BIOS schließt Kooperationsvertrag mit der Evangelischen Landeskirche Baden.

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Aktuelles

Festakt in der JVA Offenburg

Liebe Mitglieder und Unterstützer der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V.!

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Am 06. Juli 2012 um 14.00 Uhr findet in der Justizvollzugsanstalt Offenburg ein Festakt zur Eröffnung der von der Manfred Lautenschläger-Stiftung weitgehend finanzierten beiden neuen BIOS- Behandlungsprojekte in den Vollzugsanstalten Offenburg und Adelsheim  statt, für welchen noch wenige Plätze für uns zur Verfügung stehen.

 

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, teilen Sie bitte Ihren Namen, Wohnanschrift, Geburtsdatum und Beruf an das Sekretariat der Forensischen Ambulanz Baden (FAB) unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  mit.

 

Über die beiden Projekte

Das gruppenpsychotherapeutische Training für soziale Kompetenz in der JVA Adelsheim richtet sich an unsichere und gehemmte junge Gefangene. Das Training zielt einerseits auf Rückfallvermeidung. Andererseits soll es die jungen Gefangenen vor Übergriffen durch ihre Mitgefangenen schützen helfen.  Die seit 01. Dezember 2011 in Betrieb befindliche neue BIOS-Behandlungsabteilungin der Justizvollzugsanstalt Offenburg richtet sich an Gewalt- und Sexualstraftäter,  welche neben einer die Tat mitverursachenden Persönlichkeitsstörung auch eine Suchtmittelproblematik aufweisen. Die beiden neuen Projekte stellen nach den Behandlungsabteilungen in den Justitvollzugsanstalten Mannheim, Heimsheim, Heilbronn und Bruchsal (vgl. hierzu www.bios-bw.de) das fünfte und sechste Behandlungsprojekt der in Karlsruhe ansässigen gemeinnützigen Initiative zur Unterstützung des psychotherapeutischen Behandlungsangebots des Strafvollzugs in Baden-Württemberg dar.

 

Über die Manfred Lautenschläger-Stiftung

Die gemeinnützige Manfred Lautenschläger-Stiftung wurde 2002 vom MLP-Gründer Manfred Lautenschläger ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, durch Wissenschaft und Innovation das Leben der Menschen in unserer Gesellschaft zu verbessern. Im Fokus stehen Völkerverständigung, die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen und die Forschungsförderung. Mit Hilfe der Stiftung konnte beispielsweise am Universitätsklinikum Heidelberg die Angelika-Lautenschläger-Kinderklinik als eines der modernsten Kinderkrankenhäuser in Europa realisiert oder die Forschungsarbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum entscheidend

  

Pressemappe zur Eröffnung BIOS-LU







P r e s s e c o m m u n i q u é

 

BIOS – Luxemburg

Neue Opferschutzeinrichtung gegründet

 

In vielen anderen Ländern gibt es schon Initiativen zur Verbesserung des Opferschutzes bei schweren Gewalt- und Sexualstraftaten durch spezialisierte Behandlung der Straftäter. Nun gibt es dies endlich auch in Luxemburg durch die neue asbl „Behandlungs-Initiative Opferschutz Luxemburg“ (BIOS-LU).

Ziel von BIOS-LU ist, eine qualitativ hochwertige,  deliktorientierte Täterarbeit zu leisten, die sich an internationalen Qualitätsstandards orientiert und im Rahmen einer neu gegründeten Fachambulanz mit Experten aus dem In- und Ausland zusammenarbeitet. Die asbl wird zukünftig sowohl inhaftierte Gewalt- und Sexualstraftäter betreuen, wie auch deren Nachsorge.

Die asbl, deren Vorstand Herr Prof. Stefan Braum präsidiert, arbeitet in Unterstützung mit der deutschen Partnergesellschaft Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V., in enger Kooperation mit der Forensisch-psychiatrischen Ambulanz Hessen in Deutschland sowie des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Kanton Zürich in der Schweiz. Die asbl wird in Luxemburg präventiven Opferschutz durch Täterbehandlung von qualifizierten Therapeuten anbieten, um somit gezielt die Rückfallquote von Gewalt- und Sexualstraftätern zu mindern.

