BIOS schließt Kooperationsvertrag mit der Evangelischen Landeskirche Baden.

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Aktuelles

BIOS als Sachverständiger vor Rechtsausschuss angehört

BIOS als Sachverständiger  vor dem Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages angehört

Am 26. Oktober 2011 fand vor dem Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages eine öffentlichen Anhörung zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (STORMG) - BT-Drucks. 17/6261 - sowie weiterer Gesetzentwürfe statt, zu welcher ein Vertreter von BIOS als Sachverständiger angehört wurde. 

 

Neben Ausführungen zur geplanten Änderung der Strafprozessordnung und anderer Gesetze wurde insoweit darauf hingewiesen, dass die Verbesserungen für Opfer im Strafverfahren grundsätzlich zu begrüßen seien, es jedoch auch ein Anliegen des Gesetzgebers sein müsse, schon die Begehung von Straftaten überhaupt zu verhindern. Insoweit wurde auf  das Eckpunktepapier der Regierungsfraktionen " Lösungen und Wege im Kampf gegen die Kinderpronografie hingewiesen, in welches das am 3.3.2009 dem BMJ  vorgelegte abgedruckt und kann BIOS-Memorandum mit eingeflossen ist. Die Stellungnahme ist auf dieser Homepage unter Memorandum-Bundestagsdisskussion abgedruckt und kann hier auch als pdf-Dokument nachgelesen und ausgedruckt werden.

 

Mehr hierzu finden Sie unter Memorandum


BIOS zum Expertengespräch ins BMJ eingeladen

BIOS-Memorandum

BIOS zum Expertengespräch ins
Bundesministerium der Justiz eingeladen

Im Oktober 2011 findet im Bundesministerium der Justiz im Rahmen des Eckpunktepapiers der Koalitionsfraktionen "Lösungen und Wege im Kampf gegen den sexuellen Kindesmissbrauch" eine Expertenanhörung statt, zu welcher auch zwei Mitglieder der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. eingeladen sind.  In Anlehnung an das am 3.3.2009 dem Bundesministerium der Justiz vorgelegte BIOS-Memorandum sieht das Eckpunktepapier  eine verstärkte Begutachtung gefährlicher Gewalt- und Sexualstraftäter schon in der gerichtlichen Hauptverhandlung vor. Hierdurch kann die Gefahr einer erneuten Straffälligkeit erheblich reduziert werden, weil schon frühzeitig innerhalb oder außerhalb des Strafvollzugs mit rückfallreduzierenden Behandlungsmaßnahmen begonnen werden kann.

Mehr hierzu finden Sie unter "Memorandum" sowie unter "Memorandum-Bundestagsdiskussion".

Pressemitteilung vom 15.07.2011

Neuer Therapieansatz für Gewalt- und Sexualstraftäter vorgestellt

Notiz zur Pressekonferenz am 15. Juli 2011 in Karlsruhe


Das Projekt: Die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e. V. richtet in den Vollzugsanstalten Adelsheim und Offenburg in Abstimmung mit dem Justizministerium Baden-Württemberg zwei neue BIOS-Behandlungsabteilungen ein, in denen heranwachsende und erwachsene Gewalt- oder Sexualstraftäter mit einem neuen Ansatz psychologisch behandelt werden. Zielgruppe sind Strafgefangene, die eine erhöhte Rückfälligkeit aufweisen und für die ein intensiver gruppen- und einzeltherapeutischer Behandlungsbedarf besteht. Der gemeinnützige Verein wird dabei von der ebenfalls gemeinnützigen Manfred Lautenschläger-Stiftung unterstützt.

Hintergrund: Durch konsequente psychotherapeutische Behandlung lassen sich die Rückfallquoten bei Gewalt- und Sexualstraftätern um bis zu 60 Prozent reduzieren. Dies ergab eine aktuelle Studie des Amtes für Justizvolllzug des Kantons Zürich. Die Angebote wirken sich zudem positiv auf die öffentlichen Finanzen aus: Ohne diese Therapieangebote hätte der Kanton Zürich mehr als das Doppelte der jährlichen Kosten für den Psychiatrisch Psychologischen Dienst (PPD) aufwenden müssen – vor allem für Haftmehrkosten, Opferschutz und stationäre Klinikaufenthalte der Täter. Mit den beiden neuen BIOS-Behandlungsabteilungen in Adelsheim und Offenburg sind entsprechende erfolgreiche Ansätze jetzt auch in Deutschland geplant. Beide Projekte werden neben den vier bereits bestehenden BIOS-Behandlungsabteilungen in die wissenschaftliche Begleitforschung der Universität Heidelberg einbezogen.



