Psychologe (Psychologische Psychotherapeuten) zur Verfügung. Konzipiert ist die neu ange-legte Behandlungsabteilung auf die Durchführung einer zweijährigen Therapie mit Gruppen- und Einzelbehandlung. Die Einzeltherapie dient vor allem der Vor- und Nachbesprechung der Themen der Gruppentherapie, der Krisenintervention und der Bearbeitung von zentralen Beziehungskonflikten. Grundlegende Elemente der Therapie sind Deliktbearbeitung und Rückfallprophylaxe. Die Therapie soll die Gefangenen in erster Linie befähigen, ein Leben ohne Straftaten zu führen. Dazu werden in der Therapie allgemeine rückfallverhütende Einstellungen, Fähigkeiten und Ressourcen aufgebaut bzw. gefestigt und eine intensive Deliktbearbeitung mit Rückfallprophylaxe durchgeführt.

Für die Durchführung des Modellversuchs hat die JVA Mannheim gesonderte Räumlichkeiten mit mehreren Zellentrakten innerhalb der Anstalt eingerichtet (vier Einzel- und vier Doppelzellen, eine Küche mit Küchenzeile und einen extern liegenden Gruppenraum), in welchen die Strafgefangenen dauerhaft untergebracht sind und in denen die Gruppen- und Einzeltherapien durchgeführt werden. Sämtliche Gefangene gehen einer Arbeit innerhalb der Anstalt nach. In die neue Behandlungsabteilung werden zunächst zehn Gefangene aufgenommen, welche alle wegen Sexualstraftaten, insbesondere wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Vergewaltigung, vorbestraft sind und deshalb mehrjährige Haftstrafen zu verbüßen haben.

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