Presse-Mitteilungen der BIOS-Luxemburg:
die vollständige Pressemappe als pdf

BIOS-Luxemburg gegründet

Am 3. Februar 2012 wurde auf einer Gründungsversammlung in Luxemburg der erste BIOS-Tochterverein

 

BIOS-Luxemburg

 

gegründet und als asbl. in das Luxemburgische Vereinsregister eingetragen.

 

Beigefügter Link führt zur Veröffentlichung des Vereins im Mémorial von Luxemburg - damit ist die Gründung Vereins ab 27.4.2012 rechtlich wirksam:

http://www.etat.lu/memorial/memorial/2012/C/Pdf/c1052254.pdf#Page=12


Am 03. Mai 2012 um 09.30 Uhr wird eine Pressekonferenz zur Gründung von BIOS-LU im NOVOTEL / Luxembourg stattfinden. Die dort gefertigten Bilder werden in die Homepage von BIOS-LU
 
eingestellt.
 
Mehr zu BIOS-LU finden Sie in Kürze auf diese Homepage unter
 
Opferschutzpartner- BIOS-Luxemburg
 

 

Einladung zur Pressekonferenz

 

 

 

Einladung zur Pressekonferenz

der neu gegründeten asbl

„Behandlungs-Initiative Opferschutz Luxemburg“

BIOS – LU

 

Neue Opferschutzeinrichtung für Luxemburg– in vielen Ländern gibt es schon Initiativen, den Opferschutz bei Gewalt- und Sexualverbrechen durch spezialisierte Therapie der Straftäter zu unterstützen – nun endlich auch in Luxemburg!

Wegsperren allein hilft nicht– die meisten Täter von schweren Gewalt- oder Sexualverbrechen werden nach Verbüßen ihrer Haftstrafe wieder entlassen und leben in Freiheit. Es ist wichtig, rückfallgefährdete Gewalt- und Sexualstraftäter frühzeitig zu erkennen und die notwendigen, therapeutischen Maßnahmen einzuleiten. Durch spezialisierte, deliktorientierte Behandlung lassen sich Rückfallraten deutlich senken.

Die Behandlungs-Initiative Opferschutz Luxemburg hat sich zur Aufgabe gemacht, eine fachlich fundierte,  an der Rückfallprävention orientierte, therapeutische Versorgung für Täter und Tatgeneigte in Luxemburg aufzubauen, um Menschen vor Gewalt- oder Sexualverbrechen zu schützen.

Die Pressekonferenz findet am 03. Mai 2012 um 09.30 Uhr im Hotel NOVOTEL Luxembourg / Kirchberg  - Saal „Philippe“  6, rue Fort Niedergrünewald/Quartier Européen Nord/Plateau de Kirchberg/L-2226 LUXEMBOURG - statt.

Bei der Pressekonferenz werden Herr Prof. Stefan Braum (Universität Luxemburg), Frau Anne-Catherine Thill (MAE) und Herrn Jan Kossack (Diplom-Psychologe und Leiter der Forensischen Fachambulanz der asbl) anwesend sein.

 

Prof. Stefan Braum

Präsident von BIOS-LU


 

 

Invitation à la conférence de presse

relative à la constitution de

 l‘asbl BIOS LU

« Behandlungs-Initiative Opferschutz Luxemburg »

Constitution de l‘Asbl  BIOS LUau Luxembourg– dans plusieurs pays il existe des initiatives spécialisées en matièe de prévention pour les victimes des crimes ou des crimes sexuels offrant aux délinquants une prise en charge thérapeutique professionnelle.

La peine d’emprisonnement ne protège pas contre la récidive– la plupart des délinquants et délinquants sexuels sont libérés après avoir purgé leur peine et ne font partant l’objet d’aucun suivi. Dans un souci de prévenir de futurs crimes et récidives, il importe dans un premier temps d'identifier les délinquants susceptibles de récidiver pour déterminer à quel point l’existence d’un risque de récidive est pertinente et le cas échéant organiser leur suivi thérapeutique. Il est prouvé qu’une telle prise en charge professionnelle et conséquente permet de réduire le taux de récidive de manière significative.

