BIOS schließt Kooperationsvertrag mit der Evangelischen Landeskirche Baden.

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BIOS Fachberatungstelle

Ab 1.1.2013 wird bei der von BIOS getragenen Forensischen Ambulanz Baden (FAB) eine Fachberatungsstelle zur Verhinderung von Gewalt- und Sexualstraften aufgebaut, welche auch eine Rechtsberatung umfassen soll. Sie können diese bereits jetzt unter der Rufnummer 0721 470 43937 kontaktieren und ggf. einen Beratungstermin vereinbaren (Ansprechpartner Herr Rudy).

Während das ONLINE-Betraungsangebot derzeit noch im Aufbau ist, wurde zum 11.10.2013 schon eingeführt:

 

BIOS Fachberatungsstelle

gegen sexuellen Missbrauch in Institutionen, Schulen und Einrichtungen

Hier finden Sie die Konzeption:

 

 

 

 

BIOS Fachberatungsstelle

 

gegen sexuellen Missbrauch in Institutionen, Schulen und Einrichtungen

 

 

 

Stand: 11. Oktober 2013

 

 

 

Gliederung

 

 

 

1.         Einführung

 

2.         Zielgruppen und Rahmenbedingungen

 

3.         Konzept

 

4.         Ziele

 

5.         Organisationsfragen

 

 

 

Zur besseren Lesbarkeit wird im Text das männliche Genus verwendet, dieses steht sinngemäß für beide

 

Geschlechter.

 

 

 

1.         Einführung

 

 

 

Die Problematik von Übergriffen in Institutionen, Schulen und Einrichtungen ist in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, zahlreiche Berichte in den Medien haben diesem Thema eine erhöhte Aufmerksamkeit verschafft. Die Folge waren Präventionsprogramme, Entschädigungszahlungen, die Schaffung neuer Stellen und neuer Beauftragter. Diese Ansätze beinhalten vielfach nur theoretische Handlungs-ansätze. Die Verunsicherung in den einschlägigen Berufsgruppen ist jedoch groß, zum einen, was im konkreten Fall zu tun ist, zum anderen besteht trotz großer Sensibilität gegenüber diesem Thema die Befürchtung, nicht selbst als Mitarbeiter, Jugendleiter o.ä. in den Fokus zu geraten.

 

 

 

Die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. hat erkannt, dass es in diesem Bereich eines konkreten Handlungskonzeptes bedarf, um missbräuchliche Vorgänge schnellstmöglich zu unterbrechen und zugleich die Opfer bzw. neue Opfer vor weiteren Übergriffen zu schützen. Auch soll den Mitarbeitern ein Arbeiten und Wirken ermöglicht werden, welches nicht von vornherein einem Generalverdacht untersteht und damit ein unbelastetes und natürliches Verhältnis zu den Schutzbefohlenen zulässt. Auch gilt es, auf die möglichen Folgen für die Tatverdächtigen hinzuweisen, deren Existenz im Falle einer offiziellen Beschuldigung unabhängig vom Ausgang jedweden Verfahrens äußerst gefährdet sein kann.

 

 

 

Eben dieser Zwiespalt erzeugt ein Spannungsfeld, welches es für alle Beteiligten schwierig macht zu agieren und wodurch möglicherweise wertvolle Zeit verloren geht. Auf dieses Spannungsfeld soll durch eine Fachberatungsstelle für Institutionen, Schulen und Einrichtungen zugegangen und konkrete Interventionsmöglichkeiten angeboten werden.

