BIOS schließt Kooperationsvertrag mit der Evangelischen Landeskirche Baden.

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Aktuelle BIOS-Presserklärung - Wo kein Täter da kein Opfer

P r e s s e e r k l ä r u n g

Stellungnahme zur Presseveröffentlichung der Bundesregierung

„Die Schwächsten in unserer Gesellschaft schützen“

 

Wo kein Täter - da kein Opfer!

Über die derzeitigen Planungen der Bundesregierung hinaus sind weitere präventive Behandlungsangebote für tatgeneigte Sexual- und Gewaltstraftäter notwendig! Da Übergriffe auf Kinder mehrheitlich von Männern drohen, die im diagnostischen Sinne nicht pädophil sind, muss es auch für diese Gruppe Therapieeinrichtungen geben. Dies fordert die in Karlsruhe ansässige Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V., welche in mehreren Behandlungsstützpunkten in Süddeutschland etwa 140 sogenannte tatgeneigte Personen behandelt.

Soweit es sich um die Gefahr sexueller Übergriffe auf Kinder handelt, sind nach den bisherigen Erfahrungen des dortigen Präventionsprogramms „Keine Gewalt und Sexualstraftat begehen“ entsprechend allgemeiner wissenschaftlicher Erkenntnisse nur etwa 20% der Betroffenen „pädophil“. Bei der überwiegenden Mehrheit besteht aus anderen Gründen (u.a. mangelndes Selbstbewusstsein, schwierige soziale und Partnerbeziehungen, Machtphantasien und mangelnde Empathiefähigkeit) die Befürchtung, dass sie sich an einem Kind vergehen könnten.

Gerade für diese Personen bestehen aber bundesweit gesehen kaum Behandlungsangebote. Aus Sicht des präventiven Opferschutzes braucht es deshalb dringend eine Ausweitung des Therapieangebots. Derzeit reisen viele potentielle Straftäter - sog. Tatgeneigte - nach Baden-Württemberg, weil sie aufgrund fehlender Diagnose der „Pädophilie“ keine anderweitige Hilfe finden. Dies wird sich auch durch jetzige Planungen der Bundesregierung nicht ändern. Vielmehr bedarf es bundesweit mehr allein am präventiven Opferschutz ausgerichtete Anlaufstellen und eine auch für diese Einrichtungen gesicherte Finanzierung, an welcher es bisher fehlt.

Diese Forderung entspricht auch Art. 22 der Richtlinie 2011/93/EU des Europäischen Parlamentes und Rates vom 13.12.2011 zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern sowie der Kinderpornografie sowie zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2004/68/JI des Rates, nach welcher die Mitgliedstaaten die erforderlichen Maßnahmen zu treffen haben, um sicherzustellen, dass Personen, die befürchten, dass sie eine der Straftaten nach den Artikeln 3 bis 7 der Richtlinie begehen könnten, gegebenenfalls Zugang zu wirksamen Interventionsprogrammen oder -maßnahmen erhalten können, die dazu dienen, das Risiko möglicher Straftaten einzuschätzen und zu verhindern.

Karlsruhe, den 29. April 2014

Weitere Hintergrundinformationen hierzu finden Sie im Folgenden:

 

Die Notwendigkeit solcher weiterer Präventions-Behandlungsangebote ergibt sich auch aus dem nachfolgend als pdf eingestellten Beitrag in der BNN vom 20.02.2103.

 

BNN-Artikel vom 21.12.2014

 

Hier ein LINK zu einer SWR-Reportage am 20.02.2014:

 

http://www.swr.de/zur-sache-baden-wuerttemberg/soll-der-handel-mit-kinder-nacktfotos-verboten-werden/-/id=3477354/did=12910502/nid=3477354/1iis655/index.html

 

Hier der LINK zu der EU-Richtlinie:

 

EU-Richtlinie v. 13.12.2011

 

Ergänzung EU Richtlinie

 

Hier finden Sie das Tatgeneigten Programm sowie einen aktuellen Zwischenbericht:

 

Tatgeneigten-Programm- Stand 1.1.2013

 

Zwischenbericht Präventionsprogramm v. 25.11.2013

 

Hier finden Sie Informationen zum Thema Pädosexualität anhand eines Vortrags von Dr. Heinz Scheurer, dem BIOS für die Erlaubnis zum Abdruck dankt.

 

Vortrag-Dr. Scheurer-Pädosexuelle-Folien

 

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