BIOS schließt Kooperationsvertrag mit der Evangelischen Landeskirche Baden.

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Aktuelles

Stuttgarter Zeitung berichtet über BIOS

Am 10.12.2011 hat die Stuttgrater Zeitung unter dem Titel "Therapieren ist besser als wegsperren" über BIOS berichtet. Der Artikel kann unter nachfolegendem Link aufgerufen werden:

 

 

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.praeventiver-opferschutz-therapieren-statt-wegsperren.ad240ee6-85de-40ec-8fd3-b0f90187578b.html

 

 

 

Pressemitteilung der SPD-Kiel vom 8.12.2011

Jürgen Weber:

 

Kieler „Sektion für Sexualmedizin“ offensichtlich vor dem Aus!

 

Zur Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur Situation der sexualmedizinischen

Forschung und Lehre in Schleswig-Holstein erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer der

SPD-Landtagsfraktion, Jürgen Weber, MdL:

 

 

Aus den Antworten auf meine Kleine Anfrage (Drs. 17/2033) geht deutlich hervor, dass die

Landesregierung kein Interesse am Fortbestand der renommierten Sektion für Sexualmedizin

am UKSH hat. Die durch Kürzungsmaßnahmen der Universität stark gefährdete Einrichtung

steht jetzt offenbar vor ihrer Zerschlagung. Obwohl sich die Landesregierung mit den Erfolgen

der Arbeit von Prof. Bosinski und seinem Team bei der Therapie von Sexualstraftätern und

Prävention zuletzt im „3. Opferschutzbericht für Schleswig-Holstein“ schmückt, ist weder

Wissenschaftsminister Jost de Jager, noch Justizminister Emil Schmalfuß bereit, auch nur einen

Finger für den Erhalt dieser wichtigen Forschungs- und Therapieeinrichtung krumm zu machen.

tattdessen wird die Verantwortung auf das UKSH und die Christan-Albrechts-Universität

geschoben. Prof. Bosinski und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben offensichtlich ab

Ende des Jahres keine Perspektive mehr.

Mit Bestürzung nehme ich zudem die fortgesetzte Untätigkeit der Landesregierung bei der

Umsetzung der Vorgaben für Begutachtung und Therapie von Sexualstraftätern aus dem Urteil

des Bundesverfassungsgerichts zur Sicherungsverwahrung zur Kenntnis.

Auf die Frage, wie der Bedarf an forensischen Gutachterinnen und Gutachtern sowie

Therapeutinnen und Therapeuten durch Aus- und Fortbildung in Schleswig-Holstein künftig

gedeckt werden kann, antwortet die Landesregierung lapidar: „Die Landesregierung hat

bezüglich dieser bundesweit eintretenden Veränderung noch keine Entscheidung getroffen“.

 

 Schlafen Sie weiter, meine Herren!“

 

 

Web-Anschrift: www.spd.ltsh.de

 

BIOS dankt der Volksbank Pforzheim und der Manfred Lautenschläger Stiftung für Sponsoring

Auf der BIOS-Mitgliederversammlung am 1. Dezember 2011 werden die neuen BIOS-Vereinsräume in der alten Münze in Karlsruhe den Vereinsmitgliedern vorgestellt und offiziell in Betrieb genommen.

 

Der Verein BIOS dankt allen Mitgliedern und sonstigen Personen, welche an den umfangreichen Renovierungsarbeiten mitgewirkt haben.

Besonderer Dank gilt der Volksbank Pforzheim und der Manfred Lautenschläger Stftung in Wiesloch für Ihre finanzielle Unterstützung bei der Ausstattung der neuen Vereinsräume mit technischen Geräten (Volksbank Pforzheim) und Möbeln (Manfred Lautenschläger Stiftung).