Vertreter auf dem Podium

- Klaus Böhm, Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe und 1. Vorsitzender der Behandlungsabteilung Opferschutz (BIOS-BW) e. V.:
„Die neuen BIOS-Behandlungsabteilungen sind bis dato bundesweit einzigartige Leuchtturmprojekte. Ich danke Dr. Manfred Lautenschläger, dass seine Stiftung die beiden Projekte in Offenburg und Adelsheim finanziell unterstützt.“

- Dr. h. c. Manfred Lautenschläger, Gründer der Manfred Lautenschläger-Stiftung, erläuterte die Beweggründe für das Spendenengagement seiner Stiftung.

- Markus Klein, Therapeutischer Leiter der Forensischen Ambulanz Baden, präsentierte die ambulante Nachsorge der aus den BIOS-Behandlungsabteilungen entlassenden Täter und schilderte den Kostenaufwand dafür.
„Um die Rückfallwahrscheinlichkeit von Gewalttätern nachhaltig zu mindern, ist eine ambulante Nachsorge besonders wichtig. In der Forensischen Ambulanz Baden ist beispielsweise bei derzeit 250 laufenden Behandlungen in den vergangenen drei Jahren noch kein Täter bekanntermaßen einschlägig rückfällig geworden.“

- Maida Dietlein, stellvertretende Leiterin der JVA Adelsheim und Volker Kersting, geschäftsführender Sozialarbeiter JVA Offenburg, stellten die beiden Projekte im Detail vor.



Die Projekte im Detail

BIOS-Behandlungsabteilung in der JVA Adelsheim

Zielgruppe: Unsichere und gehemmte junge Strafgefangene, die wegen dieser psychischen Disposition entweder straffällig geworden oder auch während des Strafvollzugs Opfer von Übergriffen anderer Strafgefangener geworden sind.

Arbeitsbeginn:       September 2011

Die Justizvollzugsanstalt Adelsheim ist mit 474 Haftplätzen die zentrale Jugendstrafanstalt in Baden-Württemberg. Sie vollzieht hauptsächlich Jugendstrafen an jungen männlichen Gefangenen. Rund die Hälfte der Insassen verbüßt eine Jugendstrafe wegen eines Gewaltdelikts. Nahezu 50 Prozent der Insassen besitzen einen Migrationshintergrund. Nachdem auch innerhalb der Anstalt zahlreiche tätliche Übergriffe unter Gefangenen auftraten, hatte die Anstalt zusammen mit der Führungsakademie Baden-Württemberg Ende 2009 eine Wertanalyse zu diesem Thema durchgeführt. Im Anschluss daran entwickelte die Anstalt für einen Teilbereich (zwei Unterkunftshäuser im intern gelockerten Vollzug) ein neues Erziehungskonzept mit differenzierten pädagogischen und psychotherapeutischen Inhalten.

Ein wichtiges Element dieser neuen Konzeption bildet das gruppenpsychotherapeutische Training sozialer Kompetenz. 25 bis 30 Prozent der betroffenen jungen Gefangenen gelten als sozial schwach bzw. überfordert und inkompetent (ängstlich, unsicher, zurückhaltend, gehemmt, durchsetzungsschwach) - mit tendenziell passivem und defensivem Verhalten und somit unfähig, Konflikte angemessen zu lösen. Aus psychologischer Sicht erscheint Delinquenz unter diesem Aspekt häufig als missglückte, nonkonforme, wenig realitätsgerechte, letztlich erfolglose Kompensation einer Selbstwertproblematik mit frühen Mangel- und Verlusterfahrungen.