L'asbl « BIOS LU Behandlungs-Initiative Opferschutz Luxemburg - Prévention aux Victimes » s'est donnée comme mission d'établir une prise en charge professionnelle thérapeutique pour les auteurs de crimes et de délits au Luxembourg, proposant à ces délinquants un suivi hautement spécialisé afin d’agir de manière préventive en matière de protection des victimes.

La conférence de presse se tiendra le  3 mai 2012 à09.30h à l'HôtelNOVOTEL Luxembourg / Kirchberg  - Salle « Philippe » 6, rue Fort Niedergrünewald/Quartier Européen Nord/Plateau de Kirchberg/L-2226 Luxembourg.

Participants à la conférence de presse seront e.a. Monsieur Prof. Stefan Braum (Université Luxembourg),  Madame Anne-Catherine Thill (MAE), Monsieur Jan Kossack (Psychologue, Service des Consultations et Évaluations psycho-criminologiques - Forensische Fachambulanz - de l'asbl).

 

Prof. Stefan Braum

Président BIOS-LU

 

FAB-Behandlungsstützpunkt Heidelberg eröffnet

 

Am 18. April 2012 wurde in Anwesenheit von zahlreichen Angehörigen der Justiz, der Wissenschaft und der Gesellschaft nach Offenburg, Mannheim, Freiburg und Pforzheim der fünfte Behandlungsstützpunkt der Forensischen Ambulanz Baden (FAB) im Justizgebäude in Heidelberg offiziell vorgestellt.

Hier werden derzeit zwei Therapeuten/Innen und eine Fachärztin für Psychiatrie für die FAB Behandlungen durchführen. Das Angebot erfasst neben der psychotherapeutischen Betreuung abgeurteilter Straftäter vor allem auch die Behandlung sog. Tatgeneigter im Rahmen des FAB-Präventionsprogamms "Keine Gewalt- und Sexualsstraftat begehen".

Die Kontaktaufnahme zur FAB ist unter der Rufnummer über das FAB-Sekretariat unter 0721 470 43933 oder über das psychotherapeutische Notfalltelfon unter 0173 510 71 71 möglich.

Auf den zu der Veranstaltung in der Rhein-Neckar-Zeitung am 19.04.2012 erschienenen Pressebericht weisen wir in Form des beigefügten LINKs hin:
 

Pressebericht – Therapieren_statt_wegsperren_.php

 

 IMG_2239_klein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine Schließung Sexualmedizin Kiel

Sexualmedizin Kiel wird nicht geschlossen

 

Hierzu erreichte BIOS am 23. Febraur 2011 folgende Nachricht von Prof. Dr. Bosinki:

 

 

" Sehr geehrter Herr Böhm, sehr geehrter Herr Bötticher,

 

ich habe Ihnen eine gute Mitteilung zu machen: Die geplante Schließung der Kieler Sektion für Sexualmedizin konnte gestern abgewendet werden!

 

In der Anlage übersende ich Ihnen die Presseinformation des Präsidiums der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel über die Ergebnisse des am 22.02.2012 abgehaltenen Runden Tisches zur Zukunft der Kieler Sektion für Sexualmedizin. Sie ist auch im Netz über folgenden Link abrufbar: http://www.uni-kiel.de/aktuell/pm/2012/2012-051-sexualmedizin-dp.shtml. Ebenfalls beigefügt ist ein Bericht aus den KIELER NACHRICHTEN vom heutigen Tage (23.02.2012).

 

Die nun erreichte, wichtige und positive Klärung ist vor allem dem Engagement und den Vermittlungsbemühungen des Präsidenten der CAU zu Kiel, Prof. Dr. Fouquet, zu verdanken. Wichtig waren aber zweifelsohne auch die kreativen Aktivitäten der Studierenden sowie die Vielzahl der unterstützenden Stellungnahmen div. nationaler und internationaler Fachgesellschaften, ForscherInnen und Interessenverbänden - besonders auch von BIOS! - , die auch dazu beitrugen, dass sich die Medien des Themas angenommen haben.