BIOS Behandlungsabteilungen in der JVA Adelsheim und der JVA Offenburg haben Arbeit aufgenommem

Die von der Manfred Lautenschläger Stiftung in Wiesloch weitgehend finanzierten beiden Behandlungsabteilungen für junge Straftäter in der JVA Adelsheim (Arbeitsbeginn: 1.9.2011) und für suchtkranke Gewaltstraftäter in der JVA Offenburg (Arbeitsbeginn: 1.12.2011) haben ihre Arbeit aufgenommen:
 

Konzeption: BIOS-Behandlungsabteilung in der JVA Adelsheim:

Zielgruppe: Unsichere und gehemmte junge Strafgefangene, die wegen dieser psychischen Disposition entweder straffällig geworden oder auch während des Strafvollzugs Opfer von Übergriffen anderer Strafgefangener geworden sind.

Die Justizvollzugsanstalt Adelsheim ist mit 474 Haftplätzen die zentrale Jugendstrafanstalt in Baden-Württemberg. Sie vollzieht hauptsächlich Jugendstrafen an jungen männlichen Gefangenen. Rund die Hälfte der Insassen verbüßt eine Jugendstrafe wegen eines Gewaltdelikts. Nahezu 50 Prozent der Insassen besitzen einen Migrationshintergrund. Nachdem auch innerhalb der Anstalt zahlreiche tätliche Übergriffe unter Gefangenen auftraten, hatte die Anstalt zusammen mit der Führungsakademie Baden-Württemberg Ende 2009 eine Wertanalyse zu diesem Thema durchgeführt. Im Anschluss daran entwickelte die Anstalt für einen Teilbereich (zwei Unterkunftshäuser im intern gelockerten Vollzug) ein neues Erziehungskonzept mit differenzierten pädagogischen und psychotherapeutischen Inhalten.

Ein wichtiges Element dieser neuen Konzeption bildet das gruppenpsychotherapeutische Training sozialer Kompetenz. 25 bis 30 Prozent der betroffenen jungen Gefangenen gelten als sozial schwach bzw. überfordert und inkompetent (ängstlich, unsicher, zurückhaltend, gehemmt, durchsetzungsschwach) - mit tendenziell passivem und defensivem Verhalten und somit unfähig, Konflikte angemessen zu lösen. Aus psychologischer Sicht erscheint Delinquenz unter diesem Aspekt häufig als missglückte, nonkonforme, wenig realitätsgerechte, letztlich erfolglose Kompensation einer Selbstwertproblematik mit frühen Mangel- und Verlusterfahrungen.

In den gruppen- und einzeltherapeutischen Sitzungen (Dauer jeweils drei Monate) werden den Strafgefangenen soziale Fertigkeiten vermittelt, die bei bislang unsicheren, gehemmten jungen Strafgefangenen für das Leben in einer Gemeinschaft erforderlich sind. Die jungen Strafgefangenen lernen hierbei erfolgreich und selbstsicher zu kommunizieren, Strategien zur Problemlösung zu entwickeln und angemessen mit Ärger und Enttäuschung umzugehen.

Die Teilnahme ist auf 8 bis 10 Gefangene begrenzt. Neben einer wöchentlichen Gruppensitzung erhält jeder Teilnehmer psychotherapeutische Einzelgespräche. Ein Trainingskurs dauert 3 Monate.

Mehr hierzu finden Sie auf dieser Homepage unter Behandlungsabteilungen-JVA Adelsheim.
 

 

 

Konzeption: BIOS-Behandlungsabteilung in der JVA Offenburg

Zielgruppe: Gewalt- und Sexualstraftäter, die neben einer die Tat mitverursachenden Persönlichkeitsstörung auch eine Suchtmittelproblematik aufweisen.

In der JVA Offenburg ist  - wie in vielen Justizvollzugsanstalten - eine hohe Anzahl an Menschen mit einer Suchtmittelproblematik inhaftiert. Allein der Anteil an Gefangenen mit einer Problematik im Bereich illegaler Drogen wird auf mindestens 25 Prozent geschätzt. Der Begriff „Problematik“ umfasst das Feld von leichterem missbräuchlichem Konsum bis hin zu Schwerstabhängigkeit mit Chronifizierung. Bei vielen Gefangenen steht die Suchtmittelproblematik in einem engen Zusammenhang mit der Straffälligkeit. Resozialisierungsbemühungen müssen diesen Zusammenhang berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund wird durch BIOS eine Behandlungsabteilung für Gefangene mit einer Suchtmittelproblematik und einer einschlägigen Vorstrafe eingerichtet.

