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Aktuelles

Ministerialdirektorin Inken Gallner vom Justizministerium Baden-Württemberg dankt FAB für engagierte Arbeit mit entlassenen Straftätern

Ministerialdirektorin dankt Forensischer Ambulanz Baden für engagierte Arbeit mit entlassenen Straftätern

 

Die Ministerialdirektorin des baden-württembergischen Justizministeriums, Inken Gallner, hat am Donnerstag den 19. März 2015 die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. als Träger der Forensischen Ambulanz Baden (FAB) besucht. Die Ministerialdirektorin dankte dem gesamten Team der FAB für seine engagierte Arbeit mit entlassenen Straftätern. Das sei eine wichtige, aber auch „herausfordernde Tätigkeit.“ Bei ihrem Besuch in Karlsruhe sagte Gallner: „Baden-Württemberg ist auf diesem Gebiet Vorbild. Überall werden nun Ambulanzen geschaffen.“

„Derzeit stehen in Baden-Württemberg 2158 Personen unter Führungsaufsicht“, informierte die Stuttgarter Ministerialdirektorin in ihrem anschließenden Fachvortrag am Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe (siehe Bild). Es handelt sich dabei um Straftäter, die aus der Haft entlassen wurden, die aber als rückfallgefährdet gelten. Um Wiederholungstaten zu vermeiden oder zu reduzieren, werden die Personen einerseits kontrolliert. Sie haben Meldepflichten, teilweise müssen sie eine sogenannte elektronische Fußfessel tragen. Eine wichtige Rolle spielt aber auch die psychosoziale und therapeutische Betreuung. Hier erfülle die FAB eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, so Gallner. In den letzten Jahren habe man die Bedeutung erkannt, die Einrichtung von Ambulanzen habe eine regelrechte „Renaissance“ erlebt.

Derzeit werden in der FAB landesweit 115 Personen betreut, die unter Führungsaufsicht stehen. Die FAB wurde am 2. Juni 2008 von BIOS-BW e.V. und dem Psychiatrischen Zentrum Nordbaden eröffnet. Sie soll zum präventiven Opferschutz beitragen, indem rückfallreduzierende Maßnahmen vor allem für entlassene Straftäter angeboten werden. Seit Mitte 2010 hat die FAB auch die Betreuung von Führungsaufsichtsfällen übernommen.

Daneben ist BIOS-BW e.V. auch Anlaufstelle für sog. „Tatgeneigte“, also Personen, die bislang nicht wegen einer Sexual- oder Gewalttat strafrechtlich verurteilt wurden, aber gefährdet sind oder behördlich auffällig geworden sind. Weitere Behandlungsstützpunkte finden sich vor allem im badischen Raum verteilt in  Mannheim, Freiburg, Offenburg, Pforzheim, Heilbronn, Heidelberg, Lörrach, Bruchsal und Mosbach.

In einem von der FAB räumlich getrennten Bereich bietet BIOS-BW e.V. seit 25. November 2014 traumatisierten Kriminalitäts- oder Unfallopfern ambulante Betreuung und Beratung in der Opfer- und Traumaambulanz Karlsruhe

 

Expertenkommission in Baden-Württemberg "Umgang mit psychisch auffälligen Straftätern" - Vorlage des Abschlussberichts am 14.09.2015

Wir freuen uns, dass ein Mitglied der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. in die von Herrn Justizminister Stickelberger eingesetzte Expertenkommisison "Umgang mit psychisch auffälligen Gefangenen" berufen wurde. Für den Verein ist dies auch Ausdruck der guten Zusammenarbeit mit dem Justizminsterium und den Justizbehröden in Baden-Württemberg.

 

Anbei ein LINK zu dem von der Expertenkommission im Mai 2015 vorgestellten Zwischenbericht:

:

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/nach-haeftlings-hungertod-in-bruchsal-experten-machen-lebensrettende-vorschlaege/-/id=1622/did=15513448/nid=1622/18lqmyr/index.html

 

Anbei das Berufungsschreiben als pdf.

