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Presseerklärung v. 20.04.2014 Posing Bilder - Kinder brauchen mehr Schutz

P r e s s e e r k l ä r u n g

„Posing-Bilder“: Kinder brauchen mehr Schutz!

Aus Sicht des präventiven Opferschutzes sollte der Gesetzgeber alles unternehmen, was dem Schutz von Kindern dient.

„Posing-Fotos“ von Kindern sind dem sexuellen Missbrauch zuzuordnen.   Konsumenten von „Posing- und kinderpornographischen Bildern“ schaffen einen Markt zur Herstellung solcher Aufnahmen. Damit sind die Konsumenten – und nicht nur die Hersteller - solcher Fotos verantwortlich für die Umstände, unter denen sie zustande kommen, nämlich durch Drohung, Manipulation, Zwang und Gewalt auf Kinder, die bestimmte, sexuell stimulierende Posen einnehmen sollen.

Kinder oder auch Jugendliche auf „Posing-Bildern“ leiden daran, dass ihre Bilder einer häufig großen Zahl von interessierten Personen, wie im Internet, angeboten werden. Sie empfinden intensive und zeitlich überdauernde Scham- und Schuldgefühle. Erschwerend kommt hinzu, dass „Posing-Bilder“, wie die Erfahrung in der Arbeit mit Tätern und Opfern zeigt, häufig „nur“ der Beginn eines schweren sexuellen Missbrauchs sind. Kindern, von denen „Posing-Bilder“ angefertigt werden, sind nämlich häufig im weiteren Verlauf Opfer eines schweren sexuellen Missbrauchs. Besonders in „Tauschbörsen“ werden diejenigen Personen, welche „Posing-Bilder“ zur Verfügung stellen, oft von anderen Nutzern dazu motiviert, auch Bilder zu produzieren und zur Verfügung zu stellen, die eindeutige sexuelle Handlungen mit dem auf den „Posing-Bildern“ abgebildeten Kindern zeigen. Immer wieder werden auch Bilderserien verkauft bzw. getauscht, die eine Abfolge vom Posing bis hin zu Abbildungen des schweren sexuellen Missbrauchs präsentieren.

Auf der Seite der Konsumenten sind „Posing-Bilder“ häufig Vorboten für weitere Sexualdelikte, die noch mit größerer Schädlichkeit verbunden sind. Aus unserer Arbeit mit Tätern und Tatgeneigten können wir eindeutig feststellen, dass die Mehrzahl der Konsumenten von kinderpornographischem Material zunächst „Posing-Bilder“ betrachteten, welche auch im Netz relativ einfach zu finden sind und bei denen bisher keine Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung besteht, sie dann aber im Laufe der Zeit auch Bezugsquellen für kinderpornographisches Material mit eindeutigen sexuellen Missbrauchshandlungen suchen. Wie beim sexuellen Missbrauch und bei der Kinderpornographie liegen dem Betrachten und Sammeln von „Posing-Bildern“ unterschiedliche destruktive Motive, Bedürfnisse und Wünsche zu Grunde. In der Regel wird ein Bündel unterschiedlicher Motive vorhanden sein: insbesondere pädophile Neigungen oder aber sehr häufig auch ein Ausweichen auf Kinder, da man Angst vor Sexualität mit erwachsenen Frauen hat. Andere Motive sind: Sexueller Kick; Dissozialität bzw. sexuelle Verwahrlosung.

Deshalb bedürfen Personen, welche solche Aufnahmen regelmäßig betrachten, ebenso eines therapeutischen Behandlungsangebots wie Personen, welche regelmäßig kinderpornografische Bilder konsumieren oder aber zur Begehung sexueller Übergriffe an Kindern neigen oder solche schon begangen haben. Es besteht sehr oft eine erhebliche Therapienotwendigkeit, um künftige Gefahren für Kinder abzuwehren. Insoweit ist therapeutisch vor allem eine Bearbeitung von Phantasien dieser - aus Sicht des präventiven Opferschutzes -durchaus tatgeneigten Personen angezeigt.

Kinder bedürfen daher unseres Schutzes.  Dafür benötigen wir neben der Aufklärung über die Schädlichkeit der Herstellung und des Konsums von „Posing-Bildern“ ein ausreichendes bundesweites Behandlungsangebot, weil man letztendlich nur hierdurch Kinder vor solchen Übergriffen schützen kann. Denn wo kein Täter, da kein Opfer!

Solche Behandlungsangebote bestehen bereits in Baden-Württemberg. Unter anderem werden dort in dem BIOS-Präventionsprojekt „Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen“ derzeit bereits etwa 140 sog. Tatgeneigte betreut.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter www.bios-bw.de.

Anbei auch der derzeitige Referentenentwurf (siehe hierzu Seite 35):

Referentenentwurf der Bundesregierung

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Michael Böhm

1. Vorsitzender

Karlsruhe, den 20. April 2014

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