 

Deshalb will ich Ihnen an dieser Stelle ausdrücklich Dank sagen! Wir hoffen nun, durch die erreichte Klärung uns wieder mit ganzer Kraft unseren - ja auch von der Politik für wichtig befundenen - Aufgaben in sexualmedizinischer Forschung, Lehre und Patientenversorgung (welchletztere jedoch am Runden Tisch dezidiert nicht thematisiert wurde) widmen zu können.

 

Wir werden uns erlauben, Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden zu halten.

 

Mit freundlichen Grüßen im Namen des Teams der Kieler Sektion für Sexualmedizin"

 

*********************************************
Prof. Dr. med. Hartmut A.G. Bosinski
Leiter der Sektion für  Sexualmedizin
Universitätsklinikum SH, Campus Kiel
A.-Heller-Str. 12
24105 Kiel
 


Auf den hierzu ergangenen BIOS-Newsletter 01-2012 weisen wir hin.

 

Die Anlagen werden in Kürze hier eingestellt.

 

BIOS freut sich über diese gute Nachricht

 

 

Pressemitteilung des BVG vom 18.1.2012

Bundesverfassungsgericht - Pressestelle - Pressemitteilung Nr. 2/2012 vom 18. Januar 2012

Urteil vom 18. Januar 2012
2 BvR 133/10


 


Zur Privatisierung des Maßregelvollzugs: Regelung der Anordnung von Sicherungsmaßnahmen durch private Pflegekräfte nach dem hessischen Maßregelvollzugsgesetz verfassungsgemäß




Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde eines
Maßregelvollzugspatienten zurückgewiesen, der sich gegen die Anordnung
und Durchführung einer besonderen Sicherungsmaßnahme (Einschluss) durch
Bedienstete einer privatisierten Maßregelvollzugseinrichtung wandte.

Über den Sachverhalt informiert die Pressemitteilung Nr. 51/2011 vom 17.
August 2011. Sie kann auf der Homepage des Bundesverfassungsgerichts
(www.bundesverfassungsgericht.de) eingesehen werden.

Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die
Eingriffsgrundlage des § 5 Abs. 3 des hessischen
Maßregelvollzugsgesetzes (HessMVollzG), der Bedienstete auch
privatisierter Maßregelvollzugseinrichtungen ermächtigt, bei Gefahr im
Verzug vorläufig besondere Sicherungsmaßnahmen gegen einen im
Maßregelvollzug Untergebrachten anzuordnen, mit dem Grundgesetz
vereinbar ist.

Der Entscheidung liegen im Wesentlichen folgende Erwägungen zugrunde:

Die gegen den Beschwerdeführer ergriffene Sicherungsmaßnahme beruht auf
einer verfassungskonformen Ermächtigungsgrundlage.

1. Die Vorschrift des § 5 Abs. 3 HessMVollzG verstößt, indem sie auch
Bediensteten privater Träger von Maßregelvollzugseinrichtungen
Vollzugsaufgaben überträgt, nicht gegen den Grundsatz des
Funktionsvorbehalts (Art. 33 Abs. 4 GG), nach dem die Ausübung
hoheitsrechtlicher Befugnisse als ständige Aufgabe „in der Regel“
Angehörigen des öffentlichen Dienstes, die in einem
öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis stehen, d. h.
Beamten, vorbehalten ist.

Zwar gilt Art. 33 Abs. 4 GG auch für den Fall der Übertragung
hoheitlicher Aufgaben auf Private. Die in § 5 Abs. 3 HessMVollzG
vorgesehene Befugnis zur vorläufigen Anordnung besonderer
Sicherungsmaßnahmen erweist sich jedoch als zulässige Ausnahme vom
Grundsatz des Funktionsvorbehalts.

Abweichungen von diesem Grundsatz müssen durch einen spezifischen, dem
Sinn der Ausnahmemöglichkeit entsprechenden Ausnahmegrund gerechtfertigt
sein. Sie können nicht allein mit dem fiskalischen Gesichtspunkt
begründet werden, dass eine Aufgabenwahrnehmung durch Nichtbeamte den
öffentlichen Haushalt entlasten würde. Jedoch kann berücksichtigt
werden, ob eine Tätigkeit Besonderheiten aufweist, deretwegen Kosten und
Sicherungsnutzen des Einsatzes von Berufsbeamten hier in einem anderen -
deutlich ungünstigeren - als dem nach Art. 33 Abs. 4 GG im Regelfall
vorauszusetzenden Verhältnis stehen.