 

Experetenkommission

 Am 14.09.2015 wird die Expertenkommision ihren Schlussbericht vorlergen, welcher von Herrn Justizminster Stickelberger der Öffentlichkeit vorgestellt werden wird-

 

Hier finden Sie einen LINK zum Abschlussbericht:

http://www.jum.baden-wuerttemberg.de/pb/,Lde/Startseite/Abschlussbericht+Expertenkommission

 

 

 

Magazin Stern (Heft 37/2014) und ARD-Fernsehen (Reportage "Wieder draußen" am 10.09.2014) berichten über BIOS-Präventionsarbeit

Medienhinweis

Hiermit möchten wir Sie auf folgende aktuellen Medienberichte hinweisen, in welchen über die opferschützende Präventionsarbeit von BIOS berichtet wiurde

- Das Stern – Gespräch mit einem sog. Tatgeneigten zum Thema Kinderpornografie (Stern-Heft 37/2014, Seite 72 ff.):

Hier finden Sie einen LINK zum Stern-Pressebricht zum Nachlesen:

http://www.stern.de/panorama/stern-interview-ueber-kinderpornografie-es-waere-das-beste-wenn-er-sich-das-leben-nimmt-2139115.html

 

http://www.stern.de/panorama/kinderpornografie-ist-den-taetern-noch-zu-helfen-2139147.html

 

- ARD - Fernsehen - Doku „ Wieder draußen..." am 10.09.2014 um 21.45 Uhr im Anschluss an den Spielfilm „Ein offener Käfig" am 10.09.2014 um 20.15 Uhr.

Die DOKU ist derzeit noch in der ARD-Mediathek eingestellt und kann über folgenden LINK aufgerufen werden:

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Wieder-drau%C3%9Fen-/Das-Erste/Video?documentId=23409338&bcastId=799280


 

Bitte unterichten Sie auch interessierte Kollegen/innen, Freunde und Bekannte.

 

Zu den rechtspolitischen Forderungen von BIOS in unserem "BIOS-Memorandum", welche der Gesetzgeber bereits durch § 246a Abs.2 StPO tilweise umgesetzt hat (vgl hierzu auf dieser Homepage unter "Memorandum") verweisen wir auf den beigefügten Fachaufsatz:

Aufsatz Kriminalistik

 

Einrichtung der BIOS Opfer- und Traumaambulanz Karlsruhe/Baden

Die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. stellte am 14. Juli 2014 die Einrichtung und den Aufbau der Opfer- und Traumaambulanz Karlsruhe/Baden im Rathaus der Stadt Karlsruhe vor.

Diese stellt eine zentrale Anlaufstelle für die Akutversorgung von Opfern traumatisierender Ereignisse, insbesondere Gewaltopfer dar. Sie integriert die medizinische und psychotherapeutische Akutversorgung, Klärung forensischer Fragestellungen, Klärung psychosozialer Notlagen und eine Rechtsberatung. Über ambulante Krisenintervention mit einer Frequenz von maximal 10 bis 15 Sitzungen wird es Opfern traumatisierender Ereignisse möglich gemacht, erste Hilfe in diesen Bereichen durch einen Ansprechpartner zu erhalten und eine Verschlechterung der psychosozialen Situation oder der Entwicklung einer psychischen Erkrankung im engeren Sinne entgegenzuwirken. Die fortbestehenden psychischen Probleme und Entwicklung einer psychischen Störung, die eine längerfristige ambulante, teilstationäre oder stationäre Behandlung notwendig machen, erfolgt mit entsprechender Überweisung in die ambulante vertragsärztliche bzw. psychotherapeutische Versorgung oder entsprechende teilstationäre oder stationäre Versorgung.

Dabei gliedert sich die Hilfestellung in den ersten Sitzungen in Kontaktaufnahme, Klärung des Auftrags, Klärung diagnostischer Fragen, Strukturierung und Priorisierung der Anliegen der Betroffenen und wenn möglich erste therapeutische Interventionen, um die entsprechenden Menschen in ihrer Lebenssituation zu stabilisieren und ihre Reintegration in einen normalisierenden Alltag zu ermöglichen.

Die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. präsentiert sich auf dem 19. Deutschen Präventionstag in Karlsruhe

Am 12. Und 13. Mai 2014 fand in Karlsruhe der 19. Deutsche Präventionstag statt. Der Deutsche Präventionstag ist der größte europäische Kongress speziell für das Arbeitsgebiet der Kriminalprävention sowie angrenzender Präventionsbereiche. Die Schirmherrschaft hat Herr Ministerpräsident Winfried Kretschmann übernommen.