 

 

 

Wichtig hierbei ist es, die Handlungsfähigkeit der Institution, Schule oder Einrichtung bzw. deren beteiligte Mitarbeiter zu erhalten und zu stärken. Dabei sollen bestehende Angebote eng mit eingebunden und vernetzt werden. Hierzu gehört vor allem das BIOS-Angebot zur „Akutversorgung von Opfern von Gewalt- und Sexualstraftaten“, welches badenweit unter anderem durch eine Fachtherapeutin für Psychotraumatologie angeboten wird und den Opfern eine schnelle Hilfe ermöglichen sollen. Weiter zählt hierzu das BIOS-Präventionsprogramm der Forensischen Ambulanz Baden (FAB) „Keine Gewalt oder Sexualstraftat begehen“ für sog. tatgeneigte Personen, in welchem auch - potentielle - Täter kurzfristig eine psychotherapeutische Behandlung erhalten können. Durch dieses soll der Fortgang inkriminierter Handlungen unterbrochen werden, und zwar unabhängig davon, ob im konkreten Fall ein strafrechtliches Verfahren eingeleitet wird oder nicht.

 

Unter dem Begriff „Tatgeneigte“ werden in der von der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. getragenen Forensischen Ambulanz Baden (FAB) Personen erfasst, die - soweit bekannt - noch nicht wegen eines begangenen Gewalt- oder Sexualdeliktes auffällig geworden sind, die sich jedoch entweder in ihren Phantasien die Begehung eines Gewalt- oder Sexualdelikts vorstellen bzw. sich dazu gedrängt fühlen oder aber im Dunkelfeld bereits als Täter agiert haben, und bei denen aufgrund ihrer psychischen Disposition mit der Begehung eines solchen Übergriffs insbesondere bei tatbegünstigenden Situationen zu rechnen ist.

 

2.         Zielgruppen und Rahmenbedingungen

 

 

 

Das Angebot richtet sich an Institutionen, Schulen, Vereine und Einrichtungen, die aufgrund ihres inhaltlichen Auftrags besonders prädestiniert sind, Raum für sexuelle Übergriffe zu bieten (Erziehungsheime, Tagesstätten, Jugendabteilungen von Sport-vereinen etc.) bzw. in deren Rahmen man sich als Mitarbeiter auch in einem brisanten und übersensibel beobachteten Bereich befindet.

 

 

 

Die Fachberatungsstelle kann genutzt werden

 

 

 

-       als Bildungsmodul -beiBedarf an einem Beratungsangebot mit Erarbeitung eines speziell auf die Institution zugeschnittenen Handlungskonzeptes im Sinne eines Bildungsmoduls unter Verleihung eines nach außen sichtbaren Gütesiegels (BIOS Opferschutzsiegel), um ein klares Zeichen von Handlungskompetenz als Institution nach außen zu setzen,

 

 

 

-       als reines Präventionsangebot -bei Verdacht auf missbräuchliches Verhalten, jedoch mangelnder Beweislast, um dem potentiellen Täter zu verdeutlichen, sein Tun zu unterbrechen. Gleichzeitig wird ihm damit unterschwellig vermittelt, an wen er sich wenden kann, um den Ursachen seines Handelns auf den Grund zu gehen (FAB - Präventionsprogramm: „Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen“).

 

 

 

-       als Clearingstelle - bei konkretem Vorliegen missbräuchlichen Verhaltens und offenkundigen Bekanntsein des Täters in der Institution. Insoweit wird zusammen mit einem Rechtsanwalt bzw. mehreren Rechtsanwälten eine Intervention angeboten, um die „Starre“, die ein solcher Vorgang auslöst, möglichst schnell zu beseitigen und den Beteiligten klare Möglichkeiten für eine Lösung vor allem innerhalb der Institution aufzuzeigen, um so vor allem das missbräuchliche Verhalten schnellstmöglich zu stoppen. Solche Möglichkeiten können u.a. sein: persönliche Ansprache, Strafanzeige, mögliche arbeitsrechtliche Folgen, Überleitung ins FAB-Präventionsprogramm: „Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen“.

 

3. Konzept

 

 

 

Mit dem Bildungsmodul sowie der Clearingstelle soll als Ziel der BIOS-Beratungsstelle erreicht werden, dass Mitarbeiter von Institutionen, Schulen, Vereinen und Einrichtungen im konkreten Falle zeitnah Handlungskompetenz erlangen, um sachgerecht reagieren und so das inkriminierte Verhalten zu unterbrechen. Ziel ist es, neben einer im Einzelfall notwendigen strafrechtlichen Ahndung des Täters, das Opfer bzw. potentielle weitere Opfer schnellstmöglich vor weiteren Übergriffen zu schützen. Insoweit steht das Programm im Einklang mit dem Vereinsziel der Verbesserung des präventiven Opferschutzes im Lande.