Einmal wöchentlich wird eine suchtspezifische Gruppensitzung stattfinden, daneben psychologische Einzelgespräche, die die Gruppensitzung flankieren und vertiefen, aber auch auf weitere persönliche Anliegen der Gefangenen eingehen. Geplant sind zwei Gruppen mit jeweils 10 Gefangenen und einer Behandlungsdauer von ca. einem Jahr.


Mehr hierzu können Sie auf dieser Homepage unter Behandlungsabteilungen-JVA Offenburg nachlesen.

 

 
 

Weitere Erreichbarkeit FAB

  

Die in Karlsruhe ansässige und von BIOS getragene Forensische Ambulanz Baden (FAB) ist nunmehr neben der Rufnummer 0721 926 5200 auch unter folgenden weiteren Rufnummern erreichbar:

 

Sekretariat:  Frau Oppen (vormittags):                                     0721  470  43933

Verwaltung: Frau Butz/Frau Klein (teilw. vormittags):                0721  470  43937

 

Außerdem besteht folgende weitere Telefaxverbindung:           0721 470 43937                   

                                                                                       

Die E-Mail-Anschrift lautet::                                                         Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Pressemitteilung NEUSTART gGmbH

 

PRESSEMITTEILUNG

 

 

„Möglichkeiten und Grenzen der Rückfallvermeidung im Umgang mit extrem gewalttätigen Straftätern –

NEUSTART Fachveranstaltung am 15.11.2011
im Landgericht Freiburg“

 

Freiburg, 8.11.2011 – Der Umgang mit Sexual- und Gewaltstraftätern, die eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit aufweisen, konfrontiert die Bewährungshilfe mit großen Anforderungen, wie u.a. die öffentliche Diskussion erkennen lässt, die seit Beschluss des Europäischen Gerichtshofs für Menschrechte (EGMR), vormals sicherungsverwahrte Straftäter freizulassen, geführt wird. Die entstandene Debatte abstrahiert jedoch weitgehend davon, dass – parallel zu den im Sommer 2010 entlassenen sieben Sicherungsverwahrten – allein im Einzugsbereich der NEUSTART Einrichtung Freiburg über 230 Klienten betreut werden, die unter Führungsaufsicht stehen und teilweise ähnlich gravierende Problemlagen aufweisen wie jene Personen, die aus der Sicherungsverwahrung entlassen wurden.

 

Kontinuierlicher Anstieg von Führungsaufsichtsklienten

Die Anzahl der Führungsaufsichtsklienten der NEUSTART Einrichtung Freiburg (Landgerichtsbezirke Freiburg, Offenburg und Waldshut-Tiengen) ist den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Waren es am 30.09.2009 noch 165 Personen, sind es aktuell 237 Personen, die eine Intensivbetreuung in der Bewährungshilfe benötigen. Das Aufgabenfeld der Bewährungshilfe bedingt zunehmend eine enge Kooperation mit Polizei, Therapie- und Suchtberatungseinrichtungen, um auch bei Klienten mit außergewöhnlicher Problembelastung Rückfallkriminalität auf ein Minimum zu reduzieren. Das Instrument der „Führungsaufsicht“ ist dabei entscheidend, berücksichtigt es doch – seit seiner gesetzlichen Novellierung im Jahr 2007 – verbindliche Vorgaben und Präventionsmaßnahmen, die sich positiv auf die Resozialisierung schwerer Straftäter auszuwirken versprechen, so z.B. professionelles Übergangsmanagement aus dem Strafvollzug in die Bewährungshilfe, forcierter Aus- und Aufbau forensischer Ambulanzen u.a.m.

 

NEUSTART Fachveranstaltung zu Risikomanagement und Führungsaufsicht am 15.11.2011 im Landgericht Freiburg

Welche Möglichkeiten der Kooperation in diesem schwierigen Arbeitsfeld dazu beitragen können, Risiken für einschlägige Rückfälligkeit zu reduzieren, ist Gegenstand der Fachdiskussion, die am 15.11.2011, moderiert von Georg Royen, Vorsitzender des Bezirksvereins für soziale Rechtspflege Freiburg, im Landgericht Freiburg stattfinden wird.