Schwerpunktmäßig befasste sich der Kongress in diesem Jahr mit dem Thema „Prävention braucht Praxis, Politik und Wissenschaft“. Insgesamt wurden sowohl zum Schwerpunktthema als auch zu weiteren aktuellen Themen der Prävention rund 200 Vorträge angeboten. Kongressbegleitend präsentierten sich ca. 250 Fachorganisationen mit Ausstellungen, auf der DPT-Bühne und im Filmforum.

BIOS-BW e.V. war mit einem eigenen Stand bei dem Kongress vertreten und präsentierte u.a. das Projekt „Keine Gewalt- und Sexualstraftaten begehen“.

Das Projekt wurde am 1. August 2010 durch die von BIOS-BW e.V. getragene Forensische Ambulanz Baden (FAB) in Karlsruhe ins Leben gerufen und stellt derzeit durch sein uneingeschränktes Angebot sowie eine überregionale Ausrichtung ein bundesweit einmaliges Präventionsprogramm dar.

Es wendet sich an Personen, die noch nicht wegen eines begangenen Gewalt- oder Sexualdeliktes auffällig geworden sind, sich jedoch die Begehung vorstellen bzw. sich dazu gedrängt fühlen oder aber im Dunkelfeld bereits als Täter agiert haben.

Das Ziel der Behandlung ist es, dem Patienten selbst wirksame Strategien im Umgang mit seiner Tatneigung zu vermitteln, um ihm einerseits Erleichterung hinsichtlich möglicherweise drängender abweichender Phantasien zu verschaffen, andererseits aber vor allem auch das Risiko einer erstmaligen Begehung von Straftaten zu reduzieren.

In dem Projekt werden derzeit ca. 140 Tatgeneigte aus ganz Deutschland betreut. In Abgrenzung und Ergänzung zu anderen Angeboten zeichnet es sich dadurch aus, dass es sich auch an potentielle Gewaltstraftäter richtet. Hinzu kommt, dass im Hinblick auf die Verhinderung von sexuellen Übergriffen auf Kinder nicht nur Straftäter eine Anlaufstelle finden, welche die Diagnose der Pädophilie erhalten haben.

Die am Opferschutz orientierte Behandlungskonzeption der FAB umfasst bei Tatgeneigten neben einem therapeutischen Ansatz vor allem auch ein modernes Risikomanagement. Trotz der Angebote, die es für potentielle Täter und Dunkelfeldtäter in Deutschland gibt, muss man von einer derzeitig massiven Unterversorgung sprechen, die im Sinne des präventiven Opferschutzes dringend behoben werden muss.

Seit 1. Januar 2013 wird das Projekt durch Prof. Dr. Dieter Dölling und Prof. Dr. Peter Fiedler von der Universität Heidelberg wissenschaftlich beforscht und evaluiert. Das Forschungsprojekt beschäftigt sich vor allem mit der Bedeutung von verschiedenen Facetten der Selbstkontrolle bzw. der Selbstkontrollfähigkeiten als deliktpräventive Faktoren.

Wir möchten uns ganz herzlich beim Team des 19. DPT - Deutscher Präventionstag, der dieses Jahr in Karlsruhe stattgefunden hat, für den reibungslosen Ablauf und eine tolle Veranstaltung bedanken. Wir haben uns sehr über die vielen Besucher an unserem neuen Messestand und das große Interesse an BIOS gefreut.

Aktuelle BIOS-Presserklärung - Wo kein Täter da kein Opfer

P r e s s e e r k l ä r u n g

Stellungnahme zur Presseveröffentlichung der Bundesregierung

„Die Schwächsten in unserer Gesellschaft schützen“

 

Wo kein Täter - da kein Opfer!

Über die derzeitigen Planungen der Bundesregierung hinaus sind weitere präventive Behandlungsangebote für tatgeneigte Sexual- und Gewaltstraftäter notwendig! Da Übergriffe auf Kinder mehrheitlich von Männern drohen, die im diagnostischen Sinne nicht pädophil sind, muss es auch für diese Gruppe Therapieeinrichtungen geben. Dies fordert die in Karlsruhe ansässige Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V., welche in mehreren Behandlungsstützpunkten in Süddeutschland etwa 140 sogenannte tatgeneigte Personen behandelt.