 

Das Bildungsmodul umfasst speziell die Institution betreffende Grundlagen, um schon im Vorfeld in der täglichen Arbeit entsprechende Vorfälle und Verdächtigungen auszuschließen. Hierzu werden in einem Vorgespräch die individuellen Belange der Einrichtung (Heimbereich, Betreuungsbereich, Freizeitbereich, Klientel etc.) geklärt und anschließend mit allen Beteiligten ausgearbeitet.

 

 

 

Themen hierbei sind:

 

-           Auswahl der Mitarbeiter (erweitertes Führungszeugnis/direktes Ansprechen der

 

          möglichen Risiken und Beobachtung der Reaktion darauf etc.),

 

-           Betrachtung des Arbeitsfeldes,

 

-           Bewusstmachung von Risikosituationen als Mitarbeiter/Strategien zum Selbst-schutz,

 

-           rechtliche Absicherung (Herstellung eines Kontakts zu einem Rechtsanwalt, der

 

            im Bedarfsfall als Opferschutzpartner kompetent beraten kann,

 

-           Erkennen von Anzeichen sexueller Missbrauchshandlungen,

 

-           Elternarbeit.

 

 

 

Im Weiteren soll erarbeitet werden, wie sich die Mitarbeiter konkret bei Verdachts-momenten verhalten sollen:

 

-           Dokumentation der Vorfälle,

 

-           Benennung von Ansprechpartnern/Vertrauenspersonen,

 

-           Information der Leitung,

 

-           Besprechung im Team,

 

-           Ansprechen des Verdächtigen,

 

-           mögliche Inanspruchnahme der BIOS-Clearingstelle (s.u.)

 

Zum Schluss werden verschiedene Wege und deren Konsequenzen für den weiteren Verlauf besprochen:

 

 

 

-           Arbeitsrechtliche Konsequenzen (Kündigung, Versetzung, Abmahnung),

 

-           strafrechtliche Konsequenzen, wenn eine Anzeige erfolgen soll,

 

-           Verzicht auf im Einzelfall wenig erfolgsversprechende Strafanzeigen, statt dessen Sicherstellung der Akutversorgung für das Opfer sowie der Behandlung des Täters im BIOS - Präventionsprogramm der FAB „Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen“,

 

-           Abgleich mit den einrichtungsspezifischen bzw. rechtlichen Vorgaben in solchen

 

          Fällen (Offenbarungspflicht etc.).

 

 

 

Zum Abschluss des Moduls wird der Institution das „BIOS-Opferschutz-Gütesiegel“ verliehen, um nach außen Handlungskompetenz zu vermitteln.

 

 

 

Die Clearingstelle kann hinzugezogen werden, wenn eine konkrete Tat nachweisbar begangen wurde, um möglichst schnell zu agieren. Hier werden im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung unter Hinzuziehung eines Anwalts die möglichen o.g. Handlungswege erarbeitet und erörtert, die möglichen Folgen und Konsequenzen aufgezeigt (z.B. Mitarbeiter müssen evtl. gegen einen Kollegen als Zeuge vor Gericht aussagen) und die Betroffenen in ihrer Entscheidungsfähigkeit unterstützt.

 

 

 

Im Rahmen der Clearingstelle erfolgt jedoch keine gezielte Beratung im Hinblick auf eine konkrete Handlungsanweisung. Ziel des Programms ist es lediglich, Handlungswege aufzuzeigen, die Entscheider handlungsfähig zu machen und dadurch weitere Übergriffe zu verhindern. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen liegt allein in der Verantwortung der Betroffenen.

