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Aktuelles

Mehr Sicherheit für die Bevölkerung und weniger Kosten für den Staat

Therapie von Straftätern:

Mehr Sicherheit für die Bevölkerung und weniger Kosten für den Staat durch professionelle Risikobeurteilung und umfassende Behandlungsangebote

Dies ist einer im Auftrag der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. erstellten aktuellen Studie des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes (PPD) des Amtes für Justizvollzug des Kantons Zürich vom 4. Februar 2011 zu entnehmen. Danach konnten aufgrund der dort seit 1997 konsequent durchgeführten psychotherapeutischen Behandlungen von therapierbaren Gewalt- und Sexualstraftätern in und außerhalb des Strafvollzugs aufgrund verhinderter Rückfälle die neuerlich anfallenden Haftkosten um mehr als die Hälfe gesenkt werden. Bei der Untersuchung wurden die aktuellen Ergebnisse der Züricher Rückfalluntersuchungen berücksichtigt, nach welchen durch die dort praktizierte konsequente psychotherapeutische Behandlung therapierbarer Gewalt- und Sexualstraftäter die einschlägige Rückfallrate um mindestens 63 % gesenkt werden konnte und aktuell bei lediglich 3 % liegt. Nach der Studie hätte der Kanton Zürich ohne die derzeitigen therapeutischen Angebote schon allein wegen der Haftmehrkosten seit 1997 mehr als das Doppelte der jährlich für den Psychiatrisch Psychologischen Dienst (PPD) angefallenen Kosten von 3 Millionen Schweizer Franken (CHF) aufwenden müssen.

Die Untersuchung wurde von der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. im Hinblick auf das von ihr dem Bundesministerium der Justiz am 3. März 2009 vorgelegte „BIOS-Memorandum” in Auftrag gegeben, nach welchem - wie in der Schweiz - auch in Deutschland bereits in der gerichtlichen Hauptverhandlung bei gefährlichen Gewalt- und Sexualstraftätern durch einen Sachverständigen eine professionelle Risikobeurteilung erstellt und geprüft werden soll, ob das Rückfallrisiko durch eine psychotherapeutische Behandlung gesenkt werden kann. Auch soll das Gericht zur Anordnung therapeutischer Maßnahmen befugt sein. Durch eine solche verbesserte opferschützende Ausrichtung des Strafrechts soll verhindert werden, dass weiterhin solche Täter mit der Folge einer erhöhten Rückfallgefahr unbehandelt aus der Haft entlassen werden, sei es weil dort die tatmitauslösende Persönlichkeitsstörung unerkannt bleibt oder aber für die notwendigen therapeutischen Maßnahmen kein Geld vorhanden ist. Durch solche deliktorientierte umfassende Behandlungsangebote lässt sich auch klären, ob ein Täter durch eine psychotherapeutische Behandlung erreichbar ist. Ist dies nicht der Fall, hat der Staat bei der Gefahr der Begehung schwerster Straftaten auch ein legitimes Interesse, unbehandelbare Hochrisikotäter lebenslang wegzusperren.

Die insoweit in Deutschland bestehenden und im „BIOS-Memorandum” aufgezeigten Behandlungsdefizite waren auch Gegenstand des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg (EGMR) vom 17. Dezember 2009 (19359/04) und werden voraussichtlich auch in der Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am 8. Februar 2011 zur „Sicherungsverwahrung” zur Sprache kommen.

Die neue Studie aus Zürich ist hier im Volltext eingestellt.
Studie Zürich Kosteneffizienz

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