Hieran gemessen kann ein Verstoß gegen Art. 33 Abs. 4 GG nicht
festgestellt werden. Die gewählte Privatisierungslösung zielt auf die
Erhaltung des organisatorischen Verbundes der
Maßregelvollzugseinrichtungen und der sonstigen bei den jeweiligen
Trägern zusammengefassten psychiatrischen Einrichtungen. Die Erhaltung
dieses Verbundes soll durch Synergieeffekte sowie verbesserte
Personalgewinnungs-, Ausbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten gerade
der Qualität des Maßregelvollzuges zugute kommen. Die Einschätzung, dass
diese Vorzüge der Einbeziehung des Maßregelvollzuges in den
privatisierten Verbund nicht mit spürbaren Nachteilen im Hinblick auf
die - besonders im Kernbereich hoheitlicher Staatsaufgaben unabdingbare
- Sicherung qualifizierter und gesetzestreuer Aufgabenwahrnehmung
erkauft worden sind, ist angesichts vorhandener Erfahrungen mit der
Inanspruchnahme der Ausnahmemöglichkeit des Art. 33 Abs. 4 GG im
Maßregelvollzug und angesichts der institutionellen Ausgestaltung der

erfolgten Privatisierung vom Einschätzungsspielraum des Gesetzgebers und
der für die Festlegung der vertraglichen Rahmenbedingungen
verantwortlichen Regierung gedeckt.

Zum einen ist die Privatisierung der hessischen
Maßregelvollzugseinrichtungen eine rein formelle. Die privaten
Maßregelvollzugskliniken bleiben vollständig in der Hand eines
öffentlichen Trägers, des Landeswohlfahrtsverbandes, und sind damit von
erwerbswirtschaftlichen Motiven und Zwängen freigestellt. Eine
Auslieferung der Vollzugsaufgabe an Kräfte und Interessen des
privatwirtschaftlichen Wettbewerbs, die den gesetzlichen Vollzugszielen
und der Wahrung der Rechte der Untergebrachten systemisch zuwiderlaufen
können, findet nicht statt. Die Verpflichtung der öffentlichen Hand, die
aufgabengemäße Ausstattung der Maßregelvollzugseinrichtungen zu
gewährleisten, wird in keiner Weise berührt. Die personellen und
sachlichen Ressourcen, von denen die Möglichkeit eines rechts- und
insbesondere grundrechtskonformen Vollzuges wesentlich abhängt, sind den
privatisierten Trägern der Maßregelvollzugseinrichtungen in gleicher
Weise gewährleistet, wie das bei einer formell öffentlichen Einrichtung
der Fall wäre. Für den bei Einsatz von Nichtbeamten im Maßregelvollzug
nicht auszuschließenden Fall eines Streiks kann und muss die gebotene
Vermeidung unverhältnismäßiger Beeinträchtigungen Dritter durch
Notdienste sichergestellt werden. Ferner sind die den Maßregelvollzug
betreffenden Rechtspflichten der privaten Einrichtungen und ihrer
Bediensteten durch weitreichende Steuerungsbefugnisse des öffentlichen
Aufgabenträgers in einer den Verhältnissen bei formell
öffentlich-rechtlicher Organisation gleichwertigen Weise gesichert.

2. § 5 Abs. 3 HessMVollzG verstößt nicht gegen die
verfassungsrechtlichen Anforderungen an die demokratische Legitimation
hoheitlichen Handelns.

