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Aktuelles

Presseerklärung: Ein Jahr Opfer- und Traumaambulanz Karlsruhe/Baden (OTA)

Pressemitteilung

19. November 2015

Ein Jahr Trauma-Ambulanz von BIOS-BW e.V.

Sechs Opfer von Gewalttaten melden sich monatlich / Stadt Karlsruhe gewährt finanzielle Unterstützung

Sechs Menschen melden sich pro Monat in der Opfer- und Traumaambulanz Karlsruhe/Baden (OTA), die Opfer einer Gewalttat wurden und Hilfe zur Bewältigung ihrer Ängste suchen. Am 25. November 2014 wurde die OTA in Karlsruhe offiziell gegründet, bis jetzt haben 72 Menschen Kontakt mit der Einrichtung in der Stephanienstraße aufgenommen und rasch einen Termin bekommen. Die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. - Trägerverein der Ambulanz - zieht daher eine sehr positive Bilanz.

Mehr als die Hälfte waren Opfer einer Gewalttat. Unter dieser größten Gruppe waren beispielsweise Besucher eines Volksfestes, die auf dem Heimweg von Rockern zusammengeschlagen wurden, aber auch ein Geschäftsmann, der überfallen und beraubt wurde. Die materiellen und körperlichen Schäden sind dabei oft geringer als die psychischen Folgen.

36 Prozent meldeten sich nach sexuellen Gewalttaten oder wegen sexuellen Missbrauchs in der OTA.

Opfer von Gewalttaten erleben oft massive Ohnmachtsgefühle und trauen sich besonders bei Dunkelheit nicht mehr in die Öffentlichkeit. Bei Traumatisierungen ist eine rasche, verlässliche und strukturierte Kontaktaufnahme mit einem Ansprechpartner notwendig. Deshalb bietet die Opfer- und Traumaambulanz innerhalb kürzester Zeit ein Erstgespräch an und übernimmt im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten auch die Behandlung. Es werden bis zu zehn Sitzungen angeboten. Wird eine längerfristige oder eine klinische Behandlung nötig, vermittelt die Ambulanz Betroffene weiter, so dass sie bei der Suche nach Hilfe nicht sich selbst überlassen bleiben. Weiter bietet die OTA rechtliche Beratung durch eine Opferanwältin an.

Auffällig ist, dass der Anteil der Männer deutlich gestiegen ist, die die OTA aufsuchen. Zwar wenden sich zu 75 Prozent Frauen an die Einrichtung, aber mit 25 Prozent hat sich der Anteil der Männer im Laufe des zurückliegenden Jahres mehr als verdoppelt. Bis März 2015 waren nur zehn Prozent der Hilfesuchenden männlichen Geschlechts. „Ich sehe das als positive Entwicklung“, sagt Marianne Mahr, Diplom-Psychologin und Therapeutin der OTA. „Es war lange tabuisiert, dass auch Männer nach einer Gewalttat unter Ängsten leiden.“

Vertreten sind Erwachsene aller Altersstufen. Das älteste Opfer, das sich im vergangenen Jahr bei der OTA meldete, war 66 Jahre alt. Marianne Mahr lobt die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Opferschutz der Polizei. „Das ist eine enge und gute Zusammenarbeit“, sagt Mahr. Aber nicht nur die Polizei, auch WEISSER RING e.V. und andere Karlsruher Beratungsstellen vermitteln den Kontakt zur OTA. Immerhin 15 Prozent meldeten sich auf eigene Initiative in der Ambulanz. 

BIOS-BW e.V. hatte auch schon in früheren Jahren traumatisierten Kriminalitätsopfern bei Bedarf psychologische Hilfe angeboten. Eine gezielte Vermittlung durch Polizei, Sozialbehörden und Ärzte erfolgte bis 2014 jedoch noch nicht. Zwischen 2010 und 2014 wandten sich im Durchschnitt 20 Personen pro Jahr an den Verein, im Vergleich zu jetzt eine sehr geringe Zahl.

Die Opfer- und Traumaambulanz wurde für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe eingerichtet und steht unter der Schirmherrschaft der Stadt Karlsruhe (Bürgermeister Klaus Stapf)  und des Landkreises (Landrat Dr. Christoph Schnaudigel). Durch Beschluss des Gemeinderates der Stadt Karlsruhe erhielt die OTA für das Jahr 2015 einen Zuschuss von 25.000 Euro. Im kommenden Jahr soll die Arbeit noch einmal mit 15.000 Euro unterstützt werden. Für diese finanzielle Hilfe bedankt sich die Einrichtung ausdrücklich. Die Ambulanz ist auch mit dem Landkreis wegen einer finanziellen Unterstützung im Gespräch. Ansonsten werden die Kosten der Einrichtungen bislang weitgehend vom Trägerverein BIOS-BW e.V. getragen. Auch insoweit finden Gespräche mit den Krankenkassen über eine Unterstützung statt.

Die behandelnden Psychologinnen und Psychologen der Opfer- und Traumaambulanz Karlsruhe/Baden stehen in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin in Karlsruhe sowie dem SRH-Klinikum in Karlsbad-Langensteinbach.

Es gehört zum Konzept von BIOS-BW e.V., neben der Behandlung von Kriminalitätsopfern auch sogenannten Tatgeneigten eine Anlaufstelle in gesonderten Einrichtungen anzubieten. Ziel ist es dabei, Gewalt- und Sexualstraftaten zu verhindern. Denn wo kein Täter, da kein Opfer. Die Prävention durch psychologische Betreuung Tatgeneigter darf aber nicht in Konkurrenz zur notwendigen Hilfe für diejenigen stehen, die Opfer von Gewaltstraftaten wurden.

BIOS-BW e.V. finanziert sich durch Spenden und Sponsoring. Helfen Sie mit, anderen zu helfen!

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