Beginn: Dienstag, 15. November 2011, 17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Landgericht Freiburg, EG Saal I, Salzstraße 17, 79098 Freiburg

Anmeldung: Ursula Kopf, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ,
Tel. 0761 595 79 71-18

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

 

 

Anmeldung:

             Ursula Kopf

Dreisamstraße 9a

79098 Freiburg

Tel. 0761 595 79 71-18

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Peter Wack

Einrichtungsleiter

Dreisamstraße 9a

79098 Freiburg

Tel. 0761 595 79 71-20

Mobil 0177 838 84 00

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

KURZPROFIL NEUSTART GEMEINNÜTZIGE GMBH(Baden-Württemberg)

 

Mit dem 01.01.2007 betraute das Land Baden-Württemberg die NEUSTART gemeinnützige GmbH mit der Durchführung der Bewährungshilfe, Gerichtshilfe und des Täter-Opfer-Ausgleichs. Der finalen Entscheidung des Landes für NEUSTART ging ein zweijähriges, regional begrenztes Pilotprojekt in Stuttgart und Tübingen voran (01.01.2005 - 31.12.2006), das – wie die landesweite Übertragung – das Resultat einer europaweiten Ausschreibung bildete.

 

Die 2004 gegründete NEUSTART gemeinnützige GmbH ist eine hundert-prozentige Tochter des Verein NEUSTART in Österreich, der seit über
50 Jahren justiznahe Sozialarbeit durchführt.

 

Das Leitbild von NEUSTART orientiert sich an drei zentralen Grundsätzen: Vergangenheit – verarbeiten, Gegenwart – bewältigen, Zukunft – sichern. Diese Prinzipien bestimmen das Selbstverständnis und Handeln der derzeit rund 440 haupt- und 490 ehrenamtlichen NEUSTART Mitarbeiter in Baden-Württemberg, die zirka 20.500 Klienten in der Bewährungshilfe betreuen. Im Kontext der Gerichtshilfe werden jährlich 2.600 Erhebungen durchgeführt. Zudem wird in 1.100 Fällen des Täter-Opfer-Ausgleichs interveniert. Die Mitarbeiter leisten damit einen entscheidenden Beitrag, Schutz vor Kriminalität – ihren gesellschaftlichen Folgen und Wechselwirkungen – zu gewährleisten.

 

Einheitliche Qualitätsstandards für alle Leistungen der Bewährungs- und Gerichtshilfe sowie des Täter-Opfer-Ausgleichs und die forcierte Einbeziehung ehrenamtlicher Bewährungshelfer zählen für NEUSTART zu den Garanten einer erfolgreichen Resozialisierung straffällig gewordener Menschen.

 

Landesweit existieren neun Einrichtungen (Freiburg, Heilbronn, Karlsruhe, Mannheim, Ravensburg, Reutlingen, Rottweil, Stuttgart, Ulm), deren Organisationskonzepte auch den spezifisch regionalen Besonderheiten ihrer Klientel Rechnung tragen. Die Geschäftszentrale selbst ist in Stuttgart situiert. Geschäftsführer sind Dipl.-Ök. Volkmar Körner (Wirtschaftliche Angelegenheiten) und Georg Zwinger (Sozialarbeit und Organisation der Einrichtungen).

 

Weitere Informationen zu NEUSTART gemeinnützige GmbH finden Sie unter www.neustart.org

 

 

Im Interesse einer besseren Lesbarkeit wurde bei allen Formulierungen auf eine geschlechterdifferenzierende Schreibweise verzichtet. Sämtliche Funktionsbezeichnungen und/oder Fachbegriffe wie Klienten, Sozialarbeiter, Mitarbeiter und so weiter sind geschlechtsneutral aufzufassen und berücksichtigen grundsätzlich in gleichem Maße die für Frauen und Männer relevanten Aspekte im Kontext des behandelten Themas.