Diese muss in personeller und sachlich-inhaltlicher Hinsicht ein
insgesamt ausreichendes Niveau erlangen. Die Beleihung Privater darf
nicht zu einer Flucht aus der staatlichen Verantwortung führen. Die
Einschätzung des Gesetzgebers, dass dieser Verantwortung unter den
gesetzten Rahmenbedingungen ausreichend Rechnung getragen ist, muss sich
in der Realität bewahrheiten. Die staatliche
Gewährleistungsverantwortung für die ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung
schließt daher, auch für das Parlament, eine entsprechende
Beobachtungspflicht ein. Dies erfordert unter anderem, dass die
Möglichkeiten parlamentarischer Kontrolle der Aufgabenwahrnehmung
unbeeinträchtigt bleiben.

Das danach erforderliche Legitimationsniveau ist für die im hessischen
Maßregelvollzug zu treffenden grundrechtseingreifenden Entscheidungen
ausreichend gewährleistet. Der Leiter der jeweiligen Einrichtung und die
weiteren Ärzte mit Leitungsfunktion sind dadurch personell legitimiert,
dass sie als Beschäftigte des Landeswohlfahrtsverbandes von einer
öffentlichen Körperschaft bestellt werden. Die Anstellung der
Bediensteten der privaten Maßregelvollzugseinrichtung steht dadurch in
einem Legitimationszusammenhang, dass dem seinerseits personell
legitimierten Leiter nach dem Beleihungsvertrag für die Stellenbesetzung
ein Vorschlagsrecht zusteht und die Geschäftsführung der privaten
Einrichtung an seine fachliche Beurteilung gebunden ist.

Sachlich-inhaltlich ist die Aufgabenwahrnehmung durch die privatisierten
Einrichtungsträger und die dort tätigen Personen durch deren Bindung an
das Gesetz in Verbindung mit umfassenden Weisungsbefugnissen der
verantwortlichen öffentlichen Träger - bei gleichzeitigem Ausschluss von
Weisungen der Geschäftsführung des privaten Trägers im
Zuständigkeitsbereich des Leiters der Einrichtung - legitimiert. Die
vorgesehene Fachaufsicht ist nicht deshalb unzureichend, weil das
Maßregelvollzugsgesetz die für jede wirksame Aufsicht erforderlichen
Informationsgewinnungs- und Durchsetzungsmittel nicht ausdrücklich
regelt. Soweit der Beliehene durch ausdrückliche gesetzliche Regelung
einer Aufsicht des verantwortlichen öffentlichen Trägers unterworfen ist
und die Aufsichtsmittel nicht näher spezifiziert sind, kann eine solche
gesetzliche Regelung verfassungskonform nur dahin ausgelegt werden, dass
die Aufsichtsbefugnis alle zur effektiven Wahrnehmung der staat¬lichen
Gewährleistungsverantwortung erforderlichen Informationsbeschaffungs-
und Durchsetzungsbefugnisse einschließt.

Die Aufgabenwahrnehmung der zuständigen Aufsichtsbehörden, die zu
effektiver Aufsicht über die beliehenen Privaten nicht nur berechtigt,
sondern auch verpflichtet sind, steht ihrerseits in dem notwendigen
demokratischen Legitimationszusammenhang. Dieser ist weder durch eine
Geheimhaltung vertraglicher Ausgestaltungen der Aufgabenwahrnehmung noch
durch sonstige Beschränkungen der parlamentarischen
Kontrollmöglichkeiten unterbrochen oder beeinträchtigt.

Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Bediensteten der privaten
Maßregelvollzugsklinik nach § 2 Satz 6 HessMVollzG
grundrechtseingreifende Tätigkeiten nur insoweit ausführen dürfen, als
diese durch Weisungen der Leitungspersonen so programmiert sind, dass
keine Ermessensspielräume verbleiben oder im Einzelfall verbleibende
Ermessensspielräume durch Angehörige der Leitungsebene ausgefüllt
werden. Soweit § 5 Abs. 3 HessMVollzG Bedienstete der privaten
Einrichtung zu vorläufigen Sicherungsmaßnahmen ermächtigt, verbleibt
allenfalls ein schmaler Ermessensbereich und unterliegt die Ausfüllung
des Beurteilungsspielraums durch die gesetzliche Pflicht der
Bediensteten zur unverzüglichen Unterrichtung des Einrichtungsleiters
einer präventiv wirksamen Rückkoppelung an dessen Weisungsgewalt a

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