Soweit es sich um die Gefahr sexueller Übergriffe auf Kinder handelt, sind nach den bisherigen Erfahrungen des dortigen Präventionsprogramms „Keine Gewalt und Sexualstraftat begehen“ entsprechend allgemeiner wissenschaftlicher Erkenntnisse nur etwa 20% der Betroffenen „pädophil“. Bei der überwiegenden Mehrheit besteht aus anderen Gründen (u.a. mangelndes Selbstbewusstsein, schwierige soziale und Partnerbeziehungen, Machtphantasien und mangelnde Empathiefähigkeit) die Befürchtung, dass sie sich an einem Kind vergehen könnten.

Gerade für diese Personen bestehen aber bundesweit gesehen kaum Behandlungsangebote. Aus Sicht des präventiven Opferschutzes braucht es deshalb dringend eine Ausweitung des Therapieangebots. Derzeit reisen viele potentielle Straftäter - sog. Tatgeneigte - nach Baden-Württemberg, weil sie aufgrund fehlender Diagnose der „Pädophilie“ keine anderweitige Hilfe finden. Dies wird sich auch durch jetzige Planungen der Bundesregierung nicht ändern. Vielmehr bedarf es bundesweit mehr allein am präventiven Opferschutz ausgerichtete Anlaufstellen und eine auch für diese Einrichtungen gesicherte Finanzierung, an welcher es bisher fehlt.

Diese Forderung entspricht auch Art. 22 der Richtlinie 2011/93/EU des Europäischen Parlamentes und Rates vom 13.12.2011 zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern sowie der Kinderpornografie sowie zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2004/68/JI des Rates, nach welcher die Mitgliedstaaten die erforderlichen Maßnahmen zu treffen haben, um sicherzustellen, dass Personen, die befürchten, dass sie eine der Straftaten nach den Artikeln 3 bis 7 der Richtlinie begehen könnten, gegebenenfalls Zugang zu wirksamen Interventionsprogrammen oder -maßnahmen erhalten können, die dazu dienen, das Risiko möglicher Straftaten einzuschätzen und zu verhindern.

Karlsruhe, den 29. April 2014

Weitere Hintergrundinformationen hierzu finden Sie im Folgenden:

 

Die Notwendigkeit solcher weiterer Präventions-Behandlungsangebote ergibt sich auch aus dem nachfolgend als pdf eingestellten Beitrag in der BNN vom 20.02.2103.

 

BNN-Artikel vom 21.12.2014

 

Hier ein LINK zu einer SWR-Reportage am 20.02.2014:

 

http://www.swr.de/zur-sache-baden-wuerttemberg/soll-der-handel-mit-kinder-nacktfotos-verboten-werden/-/id=3477354/did=12910502/nid=3477354/1iis655/index.html

 

Hier der LINK zu der EU-Richtlinie:

 

EU-Richtlinie v. 13.12.2011

 

Ergänzung EU Richtlinie

 

Hier finden Sie das Tatgeneigten Programm sowie einen aktuellen Zwischenbericht:

 

Tatgeneigten-Programm- Stand 1.1.2013

 

Zwischenbericht Präventionsprogramm v. 25.11.2013

 

Hier finden Sie Informationen zum Thema Pädosexualität anhand eines Vortrags von Dr. Heinz Scheurer, dem BIOS für die Erlaubnis zum Abdruck dankt.

 

Vortrag-Dr. Scheurer-Pädosexuelle-Folien

 

Presseerklärung v. 20.04.2014 Posing Bilder - Kinder brauchen mehr Schutz

P r e s s e e r k l ä r u n g

„Posing-Bilder“: Kinder brauchen mehr Schutz!

Aus Sicht des präventiven Opferschutzes sollte der Gesetzgeber alles unternehmen, was dem Schutz von Kindern dient.

„Posing-Fotos“ von Kindern sind dem sexuellen Missbrauch zuzuordnen.   Konsumenten von „Posing- und kinderpornographischen Bildern“ schaffen einen Markt zur Herstellung solcher Aufnahmen. Damit sind die Konsumenten – und nicht nur die Hersteller - solcher Fotos verantwortlich für die Umstände, unter denen sie zustande kommen, nämlich durch Drohung, Manipulation, Zwang und Gewalt auf Kinder, die bestimmte, sexuell stimulierende Posen einnehmen sollen.