Auf Teufel komm raus

Auf Teufel komm raus - Filmabend

Sicherungsverwahrung

Das Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg zeigte am Mittwoch, 2. November 2011 um 19.00 Uhr im Heidelberger Gloria-Kino den Dokumentarfilm "Auf Teufel komm raus". Als Kooperationspartner fungieren die beiden Vereine Prävention Rhein-Neckar e.V. und Sicheres Heidelberg e.V.. Es geht in dem Film um den mehrfach verurteilten und immer noch als gefährlich eingestuften Sexualstraftäter Karl D., nach dessen Entlassung aus der Haft sich eine Bürgerbewegung formiert, die seinen Wegzug aus der Gemeinde erreichen will. Im Anschluss an den Film fand mit den Besuchern der Veranstaltung - das Kino war ausverkauft - eine Diskussion und ein Filmgespräch mit Experten statt. Podiumsteilnehmer waren: Richter am Oberlandesgericht Klaus Böhm (Vorsitzender der Behandlungsinitiative Opferschutz BW); Prof. Dr. Axel Dessecker, Kriminologische Zentralstelle Wiesbaden; Dr. Ineke Pruin, Universität Heidelberg; Dr. Holger-C. Rohne, Anwaltsverein Heidelberg; Dr. Angelika Treibel, Universität Heidelberg.
 

 

Für BIOS wies RiOLG Klaus Böhm darauf hin, dass sich nicht nur die Frage stelle, wie die Gesellschaft mit gefährlichen Gewalt- oder Sexualstraftätern nach einer Haftentlassung - dies sei bei 99 % aller  Täter der Fall - umgehe, sondern auch die Frage, was der Staat unternehme, damit es nicht zu einer Wiederholung der Tat komme. Unter Bezug  auf das dem BMJ am 3.3.2009 vorgelegte BIOS Memorandum (siehe diese Homepage unter "Memorandum") wurde darauf hingewiesen, dass der Fall des Karl D. nach Aktenlage exemplarisch die Behandlungsdefizite in Deutschland belege. Es spreche viel dafür, dass Karl D. während 20 Jahren Haft zu keinem Zeitpunkt eine ausreichende psychotherapeutische Behandlung erhalten habe oder eine solche zumindest wirklich ernsthaft und nachhaltig - vor allem auch zu Beginn der Haft  - versucht wurde, vielmehr wurde nach Ablauf der Haft seine Unterbringung in der nachträglichen Sicherungsverwahrung beantragt.

 

Im Urteil des Bundesgerichtshofs vom 13.01.2010 (1 StR 372/09) ist hierzu wie folgt ausgeführt:

…. 

 

11

Im Rahmen der Prüfung einer bedingten Entlassung aus der Strafhaft erstattete der Sachverständige Prof. Dr. A. ein Psychiatrisches Gutachten. Angesichts der nach seiner Einschätzung fortbestehenden Gefährlichkeit des Verurteilten empfahl er eine bedingte Entlassung nicht.

 

12

Der Verurteilte bewarb sich während der Strafhaft zweimal für eine Sexualtherapie in anderen Vollzugsanstalten. Von einer dieser Einrichtungen wurde er abgelehnt, da er - im Jahre 1951 geboren - zu alt sei. Die in einer weiteren Anstalt schon begonnene Therapie wurde abgebrochen, da der Verurteilte nach Einschätzung der Therapeuten noch eine zu lange Reststrafe zu verbüßen hatte. Erst im Jahre 2007 - am 17. April 2008 stand das Haftende an - solte der Verurteilte in die sozialtherapeutische Abteilung seiner Justizvollzugsanstalt verlegt werden. Der Verurteilte widersetzte sich, da er nicht krank sei. Dies wurde mit einem dreitägigen Arrest disziplinarisch geahndet - der einzigen Disziplinarmaßnahme gegen den Verurteilten während der gesamten Haftzeit. Nachdem er - dann wohl doch verlegt - zu einer Mitwirkung an der Therapie gleichwohl nicht zu gewinnen war, wurde er wieder in den Normalvollzug überwiesen.

….

 

Der Originalbeschluss, aus welche sich auch die Gründe der Ablehnung einer nachträglichen Sicherungsverwahrung ergeben, wird als Anlage in Kürze hier als pdf-Dokument eingestellt:

 

Urteil des Bundesgerichtshofs

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