 

 

 

4.         Ziele

 

 

 

-       Opferschutz durch die Stärkung von Handlungskompetenz,

 

-       Opferschutz durch die Schaffung eines von Normalität und Sicherheit geprägten Arbeitsumfelds,

 

-       Opferschutz durch Eröffnung von Handlungsalternativen unabhängig eines strafrechtlichen Verfahrens,

 

-       Opferschutz durch direkte und schnelle Intervention, um missbräuchliches Verhalten zu unterbrechen.

 

 

 

5.         Organisationsfragen

 

 

 

Weitere Informationen hierzu können über das Sekretariat der Ambulanz (Tel. 0721 470 43933; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) erfragt werden.

 

 

 

Thomas Rudy

 

Sozialpädagoge

 

Hier die Konzeption als pdf zum Download

Konzeption-BIOS-Fachberatungsstelle

 

 

 

Neu: BIOS Fachberatungsstelle gegen sexuellen Missbrauch in Institutionen, Schulen und Einrichtungen

Konzeption

BIOS Fachberatungsstelle

gegen sexuellen Missbrauch in Institutionen, Schulen und Einrichtungen

 

Stand: 11. Oktober 2013

 

Gliederung

 

1.         Einführung

2.         Zielgruppen und Rahmenbedingungen

3.         Konzept

4.         Ziele

5.         Organisationsfragen

 

Zur besseren Lesbarkeit wird im Text das männliche Genus verwendet, dieses steht sinngemäß für beide

Geschlechter.

 

1.         Einführung

 Die Problematik von Übergriffen in Institutionen, Schulen und Einrichtungen ist in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, zahlreiche Berichte in den Medien haben diesem Thema eine erhöhte Aufmerksamkeit verschafft. Die Folge waren Präventionsprogramme, Entschädigungszahlungen, die Schaffung neuer Stellen und neuer Beauftragter. Diese Ansätze beinhalten vielfach nur theoretische Handlungs-ansätze. Die Verunsicherung in den einschlägigen Berufsgruppen ist jedoch groß, zum einen, was im konkreten Fall zu tun ist, zum anderen besteht trotz großer Sensibilität gegenüber diesem Thema die Befürchtung, nicht selbst als Mitarbeiter, Jugendleiter o.ä. in den Fokus zu geraten.

Die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. hat erkannt, dass es in diesem Bereich eines konkreten Handlungskonzeptes bedarf, um missbräuchliche Vorgänge schnellstmöglich zu unterbrechen und zugleich die Opfer bzw. neue Opfer vor weiteren Übergriffen zu schützen. Auch soll den Mitarbeitern ein Arbeiten und Wirken ermöglicht werden, welches nicht von vornherein einem Generalverdacht untersteht und damit ein unbelastetes und natürliches Verhältnis zu den Schutzbefohlenen zulässt. Auch gilt es, auf die möglichen Folgen für die Tatverdächtigen hinzuweisen, deren Existenz im Falle einer offiziellen Beschuldigung unabhängig vom Ausgang jedweden Verfahrens äußerst gefährdet sein kann.

Eben dieser Zwiespalt erzeugt ein Spannungsfeld, welches es für alle Beteiligten schwierig macht zu agieren und wodurch möglicherweise wertvolle Zeit verloren geht. Auf dieses Spannungsfeld soll durch eine Fachberatungsstelle für Institutionen, Schulen und Einrichtungen zugegangen und konkrete Interventionsmöglichkeiten angeboten werden.

Wichtig hierbei ist es, die Handlungsfähigkeit der Institution, Schule oder Einrichtung bzw. deren beteiligte Mitarbeiter zu erhalten und zu stärken. Dabei sollen bestehende Angebote eng mit eingebunden und vernetzt werden. Hierzu gehört vor allem das BIOS-Angebot zur „Akutversorgung von Opfern von Gewalt- und Sexualstraftaten“, welches badenweit unter anderem durch eine Fachtherapeutin für Psychotraumatologie angeboten wird und den Opfern eine schnelle Hilfe ermöglichen sollen. Weiter zählt hierzu das BIOS-Präventionsprogramm der Forensischen Ambulanz Baden (FAB) „Keine Gewalt oder Sexualstraftat begehen“ für sog. tatgeneigte Personen, in welchem auch - potentielle - Täter kurzfristig eine psychotherapeutische Behandlung erhalten können. Durch dieses soll der Fortgang inkriminierter Handlungen unterbrochen werden, und zwar unabhängig davon, ob im konkreten Fall ein strafrechtliches Verfahren eingeleitet wird oder nicht.