Kinder oder auch Jugendliche auf „Posing-Bildern“ leiden daran, dass ihre Bilder einer häufig großen Zahl von interessierten Personen, wie im Internet, angeboten werden. Sie empfinden intensive und zeitlich überdauernde Scham- und Schuldgefühle. Erschwerend kommt hinzu, dass „Posing-Bilder“, wie die Erfahrung in der Arbeit mit Tätern und Opfern zeigt, häufig „nur“ der Beginn eines schweren sexuellen Missbrauchs sind. Kindern, von denen „Posing-Bilder“ angefertigt werden, sind nämlich häufig im weiteren Verlauf Opfer eines schweren sexuellen Missbrauchs. Besonders in „Tauschbörsen“ werden diejenigen Personen, welche „Posing-Bilder“ zur Verfügung stellen, oft von anderen Nutzern dazu motiviert, auch Bilder zu produzieren und zur Verfügung zu stellen, die eindeutige sexuelle Handlungen mit dem auf den „Posing-Bildern“ abgebildeten Kindern zeigen. Immer wieder werden auch Bilderserien verkauft bzw. getauscht, die eine Abfolge vom Posing bis hin zu Abbildungen des schweren sexuellen Missbrauchs präsentieren.

Auf der Seite der Konsumenten sind „Posing-Bilder“ häufig Vorboten für weitere Sexualdelikte, die noch mit größerer Schädlichkeit verbunden sind. Aus unserer Arbeit mit Tätern und Tatgeneigten können wir eindeutig feststellen, dass die Mehrzahl der Konsumenten von kinderpornographischem Material zunächst „Posing-Bilder“ betrachteten, welche auch im Netz relativ einfach zu finden sind und bei denen bisher keine Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung besteht, sie dann aber im Laufe der Zeit auch Bezugsquellen für kinderpornographisches Material mit eindeutigen sexuellen Missbrauchshandlungen suchen. Wie beim sexuellen Missbrauch und bei der Kinderpornographie liegen dem Betrachten und Sammeln von „Posing-Bildern“ unterschiedliche destruktive Motive, Bedürfnisse und Wünsche zu Grunde. In der Regel wird ein Bündel unterschiedlicher Motive vorhanden sein: insbesondere pädophile Neigungen oder aber sehr häufig auch ein Ausweichen auf Kinder, da man Angst vor Sexualität mit erwachsenen Frauen hat. Andere Motive sind: Sexueller Kick; Dissozialität bzw. sexuelle Verwahrlosung.

Deshalb bedürfen Personen, welche solche Aufnahmen regelmäßig betrachten, ebenso eines therapeutischen Behandlungsangebots wie Personen, welche regelmäßig kinderpornografische Bilder konsumieren oder aber zur Begehung sexueller Übergriffe an Kindern neigen oder solche schon begangen haben. Es besteht sehr oft eine erhebliche Therapienotwendigkeit, um künftige Gefahren für Kinder abzuwehren. Insoweit ist therapeutisch vor allem eine Bearbeitung von Phantasien dieser - aus Sicht des präventiven Opferschutzes -durchaus tatgeneigten Personen angezeigt.

Kinder bedürfen daher unseres Schutzes.  Dafür benötigen wir neben der Aufklärung über die Schädlichkeit der Herstellung und des Konsums von „Posing-Bildern“ ein ausreichendes bundesweites Behandlungsangebot, weil man letztendlich nur hierdurch Kinder vor solchen Übergriffen schützen kann. Denn wo kein Täter, da kein Opfer!

Solche Behandlungsangebote bestehen bereits in Baden-Württemberg. Unter anderem werden dort in dem BIOS-Präventionsprojekt „Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen“ derzeit bereits etwa 140 sog. Tatgeneigte betreut.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter www.bios-bw.de.

Anbei auch der derzeitige Referentenentwurf (siehe hierzu Seite 35):

Referentenentwurf der Bundesregierung

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Michael Böhm

1. Vorsitzender

Karlsruhe, den 20. April 2014

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