In den gruppen- und einzeltherapeutischen Sitzungen (Dauer jeweils drei Monate) werden den Strafgefangenen soziale Fertigkeiten vermittelt, die bei bislang unsicheren, gehemmten jungen Strafgefangenen für das Leben in einer Gemeinschaft erforderlich sind. Die jungen Strafgefangenen lernen hierbei erfolgreich und selbstsicher zu kommunizieren, Strategien zur Problemlösung zu entwickeln und angemessen mit Ärger und Enttäuschung umzugehen.

Die Teilnahme ist auf 8 bis 10 Gefangene begrenzt. Neben einer wöchentlichen Gruppensitzung erhält jeder Teilnehmer psychotherapeutische Einzelgespräche. Ein Trainingskurs dauert 3 Monate.




BIOS-Behandlungsabteilung in der JVA Offenburg

Zielgruppe: Gewalt- und Sexualstraftäter, die neben einer die Tat mitverursachenden Persönlichkeitsstörung auch eine Suchtmittelproblematik aufweisen.

Arbeitsbeginn: November / Dezember 2011

In der JVA Offenburg ist  - wie in vielen Justizvollzugsanstalten - eine hohe Anzahl an Menschen mit einer Suchtmittelproblematik inhaftiert. Allein der Anteil an Gefangenen mit einer Problematik im Bereich illegaler Drogen wird auf mindestens 25 Prozent geschätzt. Der Begriff „Problematik“ umfasst das Feld von leichterem missbräuchlichem Konsum bis hin zu Schwerstabhängigkeit mit Chronifizierung. Bei vielen Gefangenen steht die Suchtmittelproblematik in einem engen Zusammenhang mit der Straffälligkeit. Resozialisierungsbemühungen müssen diesen Zusammenhang berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund wird durch BIOS eine Behandlungsabteilung für Gefangene mit einer Suchtmittelproblematik und einer einschlägigen Vorstrafe eingerichtet.

Einmal wöchentlich wird eine suchtspezifische Gruppensitzung stattfinden, daneben psychologische Einzelgespräche, die die Gruppensitzung flankieren und vertiefen, aber auch auf weitere persönliche Anliegen der Gefangenen eingehen. Geplant sind zwei Gruppen mit jeweils 10 Gefangenen und einer Behandlungsdauer von ca. einem Jahr.


Über BIOS
Die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e. V. setzt sich landesweit für die Verhinderung von Straftaten ein. Neben zahlreichen einzeltherapeutischen Maßnahmen unterstützt der gemeinnützige Verein bereits in den Justizvollzugsanstalten Mannheim, Heimsheim, Heilbronn und Bruchsaal vier BIOS-Behandlungsabteilungen, in denen gefährliche Gewalt- und Sexualstraftäter psychologisch behandelt werden. Außerdem unterhält er die Forensische Ambulanz Baden (FAB).
Weitere Informationen unter www.bios-bw.de.

Über die Manfred Lautenschläger-Stiftung
Die gemeinnützige Manfred Lautenschläger-Stiftung wurde 2002 vom MLP-Gründer Manfred Lautenschläger ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, durch Wissenschaft und Innovation das Leben der Menschen in unserer Gesellschaft zu verbessern. Im Fokus stehen Völkerverständigung, die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen und die Forschungsförderung. Mit Hilfe der Stiftung konnte beispielsweise am Universitätsklinikum Heidelberg die Angelika-Lautenschläger-Kinderklinik als eines der modernsten Kinderkrankenhäuser in Europa realisiert oder die Forschungsarbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum entscheidend weiterentwickelt werden. Weitere Informationen unter
www.ml-stiftung.de
.

 

Freundliche Grüße

Klaus Böhm
1. Vorsitzender der Behandlungsabteilung Opferschutz (BIOS-BW) e. V








 

Neuer Therapieansatz für Gewalttäter - Einladung zur Pressekonferenz am 15. Juli

Einladung zur Pressekonferenz: 15. Juli 2011 in Karlsruhe

Sehr geehrte Damen und Herren,

um mehr als 60 Prozent lässt sich die Rückfallquote bei Gewalt- und Sexualstraftätern durch konsequente psychotherapeutische Behandlung senken. Das ergab eine aktuelle Studie des Amtes für Justizvollzug des Kantons Zürich. Darüber hinaus wirken sich die Angebote positiv auf die öffentlichen Finanzen aus: Ohne diese Therapieangebote hätte der Kanton mehr als das Doppelte der jährlichen Kosten für den Psychiatrisch Psychologischen Dienst (PPD) aufwenden müssen – vor allem für Haftmehrkosten, Opferschutz und stationäre Klinikaufenthalte der Täter.