Unter dem Begriff „Tatgeneigte“ werden in der von der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. getragenen Forensischen Ambulanz Baden (FAB) Personen erfasst, die - soweit bekannt - noch nicht wegen eines begangenen Gewalt- oder Sexualdeliktes auffällig geworden sind, die sich jedoch entweder in ihren Phantasien die Begehung eines Gewalt- oder Sexualdelikts vorstellen bzw. sich dazu gedrängt fühlen oder aber im Dunkelfeld bereits als Täter agiert haben, und bei denen aufgrund ihrer psychischen Disposition mit der Begehung eines solchen Übergriffs insbesondere bei tatbegünstigenden Situationen zu rechnen ist.

2.         Zielgruppen und Rahmenbedingungen

Das Angebot richtet sich an Institutionen, Schulen, Vereine und Einrichtungen, die aufgrund ihres inhaltlichen Auftrags besonders prädestiniert sind, Raum für sexuelle Übergriffe zu bieten (Erziehungsheime, Tagesstätten, Jugendabteilungen von Sport-vereinen etc.) bzw. in deren Rahmen man sich als Mitarbeiter auch in einem brisanten und übersensibel beobachteten Bereich befindet.Die Fachberatungsstelle kann genutzt werden

-       als Bildungsmodul -beiBedarf an einem Beratungsangebot mit Erarbeitung eines speziell auf die Institution zugeschnittenen Handlungskonzeptes im Sinne eines Bildungsmoduls unter Verleihung eines nach außen sichtbaren Gütesiegels (BIOS Opferschutzsiegel), um ein klares Zeichen von Handlungskompetenz als Institution nach außen zu setzen,

 -       als reines Präventionsangebot -bei Verdacht auf missbräuchliches Verhalten, jedoch mangelnder Beweislast, um dem potentiellen Täter zu verdeutlichen, sein Tun zu unterbrechen. Gleichzeitig wird ihm damit unterschwellig vermittelt, an wen er sich wenden kann, um den Ursachen seines Handelns auf den Grund zu gehen (FAB - Präventionsprogramm: „Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen“).

-       als Clearingstelle - bei konkretem Vorliegen missbräuchlichen Verhaltens und offenkundigen Bekanntsein des Täters in der Institution. Insoweit wird zusammen mit einem Rechtsanwalt bzw. mehreren Rechtsanwälten eine Intervention angeboten, um die „Starre“, die ein solcher Vorgang auslöst, möglichst schnell zu beseitigen und den Beteiligten klare Möglichkeiten für eine Lösung vor allem innerhalb der Institution aufzuzeigen, um so vor allem das missbräuchliche Verhalten schnellstmöglich zu stoppen. Solche Möglichkeiten können u.a. sein: persönliche Ansprache, Strafanzeige, mögliche arbeitsrechtliche Folgen, Überleitung ins FAB-Präventionsprogramm: „Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen“.

3. Konzept

Mit dem Bildungsmodul sowie der Clearingstelle soll als Ziel der BIOS-Beratungsstelle erreicht werden, dass Mitarbeiter von Institutionen, Schulen, Vereinen und Einrichtungen im konkreten Falle zeitnah Handlungskompetenz erlangen, um sachgerecht reagieren und so das inkriminierte Verhalten zu unterbrechen. Ziel ist es, neben einer im Einzelfall notwendigen strafrechtlichen Ahndung des Täters, das Opfer bzw. potentielle weitere Opfer schnellstmöglich vor weiteren Übergriffen zu schützen. Insoweit steht das Programm im Einklang mit dem Vereinsziel der Verbesserung des präventiven Opferschutzes im Lande.

