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BPG-Fortbildung in der JVA Offenburg vom 25. bis 27.4.2012



Einladung


Fortbildung „Behandlungsprogramm für Gewaltstraftäter“
vom 25. bis 27. April 2012 in der JVA Offenburg

Die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. und die Justizvollzugsanstalt
Offenburg führen die Fortbildung „Behandlungsprogramm für Gewalttäter“ durch.
Als Referenten konnten wir MPsych. Steve Feelgood, Leiter der Sozialtherapeutischen
Abteilung der JVA Brandenburg, und Dipl.-Psych. Antje Ott, tätig in der Sozialtherapeutischen
Abteilung der JVA Wriezen, gewinnen.

Die Tagung richtet sich vor allem an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Strafvollzug
Baden-Württemberg aus dem Psychologischen Dienst, dem Sozialdienst und dem Allgemeinen
Vollzugsdienst, die ein konkretes Interesse an der Arbeit mit dem Behandlungsprogramm für
Gewalttäter haben, aber auch Mitglieder und Unterstützer der Behandlungsinitiative Opferschutz
(BIOS-BW) e.V. sowie der Forensischen Ambulanz Baden (FAB) können zugelassen werden.

Die Fortbildung beginnt am 25. April 2012 um 10:00 Uhr
und endet am 27. April 2012 um ca. 14:30 Uhr.

Übernachtungsmöglichkeiten können von Seiten der JVA Offenburg nicht zur Verfügung gestellt
werden, Reisekosten sind evtl. von der Entsendeanstalt zu übernehmen. Eine Teilnahme am
Mittagessen in der Kantine der JVA Offenburg wird nach Voranmeldung gegen einen Unkostenbeitrag
möglich sein.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung fallen für Sie keine Kosten an, da diese von der Behandlungs-
Initiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. getragen werden.

Wegen der begrenzten Teilnehmeranzahl ist eine Anmeldung erforderlich. Die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer der Fortbildung erhalten alsbald nach Eingang der Anmeldung eine Benachrichtigung per
E-Mail über ihre Zulassung.

Bitte teilen Sie Ihre verbindliche Anmeldung per E-Mail mit – an
                                                                             Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
und geben Sie an, ob Sie am Mittagessen teilnehmen wollen.
Rückfragen sind ebenfalls unter dieser Adresse möglich.

Zu der Tagung laden wir Sie herzlich ein. Das Fortbildungsprogramm ist beigefügt.

Mit freundlichen Grüßen


Klaus Böhm                                                              René Cuadra

1. Vorsitzender BIOS                                               (Oberpsychologierat)


Das Fortbildungsprogramm und Informationen zum BPG finden Sie als pdf-Dokumente außerdem unten.


Tagungsprogramm

Behandlungsprogramm für Gewaltstraftäter  • Ablauf der Fortbildung


Tag 1

• Begrüßung

• Erwartungen von der Fortbildung

• Ablauf der Fortbildung


• Was ist Gewalt?

• Formen der Gewalt

• Wirksamkeit der Behandlung von Gewaltstraftätern



• Was ist BPG?

• Vorstellung der Module

• Einführung in die Module


Tag 2

• Fortsetzung der Einführung in die Module


Tag 3

• Fortsetzung der Einführung in die Module

• Auswertung der Fortbildung

 

Hier das ausführliche Tagungs-Programm als pdf.

 

Informationen zum BPG:

Das Behandlungsprogramm für Gewalttäter (BPG) ist eine Übersetzung der „Violent
Offender Therapeutic Program“, welches von der New South Wales Department
of Corrective Services, Australien entwickelt wurde. Ein Großteil der Gefangenen
sind Gewalttäter. Außerdem zählen sie zu einer Gruppe, die wegen ihrer potentiellen
Rückfälligkeit nach der Entlassung große Sorge in der Gesellschaft hervorrufen.
Das BPG wurde entwickelt, um Gewalt in der Gesellschaft und den Gefängnissen zu
reduzieren. Diese Ziele werden durch ein strukturiertes, therapeutisches und
pädagogisches Programm für Gewalttätererzielt.
 
Laut aktueller Berichte und Forschungen aus den Bereichen der Kriminalpsychologie
und der Täterwiedereingliederung (siehe Andrews, 1995; Andrews et al., 1990;
Howells & Day, 1999; Howells, Watt, Hall & Baldwin, 1997), bestehen drei grundlegende
Prinzipien, die notwendig für effektive Strafvollzugsinterventionen sind:
 
1. Risiko: Intensive und umfangreiche therapeutische Maßnahmen erzielen die besten
    Ergebnisse, wenn sie den Tätern mit höherem Risiko zugeteilt werden.

2. Bedürfnisse: Therapeutische Angebote sollten die Veränderung der kriminogenen
    Bedürfnisse oder dynamischen Risikofaktoren anstreben.

3. Ansprechbarkeit: Hierbei handelt es sich um die Auswahl von geeigneten therapeutischen
    Ansätzen und Methoden. Die wirkungsvollsten therapeutischen Ansätze sind die, die auf die
    individuellen Eigenschaften der Täter ansprechen, insbesondere die Bedürfnisse, Umstände
    und Lernstile der Täter (Andrews, 1995).

Die Strafvollzugsinterventionsforschung hat darauf hingewiesen, dass im Vergleich zu anderen
Stichproben, Straftäter Interventionen benötigen, die kognitive und behaviorale Ansätze
anwenden (Andrews, 1995; Antonowicz & Ross, 1994). Derartige Interventionen sind strukturiert,
aktiv und ziel - orientiert. Die Module verwenden soziales Lernen, Lernen am Modell und Verstärkung
von prosozialen / antikriminellen Verhaltensweisen, graduiertes Training neuer Fähigkeiten, Rollenspiele,
Bewusstmachen von Ressourcen und praktische verbale Vorschläge (Howells & Day, 1999).


Aufgrund dieser Ergebnisse ist es unerlässlich bei Vollzugsinterventionen
diese Prinzipien zu berücksichtigen.

Die Forschung weist darauf hin, dass wirksame Vollzugsinterventionen für Gewalttäter theoretisch und
empirisch fundiert sein sollten. Zudem sollten diese Programme auf einer systematischen, ausführlichen
Diagnostik und Beurteilung der Bedürfnisse basieren und auf Täter mit ernsthaft gewalttätigem Verhalten
zielen. (Hall, 1998). Außerdem sollten diese Programme die veränderbaren psychischen Faktoren behandeln.
(Howells & Day, 1999) Die wichtigsten kriminogenen Bedürfnisse von Gewalttätern, auf die die Behandlung
zielen sollte, sind: Wut, Impulsivität, zwischenmenschliche und Problemlösungsdefizite, soziale Fertigkeiten,
aggressive Einstellungen und feindselige Attributionen, gewaltdeliktfördernde Rechtfertigungen und
Rationalisierungen, die Befürwortung von dissozialen / pro-kriminellen Einstellungen, moralische Einstellungen,
Stimmungen, Einbindung in die kriminelle Subkultur und Isolierung von nicht kriminell eingestellten Menschen,
Mangel an Empathie und Substanzmissbrauch (Serin & Preston, 2000; Hall, 1998; Howells & Day, 1999).

 

 Die vollständige Erklärung des Programms finden Sie hier als pdf.

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