Entsprechende erfolgreiche Ansätze sind jetzt auch in Deutschland geplant: Die Behandlungs-Initiative Opferschutz (BIOS-BW) e. V. richtet in den Vollzugsanstalten Adelsheim und Offenburg in Abstimmung mit dem Justizministerium Baden-Württemberg zwei neue BIOS-Behandlungsabteilungen ein, in denen heranwachsende und erwachsene Gewalt- oder Sexualstraftäter mit einem neuen Ansatz psychologisch behandelt werden. Der gemeinnützige Verein wird dabei von der ebenfalls gemeinnützigen Manfred Lautenschläger-Stiftung unterstützt. Um Ihnen diese beiden Projekte näher vorzustellen, laden wir Sie herzlich ein zur

Pressekonferenz der Behandlungs-Initiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V.
am Freitag, 15. Juli 2011 um 10.00 Uhr
Stephanienstraße 28 b (Alte Münze), 76133 Karlsruhe

Auf dem Podium sind vertreten:

-        Klaus Böhm, 1. Vorsitzender von BIOS-BW
-        Markus Klein, Therapeutischer Leiter der Forensischen Ambulanz Baden
-        Dr. Manfred Lautenschläger, Gründer der Manfred Lautenschläger-Stiftung

Vertreter der Vollzugsanstalten Adelsheim und Offenburg werden ebenfalls vor Ort sein.

Bitte geben Sie uns per Mail an k.boehm{at}bios-bw.de oder unter der Rufnummer 0152-09050251 Bescheid, ob wir mit Ihrer Teilnahme rechnen dürfen. Weitere Informationen zu den Projekten der Behandlungs-Initiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. finden Sie unter www.bios-bw.de und zu den Projekten der Manfred Lautenschläger-Stiftung unter www.manfred-lautenschlaeger-stiftung.de.

Über BIOS
Die Behandlungs-Initiative Opferschutz (BIOS-BW) e. V. setzt sich landesweit für die Verhinderung von Straftaten ein. Neben zahlreichen einzeltherapeutischen Maßnahmen unterstützt der gemeinnützige Verein bereits in den Justizvollzugsanstalten Mannheim, Heimsheim, Heilbronn und Bruchsaal vier BIOS-Behandlungsabteilungen, in denen gefährliche Gewalt- und Sexualstraftäter psychologisch behandelt werden. Außerdem unterhält er die Forensische Ambulanz Baden, die größte freie Ambulanz Deutschlands.

Über die Manfred Lautenschläger-Stiftung
Die gemeinnützige Manfred Lautenschläger-Stiftung wurde 2002 vom MLP-Gründer Manfred Lautenschläger ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, durch Wissenschaft und Innovation das Leben der Menschen in unserer Gesellschaft zu verbessern. Im Fokus stehen Völkerverständigung, die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen und die Forschungsförderung. Mit Hilfe der Stiftung konnte beispielsweise am Universitätsklinikum Heidelberg die Angelika-Lautenschläger-Kinderklinik als eines der modernsten Kinderkrankenhäuser in Europa realisiert oder die Forschungsarbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum entscheidend weiterentwickelt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Böhm
1. Vorsitzender der Behandlungs-Initiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V.

Hier als PDF

DPA berichtet über BIOS-Memorandum

DPA berichtet über BIOS-Memorandum

Unter dem Titel "Wegschließen oder Therapieren" hat die Journalistin Anika von Greve-Dierfeld von dpa-Karlsruhe berichtet: über das von BIOS dem Bundesminsterium der Justiz am 3.3.2009 vorgelegte BIOS-Memorandum und über die Erfolge in der Schweiz bei der Behandlung von gefährlichen Gewalt- und Sexualstraftätern.

Der auch in der Pforzheimer Zeitung am 2.7.2011 erschienene Beitrag ist hier eingestellt:
scan-pfz-02-07-11

 

Mehr zu den Reformbestrebungen von BIOS finden Sie auf dieser Homepage unter Memorandum.