Das Bildungsmodul umfasst speziell die Institution betreffende Grundlagen, um schon im Vorfeld in der täglichen Arbeit entsprechende Vorfälle und Verdächtigungen auszuschließen. Hierzu werden in einem Vorgespräch die individuellen Belange der Einrichtung (Heimbereich, Betreuungsbereich, Freizeitbereich, Klientel etc.) geklärt und anschließend mit allen Beteiligten ausgearbeitet.

Themen hierbei sind:

-           Auswahl der Mitarbeiter (erweitertes Führungszeugnis/direktes Ansprechen der

          möglichen Risiken und Beobachtung der Reaktion darauf etc.),

-           Betrachtung des Arbeitsfeldes,

-           Bewusstmachung von Risikosituationen als Mitarbeiter/Strategien zum Selbst-schutz,

-           rechtliche Absicherung (Herstellung eines Kontakts zu einem Rechtsanwalt, der

            im Bedarfsfall als Opferschutzpartner kompetent beraten kann,

-           Erkennen von Anzeichen sexueller Missbrauchshandlungen,

-           Elternarbeit.

 

Im Weiteren soll erarbeitet werden, wie sich die Mitarbeiter konkret bei Verdachts-momenten verhalten sollen:

-           Dokumentation der Vorfälle,

-           Benennung von Ansprechpartnern/Vertrauenspersonen,

-           Information der Leitung,

-           Besprechung im Team,

-           Ansprechen des Verdächtigen,

-           mögliche Inanspruchnahme der BIOS-Clearingstelle (s.u.)

Zum Schluss werden verschiedene Wege und deren Konsequenzen für den weiteren Verlauf besprochen:

-           Arbeitsrechtliche Konsequenzen (Kündigung, Versetzung, Abmahnung),

-           strafrechtliche Konsequenzen, wenn eine Anzeige erfolgen soll,

-           Verzicht auf im Einzelfall wenig erfolgsversprechende Strafanzeigen, statt dessen Sicherstellung der Akutversorgung für das Opfer sowie der Behandlung des Täters im BIOS - Präventionsprogramm der FAB „Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen“,

-           Abgleich mit den einrichtungsspezifischen bzw. rechtlichen Vorgaben in solchen

          Fällen (Offenbarungspflicht etc.).

 

Zum Abschluss des Moduls wird der Institution das „BIOS-Opferschutz-Gütesiegel“ verliehen, um nach außen Handlungskompetenz zu vermitteln.

Die Clearingstelle kann hinzugezogen werden, wenn eine konkrete Tat nachweisbar begangen wurde, um möglichst schnell zu agieren. Hier werden im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung unter Hinzuziehung eines Anwalts die möglichen o.g. Handlungswege erarbeitet und erörtert, die möglichen Folgen und Konsequenzen aufgezeigt (z.B. Mitarbeiter müssen evtl. gegen einen Kollegen als Zeuge vor Gericht aussagen) und die Betroffenen in ihrer Entscheidungsfähigkeit unterstützt.

 

Im Rahmen der Clearingstelle erfolgt jedoch keine gezielte Beratung im Hinblick auf eine konkrete Handlungsanweisung. Ziel des Programms ist es lediglich, Handlungswege aufzuzeigen, die Entscheider handlungsfähig zu machen und dadurch weitere Übergriffe zu verhindern. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen liegt allein in der Verantwortung der Betroffenen.

4.         Ziele

-       Opferschutz durch die Stärkung von Handlungskompetenz,

-       Opferschutz durch die Schaffung eines von Normalität und Sicherheit geprägten Arbeitsumfelds,

-       Opferschutz durch Eröffnung von Handlungsalternativen unabhängig eines strafrechtlichen Verfahrens,

-       Opferschutz durch direkte und schnelle Intervention, um missbräuchliches Verhalten zu unterbrechen.

 

5.         Organisationsfragen

 Weitere Informationen hierzu können über das Sekretariat der Ambulanz (Tel. 0721 470 43933; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) erfragt werden.

 

Thomas Rudy

Sozialpädagoge

 

Hier finden Sie die Konzeption alspdf zum Download:

 

Konzeption-BIOS-Fachberatungsstelle

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