Pressmitteilung des OLG Karlsruhe vom 20.05.2011

OBERLANDESGERICHT KARLSRUHE

PRESSESTELLE

 

PRESSEMITTEILUNG vom 18. Mai 2011

 

 

 

 

Beschwerde gegen Ablehnung der Therapieunterbringung durch das Landgericht Freiburg vom Oberlandesgericht Karlsruhe zurückgewiesen

 

Das Oberlandesgericht Karlsruhe - 14. Zivilsenat in Freiburg - hat die Entscheidung des Landgerichts

Freiburg vom 29.03.2011 - 7 O 1/11 und 7 O 2/11 - bestätigt, durch die ein Antrag der Stadt

Freiburg auf Unterbringung eines im August 2010 aus der Sicherungsverwahrung entlassenen und

seitdem polizeilich überwachten früheren Sexualstraftäters abgewiesen worden ist.

Dies wird damit begründet, dass das zum 01.01.2011 in Kraft getretene Therapieunterbringungsgesetz

jedenfalls nicht die beabsichtigte Unterbringung des Betroffenen in einem Gebäude auf

dem Anstaltsgelände der Justizvollzugsanstalt Heilbronn erlaubt, weil das Gesetz die räumliche

und organisatorische Trennung der Therapieeinrichtung von Einrichtungen des Strafvollzuges verlangt.

Ob die sonstigen Voraussetzungen für eine Unterbringung des Betroffenen nach dem Therapieunterbringungsgesetz

vorlägen, hatte das Oberlandesgericht nicht zu entscheiden.

 

Beschluss des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 20.05.2011

- 14 Wx 20/11 u. 14 Wx 24/11 -

 

§ 1 ThUG:(1) Steht auf Grund einer rechtskräftigen Entscheidung fest, dass eine wegen einer Straftat der in § 66 Absatz

3 Satz 1 des Strafgesetzbuches genannten Art verurteilte Person deshalb nicht länger in der Sicherungsverwahrung

untergebracht werden kann, weil ein Verbot rückwirkender Verschärfungen im Recht der Sicherungsverwahrung zu

berücksichtigen ist, kann das zuständige Gericht die Unterbringung dieser Person in einer geeigneten geschlossenen

Einrichtung anordnen, wenn

1. sie an einer psychischen Störung leidet und eine Gesamtwürdigung ihrer Persönlichkeit, ihres Vorlebens und ihrer

Lebensverhältnisse ergibt, dass sie infolge ihrer psychischen Störung mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leben, die körperliche

Unversehrtheit, die persönliche Freiheit oder die sexuelle Selbstbestimmung einer anderen Person erheblich

beeinträchtigen wird, und

2. die Unterbringung aus den in Nummer 1 genannten Gründen zum Schutz der Allgemeinheit erforderlich ist.

(2) Absatz 1 ist unabhängig davon anzuwenden, ob die verurteilte Person sich noch im Vollzug der Sicherungsverwahrung

befindet oder bereits entlassen wurde.

§ 2 ThUG: Für die Therapieunterbringung nach § 1 sind nur solche geschlossenen Einrichtungen geeignet, die

1. wegen ihrer medizinisch-therapeutischen Ausrichtung eine angemessene Behandlung der im Einzelfall vorliegenden

psychischen Störung auf der Grundlage eines individuell zu erstellenden Behandlungsplans und mit dem Ziel einer möglichst

kurzen Unterbringungsdauer gewährleisten können,

2. unter Berücksichtigung therapeutischer Gesichtspunkte und der Sicherheitsinteressen der Allgemeinheit eine die

Untergebrachten so wenig wie möglich belastende Unterbringung zulassen und

3. räumlich und organisatorisch von Einrichtungen des Strafvollzuges

FAB-Behandlungsstützpunkt Pforzheim

FAB-Behandlungsstützpunkt Pforzheim

 

Am 10. Juni 2011 wird die Forensische Ambulanz Baden nach Offenburg und Mannheim in Pforzheim ihren dritten offiziellen Behandlungssützpunkt eröffnen. Mehr hierzu in Kürze.

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